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Tomas Berdych fordert mehr Mitspracherecht bei Schiri-Entscheidungen

Der Tscheche fand es unzumutbar, den vierten Satz seines Achtelfinals gegen Jiri Vesely bei schlechten Lichtverhältnissen zu Ende zu spielen.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 06.07.2016, 11:15 Uhr

LONDON, ENGLAND - JULY 03: Tomas Berdych of The Czech republic reacts during the Men's Singles third round match against Alexander Zverev of Germany on Middle Sunday of the Wimbledon Lawn Tennis Championships at the All England Lawn Tennis and Croq...

Ende gut, alles gut: Unter dem Motto könnteTomas Berdycheigentlich seinen Wimbledon-Achtelfinal-Sieg gegen Landsmann Jiri Vesely zu den Akten legen. Doch der Weltranglisten-Neunte aus Mähren,der das über zwei Tage andauernde Match erst am Dienstag beenden konnte, ist immer noch verstimmt. Sein Zorn richtet sich gegen die Schiedsrichterzunft, im speziellen Fall gegen Mohamed Lahyani. Der allseits anerkannte Schwede leitete das Fünfsatz-Duell und saß auch am Montagabend auf dem Schiedsrichterstuhl, als sich unglaubliche Szenen auf Court 3 abspielten. Berdych servierte bei 5:4 im vierten Satz bereits zum Matchgewinn, verlor den Durchgang allerdings noch in einemvöllig verrückten Tiebreakund musste nachsitzen.

Der Wimbledon-Finalist von 2010 beschwerte sich während der Kurzentscheidung mehrfach über die schlechten Lichtverhältnisse und ließ Dampf bei den Offiziellen ab. Nachdem Lahyani gegen 21:15 Uhr Ortszeit das Match unterbrach, suchte Berdych den Dialog mit Oberschiedsrichter Lars Graff. Dabei ging es unter anderem darum, dass der 30-Jährige die Begegnung am liebsten direkt unter Flutlicht auf dem Centre Court fortgesetzt hätte – ohne Erfolg. In Berdych brodelte es auch einen Tag später noch, wie er nach der für ihn erfolgreichen Fortsetzung unterstrich: „Ich denke, wir sollten definitiv ein Mitspracherecht bei derartigen Entscheidungen haben, da wir diejenigen sind, die auf dem Platz stehen. Es ist schon etwas unfair, dass Leute, die auf einem Stuhl sitzen, darüber entscheiden.“

Berdych steht mit Schiri-Schelte nicht alleine da

Da es sogar für das Hawk-Eye zu dunkel war, verstand Berdych nicht, warum weitergespielt werden musste: „Ich glaube nicht, dass das menschliche Auge besser sehen kann als eine so hochwertige Maschine.“ Demnach sei es sinnlos, sich über den Schiedsrichter aufzuregen, da sich an der Konsequenz sowieso nichts ändere, bemerkte die Nummer eins Tschechiens. Berdych ist nicht alleine mit seiner Frustration. Der FranzoseGilles Simonmusste bei seiner Zweitrunden-Niederlage gegenGrigor Dimitrovauf rutschigem Geläuf antreten und verlor. Ähnlich wieSerena Williams, die während ihres Achtelfinal-Erfolgs gegenSvetlana Kuznetsovaausrutschte, drohte der Weltranglisten-20. mit einer Klage gegen den Schiedsrichter, sollte er sich verletzen. Die US-Amerikanerin revidierte ihre Drohung, rechtliche Schritte gegen den All England Lawn Tennis and Croquet Club einzuleiten, allerdings später wieder. Auch der„Pinkel-Eklat“umPablo Cuevasging einher mit harscher Kritik an der französischen Stuhlschiedsrichterin Aurélie Tourte, die dem Uruguayer die gewünschte Toilettenpause verwehrte.

von tennisnet.com

Mittwoch
06.07.2016, 11:15 Uhr