tennisnet.com Kolumne

Walking on Church Road - Day 5

Beobachtungen beim Wimbledon-Turnier 2016

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 30.06.2016, 17:50 Uhr

LONDON, ENGLAND - JUNE 30: A general view of the Murray mound on day four of the Wimbledon Lawn Tennis Championships at the All England Lawn Tennis and Croquet Club on June 30, 2016 in London, England. (Photo by Jordan Mansfield/Getty Images)

Seit gestern ist die Bestätigung da: Der Weg zur Anlage führt den Reporter tatsächlich durch das einzigartige „Wimbledon Village“ und nicht durch eine plagiatsverdächtige Ansammlung durchaus charmanter Läden und Restaurants, die sich tatsächlich mit der Veranstaltung identifizieren, gerade so, als ob sie den höchsten Umsatz des Jahres in diesen zwei Wochen der Tennissause machen würden. Zur Dekoration der Schaufenster an dieser Stelle, aber zu einem anderen Zeitpunkt mehr, aber eines muss sofort geäußert werden - und zwar erstmals, laut und deutlich: Kritik.

Tennis werde auf sechs Bildschirmen übertragen, steht da vor einem Etablissement auf einer Tafel geschrieben. Das ist in jeder Hinsicht zu begrüßen - der Zusatz jedoch mit strengem Stirnrunzeln zu sezieren: „and some footy, too“. Inhaltlich kein Beinbruch, auch Achtelfinal-Verlierer haben das Recht, sich weiterhin der Weltsportart Nummer eins zu widmen. Aber stilistisch? „Footy“? Really? Befinden wir uns nicht im Zentrum der Denkmalspflege der englischen Sprache?

And while we are at it: Auch die Gastgeberin des Reporters ist vor sprachlichem Schindluder nicht gefeit, und das, obwohl die hinreißende Frau ihren Lebensunterhalt als Lehrkraft verdient. Hat sie doch Mittwochabend einen Spielfilm auf ihrem „telly“ verfolgt. „Footy on the telly“, das schlägt dem anglophilen Fass den Boden aus. Zum Glück nicht bei ebenjener Gastgeberin, Fußball kommt ihr nicht auf den Bildschirm,

Zurück ins Wimbledon Village, wo der geneigte Spaziergänger Feli Lopez öfter begegnet als einer stinknormalen Gazelle auf einer Safari in Kenia. Was macht der Mann eigentlich den ganzen Tag? Und warum sieht er bei allem, was er macht, so sagenhaft gut aus? Sofort den Telly einschalten. Dort scheint es auf alles eine Antwort zu geben, auch darauf, warum die Engländer nicht wesentlich besser Footy spielen als die Österreicher.

von tennisnet.com

Donnerstag
30.06.2016, 17:50 Uhr