Stuttgarter Sand fürs Wohnzimmer

Der Sandbelag beim Porsche Tennis Grand Prix hat sich bewährt. Und ist eine Chance für alle Clubspieler.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 21.04.2016, 13:21 Uhr

STUTTGART, GERMANY - APRIL 19: Petra Kvitova of Czech Republic serves in her match against Louisa Chirico of the United States during Day 2 of the Porsche Tennis Grand Prix at Porsche-Arena on April 19, 2016 in Stuttgart, Germany. (Photo by Dennis ...

Von Florian Goosmann aus Stuttgart

Es ist ein altbekanntes Problem, das jeder Vereinsspieler kennt. Man quält sich den ganzen Winter über auf schnellen Teppichen oder Hartplätzen herum, bis die heimische Clubanlage endlich wieder auf Vordermann gebracht werden kann. Und das erste Medenspiel? Kommt natürlich viel zu früh. Aber was tun? Man kann sich ja nicht einfach einen Sandbelag ins Wohnzimmer verlegen. Oder doch?

Wie funktioniert ein Sandplatz in der Halle?

Wir haben bei Patrick Riede und Gerd Schätzle von der Firma Kutter nachgefragt. Die beiden sind beim Porsche Tennis Grand Prix vor Ort, um den Belag der Firma Conica vorzustellen, den man hier verbaut. Denn Stuttgart stand 2009 vor einem ähnlichen Problem wie der gemeine Clubspieler.

2009 nämlich wanderte der Porsche Tennis Grand Prix vom Herbst ins Frühjahr. Und, um wettbewerbsfähig zu bleiben zu Beginn der Sandplatzsaison, von Hartplatz auf Sand. Das Hauptproblem von Turnierdirektor Markus Günthardt damals: „Kriegen wir die Bedingungen optimal hin?“ Anders gesagt: Würde es klappen, einen Sandplatz zu bauen, der auf die technischen und klimatischen Bedingungen in einer Veranstaltungshalle abgestimmt ist?

Sieben Jahre später weiß man mehr als sicher: Ja, es klappt. „Die Spieleigenschaften des Platzes sind denjenigen von Roland Garros ebenbürtig“, so Günthardt. Der Zauberbelag selbst besteht aus einer Basisschicht aus Ziegelsplit, der mit einem Bindemittel vermischt wird. Hierauf kommt Ziegelmehl – fertig. Das Ergebnis: eine ebene Oberfläche mit idealen Gleiteigenschaften. „Die Basisschicht ist sehr rauh, dadurch wird das nicht zu rutschig. Man muss gleiten können, aber Halt haben“, erklärt Bauleiter Gerd Schätzle das Geheimnis.

„Da staubt nichts“

Die speziell auf den Belag aufgebrachte Substanz zieht zudem Feuchtigkeit aus der Luft. „Der Platz hat so ein konstantes Feuchtigkeitsniveau“, sagt Riede. Und wird mittlerweile auch auf Außenanlagen vebaut. „Da muss er zwar bewässert werden, aber nur minimal im Vergleich zu normalen Sandplätzen. Nur die Oberfläche, damit es nicht staubt.“

Und wäre der Belag nun auch im heimischen Wohnzimmer verlegbar, um die Frühform auf Sand zu testen? „Das wäre problemlos möglich“, antwortet Fachmann Riede. Und wer Angst um die Tapeten und entsprechenden Ärger mit der Gattin hat, für den hat Schätzle die gute Nachricht: „Da staubt nichts“, sagt er trocken.

von tennisnet.com

Donnerstag
21.04.2016, 13:21 Uhr