Maria Sharapova – „Die ITF wollte ein Exempel an mir statuieren“

Die Russin spricht in ihrem ersten TV-Interview nach dem CAS-Urteil über die fehlende Neutralität des Tennis-Weltverbandes und ihre sportliche Zukunft.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 05.10.2016, 11:28 Uhr

Maria Sharapova

Es ist "einer meiner glücklichsten Tage", sagte Maria Sharapova über den Tag an dem der Internationale Sportgerichtshof CAS ihre zweijährige Sperre wegen Meldonium-Missbrauchs auf 15 Monate reduziert hatte. Die oberste Sportsgerichtsbarkeit ließ am Dienstag in Lausanne verlautbaren, dass die frühere Weltranglisten-Erste bereits am 26. April 2017 wieder spielberechtigt ist . Ursprünglich wäre ihre Sperre erst im Januar 2018 abgegolten. Wenige Stunden nach der Urteilsverkündung äußerte sich Sharapova im US-Fernsehen erstmals zu ihrem erfolgreichen Einspruch. Im Interview mit "PBS"-Talkmaster Charlie Rose sprach die fünffache Grand-Slam-Siegerin über ihre Einstellung zum Herz-Kreislauf-Mittel Meldonium, die angedachte vierjährige Sperre des Tennis-Weltverbandes ITF sowie über ihre körperliche Verfassung hinsichtlich des Comebacks im kommenden Frühjahr.

Hier lest und seht ihr Auszüge aus dem Gespräch

Maria Sharapova über ...

... die "selbstverständliche Einnahme" von Meldonium und die Rolle des Tennis-Weltverbandes.

Sharapova freue sich zwar darüber, wieder Tennis spielen zu können, dennoch habe die ITF ihrem Ansehen geschadet. "Als ich im Januar positiv gestestet wurde, war das ein Schock. Es war völlig normal für mich, Meldonium einzunehmen, da es sonst immer legal war. Für mich ist es auch kein Dopingmittel. In Russland wird es wie eine Aspirin-Tablette genutzt, ich habe das Mittel über zehn Jahre bedenkenlos genommen."

... die vermeintliche Parteilichkeit der ITF.

"Die ITF wollte mich nicht nur 24 Monate sperren, sondern für vier Jahre. Bei der Anhörung in London saß ich den Leuten gegenüber, mit denen ich im Streit lag. Sie nannten das neutral, aber das war es nicht. Der CAS ist unabhängig, nicht die ITF." Auf die Frage, ob die ITF ein Exempel an ihr statuieren wollte, antwortete Sharapova: "Ich wollte das nie wahrhaben, denke aber mittlerweile, dass es so ist."

... den veränderten Lebensrhythmus während der Sperre und ihren Kampfgeist.

"Über den Zustand meines Spiels kann ich derzeit nicht viel sagen. In den letzten Monaten hat sich mein Leben stark verändert. Plötzlich hatte ich echte Samstage und Sonntage. Vorher arbeitete ich immer auf das Wochenende hin, wo die Grand-Slam-Finals stattfinden. Auch die Perspektive im Training hat sich komplett gedreht. Zuvor lag der Fokus immer auf dem nächsten Turnier, jetzt trainiere ich einfach für mich selbst - es fühlt sich super an." Dass sie eine harte Zeit durchmachen muss, gab die 29-Jährige zu. Dennoch wolle sie nicht klagen und machte eine Kampfansage: "Ich wurde geboren, um eine Kriegerin zu sein."

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Mittwoch
05.10.2016, 11:28 Uhr