Venus Williams reagiert auf Vorwürfe der Hackergruppe „Fancy Bear“

Die Hackergruppe hat Zugang zu den WADA-Akten der früheren Weltranglisten-Ersten bekommen und weitere US-Sportler ins Zwielicht gerückt.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 14.09.2016, 10:31 Uhr

MONTREAL, ON - JULY 26: Venus Williams of the United States speaks with the media during day two of the Rogers Cup at Uniprix Stadium on July 26, 2016 in Montreal, Quebec, Canada. (Photo by Minas Panagiotakis/Getty Images)

Venus Williamsund weitere US-Sportler, darunter auch SchwesterSerena, wurden voneiner Hackergruppe namens „Fancy Bear“ mit brisanten Vorwürfen konfrontiert. Die siebenfache Grand-Slam-Siegerin aus den USA soll demnach von der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA eine Ausnahmeregelung für verbotene Präparate bekommen haben. Die entsprechenden medizinischen Akten veröffentlichten die Hacker auf ihrer Webseite. Bei der älteren der beiden Williams-Schwestern wird neben dem entzündungshemmenden Cortison-Präparat Prednisolon auch das synthetische Glucocorticoid Triamcinolon aufgelistet, welches eine vergleichbare Wirkung hat.

„Ich habe eine Ausnahmeregelung erhalten und die Regeln strikt befolgt“

In einemStatement auf der WTA-Webseiteäußerte sich Venus Williams nun zu den Vorgängen: „Ich war enttäuscht, als ich erfahren habe, dass meine medizinischen Daten von Hackern ohne meine Erlaubnis veröffentlicht wurden. Ich habe die Regeln des Tennis-Anti-Doping-Programms befolgt, welche mir eine Ausnahmebewilligung zu therapeutischen Zwecken(TUEs)gestattet haben.“ Die 36-Jährige erklärte zudem, dass die aufgeführten Behandlungsmethoden von einer anonymen, unabhängigen Gruppe von Ärzten aus medizinischen Gründen erlaubt und bestätigt wurden. „Ich bin eine der stärksten Befürworterinnen für den Erhalt von maximaler Integrität im Wettkampfsport“, bekräftigte die Weltranglisten-Siebte und fügte an, dass sie den Vorgaben der WADA, USADA, ITF und des Tennis-Anti-Doping-Programms mit größter Sorgfalt nachgekommen sei. Im Sommer 2011 wurde bei der fünffachen Wimbledon-Siegerin das Sjögren-Syndrom diagnostiziert, welches Müdigkeit, Schwäche und mangelnde Energie zur Folge hat. Ob die medizinischen Ausnahmegenehmigungen mit der Krankheit in irgendeiner Form korrespondieren, klärte die US-Amerikanerin nicht auf.

Unterstützung erhielt Williams unter anderem von Travis T. Tygart. Der Chef der US-Anti-Doping-Agentur USADA bezeichnete die Cyber-Attacke, die ihren Ursprung in Russland haben soll, als „feige und jämmerlich.“ Demnach sei den Sportlern nichts vorzuwerfen: „In der Tat haben die Athleten in jeder Situation alles richtig gemacht bei der Einhaltung der globalen Regeln und der Erlangung einer Erlaubnis für ein benötigtes Medikament. Die zuständige ITF hat in einem korrekten Prozess die Erlaubnis erteilt, und es wurde anerkannt vom IOC und der USADA.“

von tennisnet.com

Mittwoch
14.09.2016, 10:31 Uhr