Barbara Rittner über Angelique Kerber – „Schwer, gegen sie zu gewinnen“

Die deutsche Bundestrainerin schließt aus, dass die neue Nummer eins der Welt wie nach den Australian Open in ein Leistungsloch fällt.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 12.09.2016, 11:47 Uhr

Momentan ist es für jede Tennisspielerin schwer, gegen die Weltranglisten-ErsteAngelique Kerberzu gewinnen – davon ist jedenfalls BundestrainerinBarbara Rittnerüberzeugt. „Sie ist auf einer Reise, und sie genießt das“, sagte Rittner im Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. „Man spürt, dass sie das nicht nur sagt. Sie kann auch in Singapur gewinnen.“ Dort findet in der letzten Oktober-Woche das Saisonfinale der acht weltbesten Spielerinnen statt.

„Jetzt schwebt sie auf einer Wolke“

Regelrecht ins Schwärmen gerät Rittner, wenn sie über die neuen Stärken derzweiten deutschen US-Open-SiegerinnachSteffi Grafspricht. „Es ist unglaublich, wie sie sich mental und als Person entwickelt hat“, sagte die 43-Jährige. Kerber habe „eine Art gefunden, die mich an Steffi Graf erinnert“, sie sei „im Turnier komplett auf sich selbst konzentriert. Sie hat gelernt, nur auf sich zu schauen.“ Bei den US Open, so Rittner, „habe ich jetzt eine ‚Angie’ Kerber beobachtet, die von Anfang an ihre Überzeugung und Selbstverständlichkeit transportiert hat.“

Rittner hält es deshalb auch für ausgeschlossen, dass Kerber in ein ähnliches Leistungsloch fallen könnte wie nach ihremTurniersieg bei den Australian Open im Januar. Die Kielerin sei mittlerweile „matchfitter, spielt fast immer den richtigen Ball, bewegt sich genau in den richtigen Momenten, nicht zu viel und nicht zu wenig. Jetzt schwebt sie auf einer Wolke.“

Rittner erwartet keinen Tennisboom

Den von Verbandspräsident Ulrich Klaus erhofften Tennisboom in Deutschland erwartet Rittner allerdings trotz der Erfolge von Angelique Kerber nicht. „Da gibt es für den Nachwuchs zu viele In-Sportarten, und Tennis ist nun mal wahnsinnig zeitaufwendig und mit unserem heutigen Schulsystem auch kaum vereinbar“, sagte sie der „FAZ“. Deshalb müsse der Deutsche Tennis Bund „ein Modell finden mit Fernschule oder Internatsanbindung“.

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Montag
12.09.2016, 11:47 Uhr