Alexander Zverev vor Comeback: "Ich kann damit leben"

Alexander Zverev wird in wenigen Wochen in Saudi-Arabien nach mehrmonatiger Verletzungspause sein Comeback auf die große Bühne des Tennissports feiern. Dem Exhibition-Event fiebert der gebürtige Hamburger aus vielerlei Hinsicht entgegen.

von Michael Rothschädl
zuletzt bearbeitet: 28.11.2022, 21:11 Uhr

Alexander Zverev feiert demnächst sein Comeback

"Ich freue mich einfach, zurück am Court zu sein." Das kann man Alexander Zverev jedenfalls glauben. Denn der Deutsche strahlt dieses Gefühl mit jeder Pore seines Körpers aus – auch und insbesondere im Gespräch mit den Veranstaltern des Diriyah Tennis Cups, wo Zverev in wenigen Wochen sein Comeback auf Turnierbühne feiern wird. Dass es sich beim Event in Saudi-Arabien nur um ein Exhibition-Event handelt, tut dieser Freude keinen Abbruch.

"Es wird ein hochklassiges Turnier werden", betont Zverev aber. Schließlich seien die besten Spieler der Welt zugegen. Und: „Ich habe das Gefühl, dass jeder in guter Form sein wird, weil sie entweder von den Davis Cup Finals oder den Nitto-ATP-Finals kommen.“ Und diese beiden Großereignisse seien nun einfach noch nicht allzu lange her. "Jeder wird noch immer großartiges Tennis spielen, ich hoffe, ich kann mit ihnen mithalten."

Zverev freut sich auf Wiedersehen

Aber nicht nur auf das sportliche Kräftemessen freut sich der gebürtige Hamburger, er habe seine langjährigen Wettstreiter auch menschlich vermisst. "Obwohl wir Konkurrenten waren, habe ich dort auch große Freunde. Und ich habe es vermisst, die Typen auf der Tour zu sehen." Konkret etwa Dominic Thiem, den Zverev nun knapp zwei Jahre nicht wirklich gesehen habe. "Er war 2021 verletzt, ich 2022 – also haben wir uns gewissermaßen verpasst", so Zverev.

Vorrangig sei das Turnier in Saudi-Arabien aber für die Matchpraxis wichtig, wie Zverev unterstreicht: "Man möchte nicht, dass das erste Turnier (Anm. nach der Verletzung) wieder in Australien stattfindet, weil man dann das Gefühl hat, okay, man ist vielleicht körperlich fit, man ist vielleicht in der besten Form seines Lebens, aber wenn man sieben Monate lang keine Matches bestritten hat, ist es trotzdem etwas anderes“, so der Deutsche. "Das ist der Grund, wieso ich denke, dass Saudi-Arabien perfekt reinpasst."

Zverev mit Verletzung im Reinen

Mit seiner Verletzung habe der Deutsche indes abgeschlossen - auch, wenn es ein Prozess mit vielen Rückschlägen gewesen sei, die nach der initialen Verletzung auf dem Weg zurück dazugekommen seien. "Man muss diese Rückschläge akzeptieren, das war ein wenig unglücklich, aber es ist nichts passiert", so Zverev, der eigentlich bereits beim Davis Cup in Hamburg im September sein Comeback habe feiern wollen.

Dennoch hat der Deutsche mit der abgelaufenen Leidenszeit seinen Frieden geschlossen: "Ich kann damit (Anm. mit der Verletzung) leben – nämlich deshalb, weil es während dem Halbfinale der French Open passiert ist, als ich versucht habe, ein Lebensziel von mir zu erreichen", erklärte Zverev. "Es ist nicht beim Snowboarden oder Skifahren passiert – es war kein dummer Unfall." Und: "Am Ende des Tages habe ich auch erkannt, wie das Leben ohne Tennis ist." Das habe auch dazu geführt, dass er dieses Leben jetzt viel mehr zu schätzen wisse.

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