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19:17! Die verrückte Rückkehr von Urgestein Lleyton Hewitt

„Rusty“ gewinnt im Auftaktspiel im Doppel mit seinem Partner Jordan Thompson nach acht abgewehrten Matchbällen.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 03.07.2016, 11:57 Uhr

Jordan Thompson - Lleyton Hewitt

Mit seinen Niederlagen aus derzweiten Einzel-unddritten DoppelrundehatteLleyton Hewittseine Karriere im Januar bei den Australian Open in Melbourne eigentlich beendet gehabt, für einen Antritt im Davis-Cup-Doppel gegen die USA hatte er sich im März allerdings nochmals erwärmen können. Und jetzt noch für einen weiteren: Die Veranstalter von Wimbledon hatten der australischen Tennislegende bekanntlicheine Wildcard fürs Doppel-Hauptfeld mit seinem um stolze 13 Jahre jüngeren Landsmann Jordan Thompson vergeben. So schlug der 35-jährige Altstar am Samstag also wieder auf dem „Heiligen Rasen“ auf – seiner Erfolgsstätte im Einzel 2002. Die vorübergehende Rückkehr zu dieser hätte dabei kaum verrückter verlaufen können: Hewitt/Thompson gewannen ihr Auftaktmatch gegen die SpanierNicolas AlmagroundDavid Marreronach einem unfassbaren Tennis-Krimi mit 6:7 (6), 6:4, 19:17.

Über 4 Stunden Spielzeit

Die Begegnung dauerte, obwohl die erste Runde aufgrund des so anhaltenden Schlechtwetters auf zwei Gewinnsätze verkürzt worden war, über vier Stunden. Alleine der Entscheidungssatz brauchte mehr als zweieinhalb Stunden. Hewitt/Thompson verspielten im ersten Abschnitt ein 3:1 plus Spielball zum 4:1 und im Tiebreak einen Satzball, entschieden allerdings den zweiten Durchgang nach der verwerteten, einzigen Breakchance bei 4:4 für sich. Im dritten Satz gaben die beiden ein 2:0 und 3:1 aus der Hand und mussten darauf nicht weniger als acht Matchbälle abwehren: drei bei 4:5, zwei bei 7:8, zwei bei 13:14 einen bei 16:17. Im nächsten Spiel gelang ihnen das richtungsweisende Break, im zweiten Anlauf – nachdem sie bereits bei 10:9 auf den Matchgewinn servierten hatten – machten sie selbst den Sack zu. Die Kämpferqualitäten ganz besonders des auch dafür berühmten Hewitt trugen einmal mehr förmlich zum Sieg.

„Ich bin beim Zählen ausgestiegen“

„Waren es acht Matchbälle? Wir haben drüber nach dem Match gesprochen. Ich weiß, dass es einige waren. Aber ich bin beim Zählen ausgestiegen“, erzählte Hewitt. „Es ging mehr darum, dass wir uns stets auf den nächsten Punkt fokussieren. Wir konnten nicht viel anderes tun.“ Im Endeffekt mit Erfolg, auch dank der lautstarken Unterstützung einiger australischer Zuschauer in den Publikumsrängen. Über diese hatten sich Almagro/Marrero besonders im Finish immer wieder echauffiert und wollten den Stuhlschiedsrichter gar dazu bewegen, einige Fans von der Security des Platzes zu verweisen. Hewitt sah darin vielmehr einen Versuch der Gegner, ihren Rhythmus zu stören, letztlich vergeblich. So geht die Reise von Tennis-Pensionär „Rusty“ bei der Grand-Slam-Veranstaltung in London also weiter. Voraussichtlich am Montag geht es für ihn und Thompson um einen Platz im Achtelfinale.

Hier die Ergebnisse aus London:Einzel,Doppel,Einzel-Qualifikation,Doppel-Qualifikation.

Hier der Spielplan.

von tennisnet.com

Sonntag
03.07.2016, 11:57 Uhr