tennisnet.comATP › Grand Slam › Wimbledon

Juan Martin del Potro genießt „jede Minute, jede Stunde, jedes Match“

… auch wenn der Südamerikaner „immer noch ein Leben mit der Angst vor dem nächsten Rückschlag“ lebt.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 29.06.2016, 15:54 Uhr

Juan Martin del Potro

WennJuan Martin del Potroin diesen Tagen über die Spielerterrasse des All England Lawn Tennis and Croquet Club schreitet, dann kann er sich einer Tatsache ganz sicher sein: Es gibt niemanden im großen Heer der Profis, Turnierdirektoren und Verbandsfunktionäre, der ihm nicht gönnt, endlich wieder zurück in seiner Arbeitswelt zu sein. Del Potro, der feurige US-Open-Sieger des Jahres 2009 und damals eine der großen Zukunftshoffnungen der Szene, ist nach einer schier endlosen Serie von komplizierten Handgelenksverletzungen aufs Neue im großen Spiel drin, Wimbledon 2016 ist auch die bisher prominenteste Station eines heiklen Comeback-Anlaufs des hünenhaften Argentiniers.

Duell mit Wawrinka als Standortbestimmung

„Es ist immer noch ein Leben mit der Angst vor dem nächsten Rückschlag“, sagt del Potro, „aber langsam denke ich wieder mehr über meine Spiele, meine Gegner und meine Taktik nach als über die Verletzungen.“ Gleich in der zweiten Turnierrunde der Offenen Englischen Meisterschaften kommt es für den „Turm von Tandil“ zu einer schweren Herausforderung, dann, wenn ihm auf dem grünen Spielfeld der zweimalige Grand-Slam-ChampionStan Wawrinkagegenübersteht. „Er ist einer der Großen im Tennis jetzt. Das wird auch eine Standortbestimmung für mich, ein Gradmesser, wo ich überhaupt stehe“, sagt del Potro.

Vor drei Jahren, in seinem ersten Tennisleben vor der Verletzungsseuche, war er in Wimbledon selbst noch einer der gefeierten Szenestars und Mitfavoriten. Im Halbfinale zwang er damals in einem der besten Wimbledon-Matches der jüngeren VergangenheitNovak Djokovicin einen mitreißenden Fünf-Satz-Thriller – indes ohne Happy End. „Es ist eine schöne Erinnerung, nicht mehr, nicht weniger“, sagt del Potro, „die Tenniswelt ist jetzt eine andere für mich.“ Um in Wimbledon antreten zu können,ließ del Potro sogar die körperlich anspruchsvolle Sandplatz-Saison weitgehend aus, konzentrierte sich ganz auf den kurzen Rasenabschnitt im Jahreskalender.

Dabeisein ist alles: Es gilt das olympische Motto

Vorsicht lässt der Riese auch in seinen Aktionen walten, so verzichtet er weitgehend auf die normale Rückhand, spielt stattdessen lieber Slicebälle, die aber höchst effektiv. „Er ist nicht unbedingt der Gegner, den man in der zweiten Runde haben will“, sagt TV-ExperteMats Wilander, „aber für Wawrinka ist er noch nicht weit genug bei seinem Comeback.“ Del Potro will dem Romand einen großen Kampf liefern, aber als Gewinn verbucht er für sich schon, nun wieder am Start zu sein bei den Grand-Slam-Ausscheidungsspielen: „Ich genieße jede Minute, jede Stunde, jedes Match. Es war nicht so sicher, dass ich diese Rückkehr jemals schaffen würde.“

Hier die Auslosungen und Ergebnisse aus London:Einzel,Doppel,Einzel-Qualifikation,Doppel-Qualifikation.

Hier der Spielplan.

von tennisnet.com

Mittwoch
29.06.2016, 15:54 Uhr