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Warum gibt es keine schwulen Spieler auf der Tour?

Diese Frage hat sich auch die amerikanische Nummer eins Taylor Fritz gestellt. Er selbst hätte mit Outings im Tennissport kein Problem.

 

von Victoria Moser
zuletzt bearbeitet: 27.12.2022, 15:06 Uhr

Taylor Fritz äußert sich zu schwulen Tennisspielern
© Manuela Davies/USTA
Taylor Fritz äußert sich zu schwulen Tennisspielern

In Deutschland und Österreich liegt der Anteil der Menschen, die sich der LQBTQIA+ Community zuordnen, bei rund sieben Prozent. Das fand das Umfrage-Startup Dalia aus Berlin 2016 mit einer Online-Umfrage, an der knapp 12.000 Menschen teilnahmen, heraus. Da sowohl die Daten nicht die aktuellsten als auch die Erhebungsmethode nicht optimal sind, kann man von einem höheren Anteil ausgehen. Lange Rede, kurzer Sinn: Statistisch gesehen müsste es unter den Top 100 der ATP Tour Personen geben, die sich der LGBTQIA+ Gemeinschaft angehörig fühlen.

Mangel im Männersport

Das sieht auch Taylor Fritz so. In einem Interview mit der Website Clay sagt er, dass es seltsam sein, dass es keine offen schwulen Spieler auf der ATP-Tour gebe. Auch in der Vergangenheit outeten sich nur wenige. Brian Vahaly, ehemaliger Top-100-Spieler, und Bill Tilden, 10-facher Grand-Slam-Champion, sind hier zu nennen. Diese hatten mit ihrer Sexualität lange zu kämpfen, da zu ihrer Spielzeit Homosexualität noch nicht legalisiert worden war.

Frauen als Vorreiter

Im Gegensatz dazu ist die weibliche Tour wie auch die weibliche Bevölkerung (der LGBTQIA+ Anteil ist bei den Frauen höher bzw. sprechen Frauen offener darüber) bei diesem Thema fortschrittlicher. Sowohl Martina Navratilova als auch Billie Jean King outeten sich in den 80ern. Aber auch aktuell gibt es mit Daria Kasatkina, Alison van Uytvanck und der ehemaligen Spielerin Amelie Mauresmo im Frauentennis Spielerinnen, die sich nicht als homosexuell identifizieren.

Ursache und Meinungen

Fritz hat das Gefühl, dass ein geouteter Spieler auf jeden Fall akzeptiert werden würde. Als Ursache für den Mangel an schwulen, bisexuellen etc. SpielerInnen gab er an, dass viele Angst vor einem großen Medieninteresse haben könnten. Aber nicht nur Fritz, sondern auch Djokovic, Tsitsipas, Medvedev und Auger-Aliassime sind der Meinung, dass die Tour ein offener, sicherer Ort sei. Die ATP hatte im Juli eine Zusammenarbeit mit dem „You can play“-Projekt angekündigt, um die Inklusion von LGBTQIA+ Personen zu verbessern.

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