Martina Hingis – „Ich mache das nicht zum Plausch“

Die 36-jährige Schweizerin spricht über ihre ereignisreiche Saison.

von Christian Albrecht Barschel
zuletzt bearbeitet: 27.11.2016, 00:00 Uhr

RIO DE JANEIRO, BRAZIL - AUGUST 14: Silver medalists Timea Bacsinszky and Martina Hingis of Switzerland pose on the podium during the ceremony for the women's doubles on Day 9 of the Rio 2016 Olympic Games at the Olympic Tennis Centre on August 14, ...

Für Martina Hingis begann das Jahr 2016 auf einer Welle der Euphorie. Mit Sania Mirza gewann sie vier Turniere in Folge (Brisbane, Sydney, Australian Open, St. Petersburg). Im Sommer gab es schließlich die überraschende Trennung, nachdem beide mit den Ergebnissen nicht mehr zufrieden waren. Es gab Gerüchte, dass es im "Team Santina" menschlich nicht mehr passte. Im Interview mit der Schweizer Tageszeitung "Blick" widerspricht Hingis dem. "Es waren sportliche Gründe, die dazu geführt haben. Wir ver­stehen uns weiterhin gut und bleiben gute Freunde. Es ist verständlich, wenn nach den Gründen gefragt wird, und ich gebe dann eine Antwort. Für mich ist das gar kein Problem."

"Ich habe keine Zeit zu verschwenden"

Die 36-Jährige tat sich dann mit der US-Amerikanerin Coco Vandeweghezusammen. Ob die Zusammenarbeit bis weit ins nächste Jahr gehen wird, hängt von den Ergebnissen ab. "In Sydney und Melbourne spiele ich mit Coco Vandeweghe. Viel weiter kann und will ich nicht planen. Man muss realistisch sein: Wenn es läuft, ist es gut, wenn nicht, muss man die Konsequenzen ziehen. Das war bei Sania der Fall." Das Doppelbusiness mit den vielen Partnerwechseln ist knallhart. Im Vordergrund steht bei Hingis immer der Erfolg. "Ich mache das nicht zum Plausch. Ich habe keine Zeit zu verschwenden und Coco auch nicht. Dazu bin ich auch zu sehr vom Erfolg verwöhnt und zu realistisch. Wenn es nicht mehr stimmt, muss man Konsequenzen ziehen."

Für die "Swiss Miss" hat aber vor allem die Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro an der Seite von Timea Bacsinszky eine besondere Bedeutung, vor allem weil sie so überraschend kam. "Wir haben uns mehr und mehr gefunden und gesteigert. Von dem her war es ein super Erlebnis. Eines, das uns für immer verbinden wird. Durch den Fed Cup und Rio ist die Beziehung noch intensiver und enger geworden", erklärte Hingis, die die Silbermedaille an einem besonderen Platz aufbewahrt.

von Christian Albrecht Barschel

Sonntag
27.11.2016, 00:00 Uhr