Fares nach Gala erster französischer HTT Masters 1000 Champion
Mit einer bislang selten gesehenen Macht-Demonstration in Sachen “Defensiv-Tennis”, hat ...
von Claus Lippert
zuletzt bearbeitet:
07.10.2026, 16:18 Uhr
Mit einer bislang selten gesehenen Macht-Demonstration in Sachen “Defensiv-Tennis”, hat Nicolas Fares am Dienstag Abend als erster Franzose der HTT Geschichte ein HTT 1000er-Turnier gewonnen. Der HTT French Open Sieger triumphierte im Endspiel des 17. September Masters Series Turniers nach einer 54minütigen Gala-Vorstellung über den 2fachen HTT US Open Champion Rene Gräflinger, und machte mit einem überlegen erspielten 6:1, 6:1 den zweiten HTT Titel seiner Karriere klar. Und während der siegreiche HTT-Superstar aus Frankreich weiter unaufhaltsam das Ranking nach Oben klettert, und womöglich auch die Nr. 1 Damian Roman in Bälde sportlich attackieren wird, leckt Kärntens bester HTT-Spieler Rene Gräflinger nach der vierten September–Masters 1000-Finalniederlage und einer horriblen Eigenfehler-Orgie seine Wunden. Ein Bericht von C.L
Nicolas Fares mit Lehrstunde in Sachen Defensiv-Tennis
Man musste schon live dabei und vor Ort im UTC La Ville gewesen sein, um auch nur annähernd zu verstehen, was sich da am Abend des gestrigen 6. Oktober 2026 im Endspiel des 17. September Masters Series 1000 Turniers zugetragen hat. Shooting-Star Nicolas Fares, amtierender HTT French Open Champion und HTT US Open Finalist, demontierte einen – zugegeben völlig indisponierten – Rene Gräflinger, und damit einen der Topstars der HTT-Szene in weniger als einer Stunde. Es war für alle Freunde des defensiven Tennissports ein Lehrbeispiel, wie man mit gedrosseltem Tempo und einer unfassbaren Beinarbeit, einen wild angreifenden Gegner systematisch auseinander nehmen kann. Auf der anderen Seite war es für alle Gräflinger-Fans & Sympathisanten schmerzhaft und zutiefst bitter, einen der erfolgreichsten HTT-Stars der letzen Jahre so derart chancenlos über den Centercourt laufen, zu sehen. Das 1:6, 1:6 Debakel war mit Sicherheit die schwerste und deutlichste Abfuhr, die der 41jährige Kärntner in seinen zehn Jahren HTT Zugehörigkeit erlitten hat.
Gräflinger läuft nach offenem Beginn in bitteres Debakel
Dabei war Gräflinger in seinem vierten September Masters Series 1000 Finale nach 2019, 2023 und 2025 die ersten 10 Minuten lang ein mehr als ebenbürtiger Gegner für Fares. Die Zuschauer schienen sich auf ein tolles Tennis-Match freuen zu dürfen, zumal sich beide Akteure mit Hochgeschwindigkeits-Rallyes die Bälle um die Ohren klopften. Gräflinger hatte bei 1:1 sogar ein 0:30 als Rückschläger vor der Brust, und auch im folgenden Aufschlagspiel alle Möglichkeiten, die Partie offfen zu gestalten. Nur 8 Minuten später war die offene Anfangsphase aber dahin, das Spiel mit dem ersten Break von Fares auf den Kopf gestellt, und die Weichen ohne Abbiege-Mögllichkeit auf Kurs Richtung französischem Masters Series 1000 Titel gestellt. Spätestens mit dem ersten Doppelfehler und einem zu Null kassierten zweiten Break war die Sache aus Sicht Gräflingers durch, die Messe wie man so schön sagt, gelesen. Bei 1:5 kam der ehemalige Ranglisten-Erste aus Ferlach zwar noch zu seinem ersten Breakball, doch diesen mit einem Vorhand-Fehler ausgelassen, sah sich die Nummer 2 des Turniers kurz darauf mit dem ersten Satzball seines Gegners konfrontiert. Mit unforced error Nummer 17 und nach nur 25 Minuten Spielzeit war das Horror-Szenario “Satz 1” dann aus Gräflingers Sicht zu Ende.
Fares entschärft Gräflinger eineinhalb Meter hinter der Grundlinie spielend
Es wurde aber auch in der Folge aus rot-weiß-roter Sicht nicht besser. Fares hatte eineinhalb Meter hinter der Grundlinie Stellung bezogen, und seine optimale Position für das Entschärfen der unkoordinierten Gräflinger-Wucht gefunden. Frankreichs neuer HTT Superstar “chippte” die Bälle mit viel Slice und (oder) gesunder Flugbahn über das Netz, und nahm dem Spiel seines Gegners so jegliche Effektivität. So verrrante sich Gräflinger in einer unschön anzusehenden Fehlerorgie, die im zweiten Satz mit neuerlich exakt 17 unforced errors in der Match-Statistik zu Buche stand. Das Ehrengame in Durchgang Nr. 2 gelang dem 13fachen Turniersieger zum 1:2, ansonsten blieb der Kärntner ohne Zugriff auf sein insgesamt 28. HTT Karriere-Finale. Fares hingegen war bei eigenem Aufschlag unantastbar und makellos geblieben, und nach verwandeltem Matchball auch sichtlich froh über den Titel. “Ich freue mich sehr, dass ich mehrere Spiele in Folge an diesem Wochenende gewonnen habe. Und auch darüber, dass ich gut gespielt habe. Vorallem das Viertelfinale gegen Bigic war hart, aber ein wirklich tolles Match. Im Finale habe ich eine solide Leistung gezeigt. Ich habe rasch gemerkt, was gegen Gräflinger zu tun ist, und habe komplett das Tempo aus der Partie genommen. Ich bin also sehr zufrieden, und der Bodenbelag spielt sich auch sehr angenehm”, urteilte Fares, der sichtlich auch ein bißchen Genugtuung für die HTT US Open Final-Niederlage am grünen Tisch verspürte. “Es ist natürlich viel befriedigender, ein Turnier ordentlich zu Ende zu bringen, besonders im Vergleich zu den HTT US Open gegen Theo Strobl. Der heutige Sieg mildert schon meine Enttäuschung über das verlorene Finale von vor einem Monat”, so der Franzose, der sich mit dem Titelgewinn im Race to La Ville auf Platz 2 vorschob, und sich damit als erster Damian Roman-Verfolger etablierte. “Ob Sieg oder Niederlage: Wichtiger ist es, gute umkämpfte Matches zu spielen”, verabschiedete sich Frankreichs neuer HTT Shooting-Star.
