Drama, Baby!

Roger Federer und Marin Cilic liefern sich im Viertelfinale einen großen Kampf.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 06.07.2016, 16:23 Uhr

Roger Federer

Von Jens Huiber aus London

Fünf Sätze, zwei Tiebreaks, viele nicht verwertete Chancen. Aber eben auch zahlreiche brillante Ballwechsel in einer der besten Partien des bisherigen Turniers. Die Beobachtungen zum Spiel…

Roger Federer und Marin Cilic liefern sich ein fast lautloses Match. Kein Grunzen, kein Stöhnen, einfach pure Konzentration und der Klang des mit dem Schlägerherzen getroffenen Balles. Oder mit dem Rahmen, Federer unterläuft dies gerade zu Beginn der Partie häufiger.

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Man hätte es schon früher bemerken können, aber die Beobachtung ist zeitlos: Die Linienrichter, die sich auf dem Centre Court um Aufschlag- und Grundlinie kümmern, nehmen einen enormen Abstand zum Spielfeld ein. Dass da nicht jeder Aus-Ruf sitzt: verständlich.

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Die Aufteilung der Plätze in der Spielerlloge erschließt sich nicht auf den ersten Blick: zwölf Plätze links, dann eine Treppe, dann zweimal zwölf Plätze ohne bauliche Trennung. Die Federeristi sitzen ganz links und haben die erste Reihe der zwölf Mittelplätze eingenommen. Die Zuordnung fällt dann doch einigermaßen leicht: Edelfan Bradley Cooper macht aus seinen Präferenzen kein Geheimnis, springt gegen Ende bei jedem Punkt Federers auf.

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Federer und Cilic spielen nicht nur leise, sondern auch extrem schnell. Wie schon beiKyrgiosgegenBrownwird die vorgesehene Zeit zwischen den Ballwechseln so gut wie nie bis zur Gänze ausgeschöpft.

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Die Spieler mögen mit Fortdauer des Matches müde werden, die Stewards auf den Rängen zeigen auch spät noch geistige Frische: Nach dem ersten Spiel im Entscheidungssatz (Seitenwechsel, keine Unterbrechung!) möchte eine junge Dame im blauen Kleid den Centre Court verlassen – zu sagen, dass sie mit sanfter Gewalt daran gehindert wird, erzählt nur die halbe Geschichte.

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Die Presseplätze sind so voll wie bisher nie in den zehn Turniertagen. Und wer gekommen ist, der bleibt bis zum Ende, gerade für Journalisten, die mit Deadlines arbeiten, keine Selbstverständlichkeit.

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Selbstanfeuerungen schließlich werden bevorzugt in der Landessprache getätigt: „Kumm’ jetzt“, ruft der Baselbieter. Cilic kontert mit dem kroatischen Äquivalent.

von tennisnet.com

Mittwoch
06.07.2016, 16:23 Uhr