Elina Svitolina – „Ich wurde bedroht, wegen der Politik“

Die Ukrainerin bekam es in Moskau mit der Angst zu tun und will zukünftig nicht mehr beim Kremlin Cup aufschlagen.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 25.10.2016, 11:10 Uhr

RIO DE JANEIRO, BRAZIL - AUGUST 09: Elina Svitolina of Ukraine reacts after defeating Serena Williams of the United States in a Women's Singles Third Round match on Day 4 of the Rio 2016 Olympic Games at the Olympic Tennis Centre on August 9, 2016 i...

Dass Politik und Sport oftmals hässlich miteinander vermischt werden, mussteElina Svitolinain der vergangenen Woche in Moskau erleiden. Die 22-jährige Ukrainerin wurde während des WTA-Premier-Turniers in der russischen Hauptstadt permanent bedroht. „Ich bekam so viele schreckliche Nachrichten, derartigen Druck habe ich noch nie verspürt. Es hatte offenbar etwas mit der Politik zu tun“, sagte die Weltranglisten-14. auf der Pressekonferenz nach ihrer Halbfinal-Niederlage gegen diespätere Titelträgerin Svetlana Kuznetsova. Mittlerweile ließ Svitolina eine Vielzahl der Drohungen löschen, die sie via Social Media erhalten hatte. Hintergrund der Hassnachrichten ist der Krieg in der Ukraine, der seit 2014 zwischen russischen und ukrainischen Truppen militärisch ausgetragen wird.

Psychologisch sei es für sie sehr schwer gewesen beim Kremlin Cup erfolgreich Tennis zu spielen, da ihr bereits vor dem ersten Match gedroht worden sei, erklärte die vierfache WTA-Titelträgerin: „Nach den Partien bekommen alle Spielerinnen Drohungen, damit kann ich umgehen. Wenn sie aber schreiben, dass sie wissen, in welchem Hotel ich wohne, ist das schlimm.“ Svitolina bekräftigte, dass sie mit dem politischen Konflikt nichts zu tun habe und lediglich eine Tennisspielerin sei, die versucht, Matches zu gewinnen. Eine baldige Rückkehr nach Moskau kann sie sich nicht vorstellen: „Das Turnier ist zwar sehr gut organisiert, aber ich möchte nächstes Jahr trotzdem nicht wiederkommen – so deprimiert habe ich mich nie zuvor gefühlt.“ Der Fall wurde an die WTA weitergeleitet, Konsequenzen sind daher nicht auszuschließen.

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