Team Austria verteidigt HTT Laver Cup-Titel mit Erfolg
Mit einer mittelgroßen Überraschung ist am Sonntag Abend die 7. Auflage des HTT Laver Cups im Union ...
von Claus Lippert
zuletzt bearbeitet:
22.09.2026, 20:18 Uhr
Mit einer mittelgroßen Überraschung ist am Sonntag Abend die 7. Auflage des HTT Laver Cups im Union Tenniscenter La Ville zu Ende gegangen. Das als krasser Außenseiter in diesen Teambewerb gestartete Team Austria, ließ der hoch favorisierten Auswahl an interrnationalen HTT Spielern im Team World mit einem fulminanten Schlusstag keine Chance, und verteidigte den im Vorjahr errungenen Titel mit Erfolg. Für die von Capitän Florian Strutzenberger angeführte rot-weiß-rote Equipe war es nach 2019 und 2025 der insgesamt bereits dritte HTT Laver Cup Titel. Die Väter des jüngsten Erfolges heißen Marcus Schischlik, der am Finaltag gleich zwei Siege beisteuerte, und Julian Erhardt, der bei seinem HTT Laver Cup Debüt wie schon am Samstag nach seinem Sensationssieg gegen Teo Katic lieferte, und auch am letzten Spieltag gegen Rumen Lazov in zwei Sätzen erfolgreich blieb. Ein Bericht von C.L
Julian Erhardt darf den Pokal entgegen nehmen, und Marcus Schischlik trägt die Verantwortung für die Schaumwein-Dusche
Julian Erhardt und Marcus Schischlik, die Erfolgsgaranten für Team Austria am abschließenden Finaltag des HTT Laver Cups 2026, standen auch bei der Schluss-Zeremonie in Form einer stimmungsvollen Siegerehrung im Mittelpunkt des Geschehens auf Centercourt Lance Lumsden. Florian Strutzenberger, der heimliche Anführer der siegreichen heimischen HTT Laver Cupper, bewies einmal mehr, mit welch großer Empathie er dieses Team seit zwei Jahren führt, und was es braucht, diesen Teamgedanken durch eine Mannschaft zu tragen. Als die “Rothemden” bei der Siegerehrung am Centercourt zur Pokalübergabe bereit standen, und der Geschäftsführer des österreichischen Juristenverbandes Peter Spieß den riesigen Silberpott überreichte, schob er den introvertierten Team-Neuling Julian Erhardt in die vorderste Position, damit dieser als erster der frischgebackenen HTT Laver Cup Champions, den Pokal in den frühabendlichen Himmel über WienLiesing stemmen durfte. Quasi als Zeichen und Anerkennung für die phantastischen Leistungen des Debütanten vom TC Schattendorf, die Team Austria den Weg zum dritten Titel ebneten. Und dann war da ja auch noch Marcus Schischlik, der am Finaltag seine bis dahin eher triste HTT Laver Cup Bilanz von 3:8 Siegen mit einem Doppelpack aufhübschte. Der 30jährige wurde kurzer Hand zum Projektleiter in Sachen “gekonntes Köpfen der riesigen Magnum-Flasche” ernannt, und versprühte gekonnt 10 Liter Schaumwein-Sprudel und das Flair einer Formel 1 oder Ski-WM-Siegerehrung.
