Wetten auf Tennis: Sportwetten-Lizenzen sorgen für regulierten Markt

Kaum eine Branche war lange Zeit rechtlich so kompliziert, wie das Geschäft mit den Sportwetten. Sowohl für die Anbieter als auch für die Spieler war nie so richtig klar, ob man in einer Grauzone operiert oder gegen Regeln verstößt.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 17.11.2020, 14:01 Uhr

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In der nächsten Zeit wird der Markt allerdings deutlich besser reguliert werden. Es gibt den neuen Glücksspielstaatsvertrag 2021 und auch die Vergabe von Sportwetten-Lizenzen wird neu geregelt. Seit 15. Oktober 2020 gilt die Übergangsphase und die Buchmacher müssen sich bei der zentralen Vergabestelle in Hessen um eine Sportwetten-Lizenz bemühen.

Für die Tennis-Fans unter den Wettfreunden dürfte sich in Zukunft einiges verändern. Die Auswahl an Buchmachern könnte stark eingeschränkt werden. Außerdem sind zahlreiche Tipps auf bestimmte Ereignisse bald wohl nicht mehr möglich. Websites, wie tenniswetten.de geben eine gute Orientierung bei dem Thema Tennis Wetten, um nicht den Überblick auf dem neu formierten Markt zu verlieren.

Tennis & die Wettbranche – nicht immer die besten Freunde!

Sportwetten sind zu einem wichtigen ökonomischen Faktor geworden. Wer eine Wette abgibt, verfolgt danach ein Tennismatch mit einer ganz anderen Begeisterung. So wird selbst ein Erstrundenmatch zwischen zwei ungesetzten Teilnehmern bei einem Future-Turnier in Bulgarien zum absoluten Highlight.

Leider sind es gerade diese kleinen Spiele fernab der großen Aufmerksamkeit, die immer wieder für einen Skandal sorgen. In der Vergangenheit kam es in unterklassigen Wettbewerben häufiger zu verschobenen Matches. Doch auch bei Grand Slams stehen manche Matches immer mal wieder im Verdacht.

Tennis bietet sich als Sportart hier gleich aus mehreren Gründen an. Schließlich hat der manipulierende Spieler alles selbst in der Hand und kann eine Niederlage herbeiführen. Zudem muss man ja gar nicht das komplette Match absichtlich verlieren, um einem Tipper einen hohen Gewinn zu bescheren.

Bisher ist es möglich, auch auf kleine Details eine Wette abzuschließen. Zum Beispiel kann man darauf wetten, welchem Spieler das erste Break unterläuft oder ob ein Spieler mehr als 5 Doppelfehler im Match macht. Diese Manipulationen kann man herbeiführen, ohne das ganze Match abzuschenken. Allerdings fällt dies früher oder später in den meisten Fällen auf, da es die Buchmacher schon sehr verwundern wird, warum viel Geld auf ein kleines Ereignis in einem unbedeutenden Spiel gesetzt wird.

Zwar überschatten manche Skandale die Sportwetten-Szene, doch insgesamt kann der Tennissport auch von den Buchmachern profitieren. Es gibt viele Turniere, bei denen Wettanbieter Hauptsponsoren sind oder waren. Außerdem läuft auch in der TV-Werbung bei Übertragungen jede Menge Werbung für die bekanntesten Anbieter. Man kann also davon sprechen, dass die Buchmacher den Tennissport brauchen, aber auch der Tennissport zum Teil über die Budgets der Sportwettenanbieter finanziert wird.

Viele große Fragezeichen – welche Veränderungen wird es geben?

Schon in der Vergangenheit ist es vorgekommen, dass Turniere Wettanbieter als Sponsoren verloren haben, weil die regionale Politik etwas dagegen hatte. In Zukunft könnten die Einschränkungen noch weitreichender werden. Eine starke Reglementierung der Werbung für Sportwettenanbieter steht im Rahmen des Glücksspielstaatsvertrages 2021 im Raum. Derzeit ist noch unklar, in welcher Form zukünftig überhaupt noch für Sportwetten geworben werden darf.

Ebenfalls zweifelhaft ist, wie stark das bisherige Wettangebot mit dem Rotstift gekürzt wird. Wie bereits angesprochen, kann man derzeit noch auf hunderte Ereignisse setzen. In Zukunft ist es denkbar, dass die Vielfalt an Wetten stark eingeschränkt wird – zum einen wegen der Manipulationsgefahr seitens der Profis und zum anderen, um die Zocker zu schützen und nicht zu stark zum Wetten zu verleiten. Besonders die Live-Wetten, bei denen man im laufenden Match auf das Eintreten bestimmter Ereignisse wetten konnte, stehen in ihrer jetzigen Form vor dem Aus.

Für Sportwetten im Allgemeinen gilt, dass der Markt durch die Vergabe der Lizenzen reguliert und vor allen Dingen stark ausgedünnt wird. Manche Anbieter haben bereits kritisiert, dass das System der Lizenzvergabe wenig transparent sei. Es ist also denkbar, dass es noch einmal zu Veränderungen kommen wird. Insgesamt werden aber mittelfristig viele Anbieter vom Markt verschwinden.

Mit der Regulierung des Marktes wird auch der Spielerschutz revolutioniert. Einzahlungen sollten in der Höhe stark reduziert werden, sodass man sich nicht übernimmt und mehr einzahlt als man sich leisten kann. Über eine anbieterübergreifende Spielerkartei soll zudem sichergestellt werden, damit sich ein Spieler nicht bei mehreren Wettanbietern registrieren kann und überall das Limit ausreizt. Im Zuge der Vergabe der Lizenzen wird natürlich darauf geachtet, dass die Wettanbieter dazu in der Lage sind, die neuen Regeln technisch umzusetzen.

Auch das Bekämpfen der Spielsucht steht in diesem Zusammenhang mit im Fokus der Reform. Die Wettanbieter werden in Zukunft sehr auffällig auf die Gefahren hinweisen müssen, die beim Glücksspiel drohen. Außerdem soll es einen virtuellen Panik-Knopf geben, den Spieler drücken können, um sich selbst zu sperren und keine Einsätze mehr tätigen zu können.

Fazit zur Veränderung der Tennis-Wettszene

Abschließend lässt sich festhalten, dass die Wettbranche derzeit einen großen Wandel durchlebt, der die Anbieter in ihren Möglichkeiten stark einschränken wird. Manch einer mag dies für übertrieben halten und die Tatsache bedauern, dass die Möglichkeiten für Tenniswetten in Zukunft etwas eingeschränkt werden.

Insgesamt sind die Maßnahmen zum Spielerschutz aber allesamt recht schlüssig und sollen verhindern, dass das Wetten zur Sucht und einem finanziellen Problem wird. Wer verantwortungsbewusst wettet, wird auch in Zukunft Möglichkeiten finden, um auf Tennisspiele zu setzen und jedem Spiel besonderen Nervenkitzel zu verleihen.

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zuletzt bearbeitet: 17.11.2020, 14:01 Uhr