tennisnet.com Kolumne

Walking on Church Road - Day 6

Beobachtungen beim Wimbledon-Turnier 2016.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 01.07.2016, 16:43 Uhr

Zu oft gestellte Fragen bei der Pressekonferenz, die nächste: Wie ist das denn mit den Handtüchern, da gibt es ja doch einen gewissen Schwund nach jedem Spiel? Gut, dass genau diese Frage einen Mann wie Dustin Brown erreicht hat, der bekanntermaßen kein offenes Wort scheut. Zwei Wege gäbe es, sich als Fan eines der begehrten Teile zu besorgen: entweder für im Moment qua Wechselkurs fast schon günstige 40 Pfund im offiziellen Store - oder durch die Gunst eines Spielers, der im Siegesrausch wie zufällig ein Exemplar ins Publikum wirft. Dennoch zielgerichtet, so viel ist klar.

Der Reporter als solcher steht in der Gunst exakt keines einzigen der anwesenden Artisten, kann sich dem Gruppenzwang indes nur schwer entziehen, und was sind schon 40 Pfunde, wenn Gewissheit besteht, sich mit exakt dem gleichen, wenn auch nicht selben Handtuch, mit dem der unsterbliche Dennis Istomin den Schweiß von unter der Brille weggewischt hat, zu trocknen? Eben. Trotz dringlicher Anfrage an die Kollegen ist nicht zu eruieren, ob es einen Shopping-Day für Journalisten gibt, die wohl einzige Errungenschaft, die Roland Garros der Veranstaltung hier voraus hat.

Wurscht. Rein in den Shop, das Wetter gibt das her, wobei dies am Freitag kein Alleinstellungsmerkmal ist. Erste angenehme Überraschung: die von Herrn Brown in die Verlosung geworfenen 40 Pfund entpuppen sich im wirklichen Leben als nur 29, das schreit nach dem Zweit-Handtuch, der Schrei wird erhört. Der Zeitpunkt des kleinen Shopping-Abenteuers ist übrigens gut gewählt, um Punkt 10:32 Uhr ist die Masse der Besucher damit beschäftigt, sich ein Plätzchen für den Tag zu suchen, das nur im Notfall verlassen wird.

Nicht jeder Versuchung wird nachgegeben, das T-Shirt aus dem Hause eines ehemaligen US-Innenarchitekten ist gefühlsmäßig noch zu hoch bepreist, erfahrungsgemäß wird sich diese Gefühl in ein paar Tagen legen. Aber: Schlüsselanhänger, Schlüsselband, zwei T-Shirts für die Daheimgebliebenen und, das freut den latenten Alters-Diabetiker, sechs Tafeln der offiziellen Wimbledon-Schokolade in drei verschiedenen Geschmacksrichtungen. Das muss über´s Wochenende reichen, mindestens. Wobei: am Sonntag ist hier spielfrei. Die City ruft. Und damit unendliche Möglichkeiten für die Kreditkarte, sich neuerlich zu bewähren.

von tennisnet.com

Freitag
01.07.2016, 16:43 Uhr