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„Pinkel-Eklat“ – Pablo Cuevas soll in eine Balldose uriniert haben

Ihm wurde bei seiner Doppel-Drittrunden-Niederlage im fünften Satz die Toilettenpause verwehrt, anschließend ging es hoch her.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 05.07.2016, 12:20 Uhr

LONDON, ENGLAND - JULY 04: Pablo Cuevas of Uraguay (L) and Marcel Granollers of Spain (R) argue with the match referee during the Men's Doubles third round match against Jonathan Marray of Great Britain and Adil Shamasdin of Canada on day seven of t...

Bei keinem anderen Turnier wird so sehr auf Etikette geachtet wie in Wimbledon. Dennoch ist auch der altehrwürdige Rasen-Klassiker an der Church Road nicht vor pikanten Zwischenfällen gefeit. In der dritten Hauptrunde des Doppel-Wettbewerbs will ein Zuschauer am Montag auf Außenplatz 7 einen besonders delikaten Vorfall beobachtet haben. Das fünfzehntgereihte DuoPablo CuevasundMarcel Granollerslag im Entscheidungssatz mit 8:9 gegen die britisch-kanadische PaarungJonathan MarrayundAdil Shamasdinzurück, als der 30-jährige Uruguayer ein dringendes Bedürfnis hatte. Cuevas bat die französische Schiedsrichterin Aurélie Tourte um eine Toilettenpause, welche abgewiesen wurde. Ein Video des österreichischen Reporters Fabrizian Pokorny zeigt die langen, teils heftigen Diskussionen von Cuevas/Granollers mit der Schiedsrichterin.

Daraufhin soll der Finalist von Nottingham unter dem Schutz eines Handtuchs in eine Balldose uriniert haben, verweist „The Guardian“ auf den Augenzeugenbericht eines Zuschauers. Laut anschließender Stellungnahme von offizieller Seite „kam es jedoch nicht zum Urinieren“. Dennoch verhängte Tourte zu diesem Zeitpunkt eine Verwarnung für unsportliches Verhalten. Im Anschluss an ihren 6:3,-4:6,-6:4,-3:6,-14:12-Sieg, versuchten Marray und Shamasdin etwas Licht in den Vorgang zu bringen – bestätigten letztendlich aber nur die offizielle Version. „Er (Cuevas) bekam eine Verwarnung für unsportliches Verhalten. Es passierte während des Seitenwechsels und hatte etwas mit einer Balldose zu tun, schätze ich. Ich weiß es nicht genau, es ging wohl um eine Toilettenpause“, erklärte der 34-jährige Kanadier.

Aufgeheizte Stimmung: Sitzstreik und Personenschutz

Die Gemüter waren nach dem Zwischenfall so erhitzt, dass das Match mit einem weiteren Eklat endete. Cuevas und Granollers hatten drei Matchbälle gegen sich, als sie beim Stand von 12:13 und 0:40 in den Sitzstreik traten. Das Duo handelte sich zuvor eine zweite Verhaltensstrafe ein, die zum Punktabzug führte. Auslöser war das Wegfeuern eines Balles über die Zuschauerränge. Es folgte eine fast zehnminütige Unterbrechung inklusive Konsultation des Oberschiedsrichters, woraufhin das entnervte Gespann seinen Aufschlag und damit auch das Match verlor. Granollers fuhr danach komplett aus der Haut. Der Spanier bedrängte die Stuhlschiedsrichterin mit einer Balldose, angeblich warf er damit in ihre Richtung, und beschwerte sich: „Sie lügt, sie lügt. Sie hat etwas behauptet, was nicht stimmt.“ Sein Englisch reichte allerdings nicht aus, um genau zu erklären, was er meinte. Die Stimmung war so aufgeheizt, dass Tourte mit Sicherheitspersonal vom Platz geleitet werden musste.

Marray hatte zwar Verständnis für den Ärger seiner Gegner, was aber nicht deren Verhalten gegenüber der Schiedsrichterin entschuldige. Dem „Telegraph“ sagte der Wimbledon-Doppelchampion von 2012 (damals an der Seite vonFrederik Nielsennur per Wildcard zugelassen), dass „sie das Match nicht wirklich unter Kontrolle hatte“ und auch am Ende nicht korrekt gehandelt habe. Laut der Regeln dürfen die Männer im Doppel zwar nur zwei Toilettenpausen nehmen, „dennoch sollte eine weitere Pause dafür im fünften Satz gestattet werden“, betonte der 35-jährige Engländer.

Hier seht ihr, welche Skandale und Aufreger im vergangenen Jahr die Gemüter erhitzten.

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Dienstag
05.07.2016, 12:20 Uhr