„Match of the Day“ – Philipp Kohlschreiber gegen Pierre-Hugues Herbert

Philipp Kohlschreiber trifft zum Wimbledon-Auftakt auf einen der besten Doppelspieler der Welt.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 26.06.2016, 22:42 Uhr

STUTTGART, GERMANY - JUNE 12: Philipp Kohlschreiber of Germany returns during his match against Geal Monfils of France on day seven of Mercedes Cup 2015 on June 12, 2015 in Stuttgart, Germany. (Photo by Daniel Kopatsch/Bongarts/Getty Images)

Wären da nicht die frühen Niederlagen bei den Grand-Slam-Turnieren gewesen, man könnte konstatieren, dassPhilipp Kohlschreiberbisher eines der besten Jahre seiner Karriere spielt.  Bei den Australian Open scheiterte der Deutsche in der ersten Runde am Weltranglisten-SiebtenKei Nishikoriund in Paris war schon zum Auftakt gegen den Sandplatzspezialisten Nicolas Almagro Schluss. Davon abgesehen lief 2016 bisher fast wie gewünscht. Zwar schied Kohlschreiber bei den Masters-Turnieren relativ früh aus, vor allem weil er direkt gegen die ganz großen Namen wieNovak Djokovicran musste. Doch bei den kleineren Turnieren überzeugte Kohlschreiber mit konstanten Leistungen. Der 32-jährige gewann in München und erreichte das Finale in Stuttgart, dazu zog er bei den 500er-Turnieren in Rotterdam und Barcelona jeweils ins Halbfinale ein. Im Jahresranking wird Kohlschreiber auf Rang 16 verzeichnet.

Auf dem Rasen zeigte Kohlschreiber schon immer gute Leistungen. Im Jahr 2011 gewann er das Turnier  von Halle, 2008 reichte es zum Einzug ins Endspiel. Auch bei seinem Finaleinzug in Stuttgart vor drei Wochen zeigte Kohlschreiber wieder souveräne Leistungen auf dem Gras. Bei seinem letzten Vorbereitungsturnier für Wimbledon musste er in Halle allerdings wegen einer Zerrung in der Hüfte aufgeben. Das Abschneiden in Wimbledon ist über die Jahre nicht so konstant gewesen, wie man es von einem kompetenten Rasenspieler wie Kohlschreiber erwarten könnte. Im Jahr 2012 erreichte er das Viertelfinale, ansonsten war spätestens in der dritten Runde Schluss. Ein paar Mal hatte Kohlschreiber Pech, traf schon früh aufRoger Federerund Andy Roddick, doch im Jahr 2014 verlor Kohlschreiber zum Beispiel in der zweiten Runde gegen den Italiener Simone Bolelli.

Herbert – ein äußerst erfolgreicher Doppelspieler

Kohlschreibers Gegner, der FranzosePierre-Hugues Herbert,hat bei weitem noch nicht die Erfolge im Einzel vorzuweisen wie der Deutsche. Doch dafür stellt er mit Nicolas Mahut eines der besten Doppel der Welt. Zusammen mit seinem Landsmann gewann Herbert im letzten Jahr die US Open und triumphierte 2016 schon bei drei Masters-Turnieren. Auch im Einzel spielt er das wohl bisher beste Jahr seiner Karriere. Im Februar gewann der 25-jährige das Challenger-Turnier in Bergamo und bei den Australian Open erreichte Herbert nach erfolgreicher Qualifikation die dritte Runde. Auf Rasen fehlt es Herbert noch an Siegen. Zwar überstand er in den letzten beiden Jahren die Qualifikation in Wimbledon, doch reichte es bisher nur zu einem Sieg im Hauptfeld.

Im direkten Vergleich führt Kohlschreiber mit 2:0. Interessanterweise kamen beide Siege auf Rasen zustande, 2015 in Halle und vor drei Wochen in Stuttgart. Damals setzte sich Kohlschreiber in der ersten Runde mit 6:4, 6:1 durch. Vor allem beim eigenen Aufschlag war Kohlschreiber äußerst souverän, durchaus eine Leistung gegen einen soliden Returnspieler wie Herbert. Kohlschreiber kann auf dem Rasen den Platz sehr gut mit seinem Winkelspiel öffnen und hat die Power für den schnellen Punktabschluss. Herbert fehlt es manchmal hingegen am Druck der absoluten Topspieler, aber vieles macht er mit Genauigkeit wett. Herberts Aufschlag ist gut platziert und die Netzattacken akkurat vorbereitet. Dort besitzt der Franzose viel Gefühl und gehört sicherlich zu den besten Volley-Spielern auf der Tour. Doch seine relativ langen Schwünge geben Herbert – gerade auf Rasen – oft nicht genug Zeit am Ball.

Kohlschreiber ist der Favorit

Diebetsson-Quotensehen Kohlschreiber als klaren Favoriten (1.20 zu 4.50). Herbert könnte in Zukunft durchaus Erfolg haben auf Rasen, gerade wenn er lernt sich noch besser zum Ball zu stellen. Aber im Moment ist Kohlschreiber der verdiente Favorit. Er fühlt sich wohl auf dem Gras, der flache Absprung des Balls kommt seinem Spiel entgegen. Auch die Vorbereitung war souverän. Sollte Kohlschreiber nicht doch noch Probleme mit seiner Verletzung aus Halle haben, sollte es zu einem letztendlich souveränen Sieg für ihn reichen.

von tennisnet.com

Sonntag
26.06.2016, 22:42 Uhr