Michael Happe & Marcus Schischlik legen im Doppel die Basis für den dritten HTT Laver Cup Triumph in Rot-Weiß-Rot
Flaggenparade, Red Carpet, Glastrophäen, Sekt in Hülle & Fülle und der riesige Siegerpokal, auch 2026 war die Siegerehrung wieder einmal was für das Auge und die Emotionen von Spielern und Zuschauern. Dennoch stand natürlich das sportliche Geschehen zuvor im Vordergrund. Und da boten beide Teams am sonntägigen Finaltag bei einmal mehr fast unverschämt schönem Spätsommerwetter tolles Tennis und vorallem spannende Matches. Das Team Austria am Ende mit dem zweithöchsten Sieg der HTT Laver Cup Geschichte zu Titelehren kommen würde, war vor dem ersten Aufschlag am Freitag für undenkbar gehalten worden, und noch unmittelbar vor Beginn der finalen Entscheidungen des Sonntags nach zwei zuvor total ausgeglichenen Spieltagen und einem Zwischenstand von 6:6 nicht zu erwarten. Doch dann zündete Rot-Weiß-Rot den Turbo und ein Centercourt-Feuerwerk, bei dem Team World nur mehr staunend die Rolle der “zweiten Sieger” blieb. Die Basis für den späteren Erfolg, zumindest aber für eine Art Aufbruchstimmung, legte und sorgte das Doppel-Duo Marcus Schischlik-Michael Happe, die dem britischen Duo Adam Goodsell und Romeo Oxley nach verlorenem ersten Satz mit viel Geduld den Nerv raubten. Während das Duo in Rot mit Fortdauer der Partie die besseren Lösungen auf dem Platz fanden, bauten die “Blau-Hemden” von Minute zu Minute stärker ab. Goodsell plagten körperliche Probleme, während Oxley speziell im entscheidenden Match-Tiebreak spielerisch zum Totalausfall mutierte.
Julian Erhardt wird mit Sieg über Rumen Lazov endgültig zur Entdeckung des heurigen HTT Laver Cups
Damit hatte Team Austria den psychologisch so wichtigen ersten Dreipunkter eingetütet, und den Druck auf die gegnerische Weltauswahl der HTT geschoben. Dem konnte dann auch ihr routiniertester Akteur in Person von Rumen Lazov nicht standhalten. Der 28jährige Bulgare von WAT Meidling musste gegen Katic-Bezwinger Julian Erhardt ran. Ein Spiel mit vielen Fragezeichen vor dem ersten Aufschllag. War der Erhardt-Erfolg 24 Stunden zuvor gegen die HTT Nr. 6 Teo Katic eine Eintagsfliege oder gar dem nach dem Match krank gewordenen Serben geschuldet? Und wie würde sich der 16jährige Burgenländer gegen den erfahrenen Sandplatzspieler Lazov – noch dazu in einem so wichtigen Match – tun? Nun die Fragen sind klar zu beantworten. Julian Erhardt ist die Entdeckung der siebenten HTT Laver Cup Ausgabe 2026, und mit zwei Einzelsiegen einer der Väter des Erfolges. Immerhin blieb der emotional in sich gekehrte Schattendorfer beim bislang bedeutendsten Match seiner HTT Karriere voll bei sich, hoch fokussiert, und sorgte mit einem klaren 6:4, 6:2 Sieg für die Vorentscheidung in dieser Team-Auseinandersetzung im La Ville.
Marcus Schischlik macht gegen William Haywood den Deckel drauf
Den Deckel machte dann ausgerechnet ein Mann drauf, dem eher nachgesagt wird, in entscheidenden Partien nicht unbedingt den sportlich und ergebnistechnisch stabilsten und besten Eindruck zu machen. Marcus Schischlik hatte sein zweites britisches Rendezvous sportlicher Art nach seinem verloren gegangenen Samstags-Treffen mit Romeo Oxley, aggressiv und mutig gestartet, und den ersten Durchgang zur Freude der Fans auf der La Ville Terrasse mit 6:2 heimgespielt. Danach wankte der 30jährige Wiener in Diensten des TC Strebersdorf allerdings durch den zweiten Satz, und das obwohl ihm auf der anderen Seite des Netzes der englische Handwerker William Haywood und nicht der kreative Offensiv-Geist und Serve & Volley Künstler Adam Goodsell gegenüber stand. Der zweite Satz war dann auch rasch mit 3:6 weg, und Schischlik in der Folge im Glück, das dem “Tennis-Handwerker” William Haywood im alles entscheidenden Match-Tiebreaker sprichwörtlich keinerlei Werkzeuge zur Verfügung standen, um Schischlik und das rot-weiß-rote Team iin irgendeiner Art vom dritten HTT Laver Cup Triumph abhalten zu können. Mit Fehlern am laufenden Band sorgte Haywood dafür, dass Schischlik im Finish in keine brenzlige Situation mehr kam, und das letzte angesetzte Single zwischen Florian Strrutzenberger und Katic-Ersatz Giuliano Tancredi-Wagner bedeutungslos wurde.
