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Schlange stehen für Jo-Wilfried

Frankreichs Nummer zwei, Jo-Wilfried Tsonga, startet mit leichten Schwierigkeiten, aber vor vollem Haus ins Turnier.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 28.06.2016, 12:14 Uhr

LONDON, ENGLAND - JULY 04: Jo-Wilfried Tsonga of France reacts in his Mens Singles Third Round match against Ivo Karlovic of Croatia during day six of the Wimbledon Lawn Tennis Championships at the All England Lawn Tennis and Croquet Club on July 4,...

Jo-Wilfried Tsonga hatte den Dienstag rechtschaffen früh begonnen, sein Match gegen den SpanierInigo Cervanteswar schließlich als erstes des Tages angesetzt. Auf Platz 12, der offiziell zwar als „Show Court“ geführt wird, Spieler wie Novak Djokovic oder Serena Williams in den vergangenen Jahren aber eher nicht Unterschlupf gewährt hat. Was die Fans nicht davon abhält, nachgerade klischeehaft britisch-geduldig darauf zu warten, dass sich jemand von seinem Sitz erhebt und sein Glück woanders versucht.

Das Turnier in Wimbledon müsste Tsonga qua Spielanlage und Untergrund liegen, der starke Aufschlag, der fließende Übergang von Defensive in Offensive, die Dynamik des Franzosen - das alles sind Attribute, die für ein erfolgreiches Abschneiden auf dem angeblich „Heiligen Rasen“ sprächen. Auch wenn sich die aktuelle Nummer zwölf der Welt ganz grundsätzlich eher selten am Netz zeigt.

Erinnerungen an 2011

Tatsächlich hat Jo-Wilfried Tsonga in seiner mit zwölf Turniersiegen durchaus erfolgreichen Karriere in Wimbledon erst ein einziges richtiges Highlight gesetzt: 2011 war das, als er im ViertelfinaleRoger Federerbesiegte, nach 0:2-Satzrückstand. Mit dem Schweizer verbindet Tsonga, trotz negativer Bilanz (6:11), ohnehin die besten Erinnerungen, vor knapp zwei Jahren feierte er in Toronto seinen größten Einzeltitel, eben gegen Federer im Finale.

Tsonga hat also eine Frühschicht eingelegt, die Trainingsplätze im Aorangi Park sind knapp und begehrt. Cervantes wirkt nicht ganz austrainiert, hat ein unorthodoxes Spiel, auf Sand fühlt er sich wohler als auf dem traditionellen Grün. In Paris hat sich Dominic Thiem am Spanier abgearbeitet, Tsonga startet konzentriert, hätte sich womöglich ein leichteres Auftaktprogramm gewünscht.

Lösbare nächste Aufgabe

LandsmannRichard Gasquethat dieses aus spielerischer Sicht erwischt, emotional gesehen ist die Aufgabe für den Vorjahres-Halbfinalisten ungleich schwerer, er tritt gegen einen lokalen Vertreter an – auch wennAljaz Bedenedie britische Staatsbürgerschaft noch nicht besonders lange besitzt. Die Engländer kümmert das wenig, es war ja schließlich nicht alles schlecht, was aus der EU gekommen ist, in Bedenes Fall aus Slowenien.

Jo-Wilfried Tsonga hat nach dem zweiten Satz, den er im Tiebreak gewinnt, genug von Cervantes gesehen, die Fluktuation im Zuschauerraum legt nahe, dass es vielen Fans ähnlich geht. 6:4, 7:6 (5) und 6:4, es wartet nun der Sieger der PartieTaro DanielgegenJuan Monacoauf Tsonga. Roger Federer übrigens erst frühestens im Finale. Eine Perspektive, mit der der Franzose sicher gut leben kann.

Hier die Auslosungen und Ergebnisse aus London:Einzel,Doppel,Einzel-Qualifikation,Doppel-Qualifikation.

Hier der Spielplan.

von tennisnet.com

Dienstag
28.06.2016, 12:14 Uhr