Südländer-Duell in der Warteschleife

Auch Fabio Fognini und Feliciano Lopez macht der Regen einen Strich durch die Rechnung.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 01.07.2016, 09:09 Uhr

LONDON, ENGLAND - JUNE 28: Feliciano Lopez of Spain plays a backhand during the Men's Singles first round match against Rajeev Ram of The United States on day two of the Wimbledon Lawn Tennis Championships at the All England Lawn Tennis and Croquet ...

Von Jens Huiber aus London

Die Wege desFabio Fogninisind meist unerklärlich. Für Gegner, Coaches, Zuschauer - wahrscheinlich sogar für den Italiener selbst. Nur eines von vielen Beispielen dafür: Bei den US Open im vergangene Jahr hatte Fognini nach 0:2-Satzrückstand noch Rafael Nadal besiegt, ein Triumph, der ihm auch beim überaus staraffinen amerikanischen Publikum viel Respekt eingebracht hat. In der Runde darauf, dem Achtelfinale, ging Fognini dann gegenFeliciano Lopezeinigermaßen geräuschlos in drei Sätzen unter.

Lopez ist mittlerweile 34 Jahre alt, Fognini fünf Jahre jünger, gemessen an den Zeiten, die die beiden Veteranen auf der ATP-Tour verbracht haben, mutet die gegenseitige Bilanz seltsam an: Erst einmal sind sich der flamboyante Linkshänder aus Toledo und der - auf dem Platz - nicht weniger extrovertierte Mann mit Geburtsort San Remo gegenübergestanden. Bei eben jenem Match im New Yorker Louis Armstrong Stadium.

Beste Voraussetzungen - eigentlich

Fognini ist kein Freund des Rasentennis, auf Vorbereitungsturniere hat er nach seiner Erstrunden-Niederlage von Paris gegen Marcel Granollers verzichtet, er ist nicht ganz fit. Lopez ist ein großer Freund des Rasentennis, zwei seiner vier Titel auf der Tour hat er auf diesem Geläuf geholt, jeweils in Eastbourne. Den Schwung des Doppel-Triumphes von Roland Garros an der Seite von Namensvetter Marc konnte der Spanier indes nicht mit auf die Wiese nehmen, in Stuttgart und im Queen´s Club setzte es jeweils Auftaktpleiten.

Der Anteil der spanischen bzw. italienischen Fans am Londoner Publikum liegt im unteren, einstelligen Prozentbereich, der Court 16 ist dennoch gut besucht, dafür braucht es nicht viele Menschen. Die Aversion von Fognini gegen das Spiel auf Gras ist objektiv nicht zu erklären: die exzellente Beinarbeit, der gute erste Aufschlag, vor allem aber die schnelle Vorhand, die keiner großen Ausholbewegung bedarf - allesamt Attribute, die ein gedeihliches Auskommen in Wimbledon garantieren sollten.

Wann kommt die Wende?

Es gibt ganz wenige Spieler auf der ATP-Tour, die Fabio Fognini einfach mal so wegspielen können. Feliciano Lopez jedenfalls nicht. Aber Lopez gehört zu jenen Profis, die sich gegen den Italiener lange genug kompetent anstellen, bis der Moment gekommen ist, an dem dieser die Nerven und mithin das Match verliert. Im konkreten Match scheint dieser gegen Ende des zweiten Satzes erreicht, Fognini hat die Chance, zu einer 2:0-Führung auszuservieren, vergibt diese unter anderem mit einem durchaus machbaren Smash, den er ins Aus setzt.

Aber: Für einen Moment scheint Fognini seine Bestimmung zu vergessen, holt sich den zweiten Satz im Tiebreak, obwohl er auch da eine Führung verspielt hatte. Dass Lopez den dritten Durchgang mit einem Break beginnt, bei der nächsten Regenunterbrechung mit 4:2 führt, könnte der nächste Knackpunkt im Match sein. Im Moment verhindert das Wetter die Beantwortung auf diese Frage.

Hier die Herren-Ergebnisse aus Wimbledon:Einzel,Doppel,Einzel-Qualifikation,Doppel-Qualifikation.

Hier der Spielplan.

von tennisnet.com

Freitag
01.07.2016, 09:09 Uhr