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Wimbledon: Sieg über Nadal! Roger Federer folgt Djokovic ins Finale

Roger Federer hat den Halbfinal-Schlager gegen Rafael Nadal gewonnen. Der Schweizer siegte am Freitagabend in einem hochklassigen Match mit 7:6 (3), 1:6, 6:3 und 6:4 - und spielt damit im Finale gegen Novak Djokovic um seinen neunten Wimbledon-Titel! Hier gibt's das Match zum Nachlesen im Liveticker.

von Florian Goosmann aus Wimbledon
zuletzt bearbeitet: 12.07.2019, 20:56 Uhr

Roger Federer
© Getty Images
Roger Federer

Es ist ja unfair, stets alles mit allem zu vergleichen. Das Wimbledonfinale 2008 zwischen Rafael Nadal und Roger Federer - es wird von vielen als das beste Tennismatch aller Zeiten bezeichnet, und nun, 11 Jahre später, wurde - so sind wir Menschen nun mal - nicht mehr und nicht weniger als ein ähnlich dramatisches Spiel erwartet. 

Während das viel besprochene Endspiel 2008 noch mit einem 14 Schläge langen Ballwechsel begann (an dessen Ende Nadal eine spektakuläre Vorhand auf die Grundlinie zwirbelte), fasste sich Federer zum Auftakt der Neuauflage 2019 kurz: Ein Ass zum 15:0 - und überhaupt lief in Satz eins zunächst fast alles über den Aufschlag. 

Federer im Tiebreak aggressiver 

Den ersten Breakball des Matches erspielte sich der Schweizer beim 4:3, indem er von einer verzogenen Nadal-Rückhand profitierte; die Breakchance selbst vereitelte Nadal im bis dato längsten Ballwechsel, in dem er Federer auf der Rückhand hielt und einen Fehler erzwang. Federer kam beim 4:4 und 30:30 erstmals etwas in Bedrängnis, befreite sich aber mit zwei starken ersten Aufschlägen.  

Im Tiebreak folgte der bislang spektakulärste Ballwechsel des Spiels: Federer attackierte und legte einen gefühlvollen Vorhandvolley kurz cross hinters Netz, Nadal aber war da und schob die Rückhand an Federer vorbei auf die Grundlinie. Federer holte sich das Mini-Break direkt zurück. Nadal schaffte es dann erneut zur Führung, 3:2 hieß es diesmal, ein Lob kurz hinter die Grundlinie bedeutete das 3:3. Dann drehte Federer auf: ein Vorhand-Schuss zum 4:3, zwei sichere Aufschlagpunkte und eine erneute Vorhand nach einem fein vorbereiteten Punkt verhieß das 7:3 und damit die 1:0-Satzführung für den Schweizer. 

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Nadal mit schnellem Satzausgleich 

Vor den Augen von Rod Laver, Michael Stich und Survivalkünstler Bear Grylls (nebst Gattin Mrs. Bear Grylls) in der Royal Box befreite sich der Schweizer auch im nächsten Durchgang aus zwei brenzligen Situationen - zwei Breakbälle Nadals wehrte er mit übersichtlichen Netzaktionen ab -, blieb aber beim Verwerten zweier eigener Gelegenheiten erfolglos. Federer wirkte zwar nun etwas aggressiver, zog die Rückhand öfter durch als bislang, verlor jedoch plötzlich die Konzentration, was der Spanier nutzte: Ein Break zu null für Nadal, ein glattes Aufschlagspiel im Anschluss und damit das 4:1 für den zweifachen Wimbledon-Champ aus Manacor. 

Während Nadal seine viel zitierte "Intensität" hoch hielt, kam Federer aus seinem Tief nicht raus; einen weiteren Breakball Nadal verzog der Maestro mit einem Rahmentreffer, der direkt in die Tribüne flog. Federer hatte den Satz wohl insgeheim abgegeben, ein misslungener SABR folgte und das schnelle 6:1 für Nadal. Federer machte im gesamten Durchgang lediglich zu 22 Prozent den Punkt bei zweitem Aufschlag - viel zu wenig. Nadals Bestwert: nur 2 unerzwungene Fehler!

Federer drückt den Reset-Button 

In Durchgang drei startete die Partie somit noch mal neu - und Federer war wieder da. Dank eines tollen Netzduells holte er sich das erste Break zum 3:1, das die knapp 15.000 Zuschauer mit großem Jubel quittierten. Im Gegensatz zu Federer im Satz zuvor blieb Nadal jedoch diesmal dran. Drei Chancen zum Rebreak erspielte er sich im folgenden Aufschlagspiel Federers, der aber wehrte ab, unter anderem nach einem ewigen Grundlinienduell, in dem mehrfach sein Rahmen im Spiel war - 4:1 hieß es schließlich. Das Match war nun äußerst hochklassig. 

Ein Doppelbreak für Federer konnte Nadal noch verhindern und quittierte das mit der energischen Faust, zum Rankommen reichte es aber nicht. Federer brachte zwei Mal seinen Aufschlag durch und holte sich die 2:1-Satzführung. 15 Winner gelangen ihm hierbei - bei nur 2 Fehlern ohne Not. Stark!

Federer geht früh in Führung 

In Satz vier blieb der 37-Jährige nun konzentriert - während Nadal zeitweise ohne ersten Aufschlag auskommen musste. Die Folge: Das 2:1-Break für Federer, das dieser nicht mehr aus der Hand gab. Zwei Matchbälle bei eigenem Aufschlag wehrte Nadal beim 5:3 für Federer ab, danach wurde es noch mal dramatisch: Federer vergab beim 30:30 eine Großchance mit der Vorhand und versemmelte einen Schmetterball - die Chance zum Ausgleich für Nadal, der im folgenden langen Ballwechsel aber das Nachsehen hatte. Zwei weitere Matchbälle wehrte Nadal noch ab, bevor Federer schließlich Nummer fünf zum Sieg nutzte.

Die Gesamtbilanz: 51 Gewinnschläge bei Federer bei 27 Fehlern ohne Not - davon nur 6 in den Sätzen drei und vier. Im letzten Durchgang gewann der Schweizer zudem 82 Prozent seiner Punkte bei zweitem Aufschlag.

Im Finale am Sonntag trifft Federer nun auf Titelverteidiger Novak Djokovic, der zuvor gegen Roberto Bautista Agut gewonnen hatte.

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von Florian Goosmann aus Wimbledon

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