Jannik Sinner – der absolute Außenseiter-Schreck!

Mit einem glatten Zweisatz-Erfolg gegen den Dänen Elmer Møller feierte Jannik Sinner beim ATP-Masters-Turnier in Madrid seinen 24. Erfolg in Serie bei einem 1000er-Event und strebt den alleinigen Rekord mit fünf hintereinander gewonnenen Turnieren auf dieser Ebene an. Dabei sind es oft die sogenannten „Hausaufgaben“, welche die Konstanz des Südtirolers unterstreichen.

von Dietmar Kaspar
zuletzt bearbeitet: 27.04.2026, 18:18 Uhr

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Seit mehr als zweieinhalb Jahren hat sich Jannik Sinner keinen Ausrutscher gegen einen Spieler außerhalb der Top 50 geleistet.

Gerade die großen Matches, wie das kürzliche Endspiel beim ATP-Masters-Turnier in Monte-Carlo zwischen Jannik Sinner und Carlos Alcaraz sind es, welche die Tennis-Massen fasziniert in den Bann ziehen. Mit einer famosen Leistung konnte sich der Südtiroler in zwei Sätzen behaupten und sich seine erste 1000er-Krone auf Sand aufsetzen.

Fast schon etwas in den Hintergrund rückt dabei, mit welcher Zuverlässigkeit der 24-jährige Sinner seine sogenannten Pflichtaufgaben erledigt, um sich die Chancen auf die ganz großen Titel zu erspielen. Mit seinem souveränen Zweisatz-Sieg gegen den Dänen Elmer Møller, der aktuell an Position 169 im ATP-Ranking geführt wird, baute der Weltranglistenerste seine Serie auf 54 Siege in Folge gegen Spieler außerhalb der Top 50 aus.

Der letzte Spieler außerhalb dieses erlesenen Kreises, der Sinner in die Knie zwingen konnte, war der Serbe Dusan Lajovic, der 2023 beim Masters-Event in Cincinnati als damalige Nr. 66 der Weltrangliste in der Runde der letzten 32 in zwei Sätzen triumphieren konnte. Damals war Sinner jedoch auch „erst“ die Nr. 6 der Welt und zu dem Zeitpunkt auch noch ohne Major-Titel, der wenige Monate später bei den Australian Open folgen sollte.

Deutlich mehr „menschelt“ es da diesbezüglich bei der direkten Konkurrenz. So musste sich der an Weltranglisten-Position 2 gelistete Alcaraz seit dem Cincinnati-Turnier 2023 insgesamt dreimal Spielern außerhalb der Top 50 beugen. Während seine Auftakt-Niederlage beim Golden-Swing 2024 in Rio gegen den an Nr. 117 geführten Thiago Monteiro noch einer verletzungsbedingten Aufgabe geschuldet war, kamen die Zweitrunden-Niederlagen gegen den Niederländer Botic van de Zandschulp (ATP-Nr. 74) bei den US Open im gleichen Jahr und gegen den Belgier David Goffin (ATP-Nr. 55) beim letztjährigen Miami-Turnier doch eher überraschend daher.

Insgesamt zehn Mal musste mit dem Hamburger Alexander Zverev die aktuelle Nr. 3 der Welt in diesem Zeitraum einem Gegner außerhalb der Top 50 zum Sieg gratulieren. Besonders bitter dabei die Auftakt-Niederlage 2025 in Wimbledon gegen den Franzosen Arthur Rinderknech, der damals auf Position 72 klassiert war. Besonders auffällig wurde die fehlende Konstanz diesbezüglich beim ATP-Turnier in Acapulco. Nachdem der 29-Jährige dort 2021 den Titel einfahren konnte, musste er sich 2024 seinem deutschen Davis-Cup-Kollegen Daniel Altmaier (ATP-Nr. 57), 2025 dem US-Amerikaner Learner Tien (ATP-Nr. 83) und in dieser Spielzeit dem Serben Miomir Kecmanovic (ATP-Nr. 84) geschlagen geben.

Der Rekord-Grand-Slam-Champion Novak Djokovic kommt seit einiger Zeit mit einem deutlich reduzierten Turnier-Kalender daher, leistete sich seit dem 2023er-Turnier in Cincinnati jedoch auch fünf Niederlagen gegen Spieler außerhalb der Top 50. So musste sich der Serbe 2024 in Indian Wells mit dem Italiener Luca Nardi (ATP-Nr. 123) sogar einem Spieler geschlagen geben, der damals nicht zu den 100 besten Spielern der Welt gehörte. Schon eher erklärbar waren die Niederlagen gegen den ehemaligen Weltranglisten-17. Reilly Opelka (ATP-Nr. 293) aus den USA in Brisbane 2024 und in Indian Wells 2025 gegen „Favoritenschreck“ van de Zandschulp (ATP-Nr. 85). Ihr wahres Potenzial zeigten im vergangenen Jahr in Miami der Tscheche Jakub Mensik (ATP-Nr. 54) und in Shanghai der Monegasse Valentin Vacherot (ATP-Nr. 204), die den Erfolg gegen die aktuelle Nr. 4 im Ranking mit ihrem jeweils ersten Masters-Triumph veredelten.

Für Sinner geht es in der spanischen Hauptstadt im Achtelfinale gegen den Briten Cameron Norrie. Gegen die aktuelle Nr. 23 der Welt sind für die Nr. 1 des Turniers jedoch erst einmal wieder die Qualitäten gegen die absoluten Top-Spieler gefragt.

Hier das Einzel-Tableau aus Madrid

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Montag
27.04.2026, 20:18 Uhr
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