Große Abwesende, die nicht fehlen

Maria Sharapova und Rafael Nadal sind in Wimbledon kein Thema.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 05.07.2016, 09:32 Uhr

LONDON, ENGLAND - JULY 02: Rafael Nadal of Spain attends a press conference during day four of the Wimbledon Lawn Tennis Championships at the All England Lawn Tennis and Croquet Club on July 2, 2015 in London, England. (Photo by Roger Allen - Pool/A...

Von Jens Huiber aus London

Großformatige Fotografien der Champions der letzten Jahre zieren die Wände der Treppenaufgänge im Spielerbereich oder dem Pressezentrum.Novak Djokovicist beinahe omnipräsent,Serena Williamssowieso. Es finden sich aber auch mindestens zwei Exponate, dieMaria Sharapovazeigen, die Russin, die sich dieser Tage an der Harvard Business School auf das Leben nach dem Tennis vorzubereiten scheint. So zumindest suggerieren es die Bilder, die die ehemalige Weltranglisten-Erste über die sozialen Netzwerke verbreitet.

2004 hatte Sharapova die Tenniswelt im Allgemeinen und Serena Williams im Speziellen geschockt, als sie als 17-Jährige mit 6:1, 6:4 über die Favoritin hinweggerauscht war. Serena hat dieses Match persönlich genommen, noch das nächste Match im selben Jahr gegen Sharapova verloren – und seitdem in 18 Begegnungen zwei Sätze abgegeben. Die eigentliche Überraschung ist aber, dass es Maria Sharapova seitdem nur einmal zurück in das Endspiel auf die heilige Wiese geschafft hat, das Bild der Siegerehrung von 2011 zeigt sie traurig im Hintergrund der strahlenden SiegerinPetra Kvitova.

Wer wirklich fehlt

Sharapova sitzt bekanntlich gerade eine zweijährige Dopingsperre ab, ob diese wirklich über den gesamten Zeitraum Bestand haben wird, daran bestehen Zweifel. Das Fehlen der Russin ist indes beim Wimbledon-Turnier 2016 kein Thema, nicht etwa wie jenes von Roger Federer vor ein paar Wochen in Roland Garros. Der Tennissport mit dem Schweizer ist ein besserer, der Tennissport ohne Maria Sharapova genau derselbe.

Das kann, wenn auch nur für dieses Turnier, auch überRafael Nadalbehauptet werden. Zu konzentriert ist hier die Aufmerksamkeit auf das Abschneiden vonAndy Murray,zu gering wären die Chancen von Nadal auf einen Sieg an der Church Road gewesen, vergleichbar mit der Aussichtslosigkeit Federers in Paris in diesem Jahr. Der Spanier hat an Ort und Stelle zweimal gewonnen, 2008 und 2010, er wird in den kommenden Jahren ein gern gesehener Gast bleiben, wie sich das mit Maria Sharapova verhält, wird die Zeit weisen.

Comebacker der Herzen

Grundsätzlich haben es Rückkehrer in Wimbledon nicht schwer, sich in die Herzen der fachkundigen Fans zu spielen. Der Empfang fürJuan Martin del Potroauf dem Centre Court war vor dem Match gegenStan Wawrinkavon ausnehmender Herzlichkeit, der Sieg des Argentiniers schien sogar beim unterlegenen Wawrinka Wohlwollen auszulösen. Von del Potro gibt es übrigens noch keine Stilleben an den Wänden, weder im Vorder- noch im Hintergrund. 2012 war er ganz knapp dran, in Wimbledon ins Endspiel zu kommen, verlor ein episches Halbfinale gegen Roger Federer, allerdings im olympischen Wettbewerb. Von diesem legt hier nichts mehr Zeugnis ab.

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Dienstag
05.07.2016, 09:32 Uhr