Wolfgang Wernig holt ersten Terra-Rossa-Heimsieg seit 2012
Routinier Wolfgang Wernig hat dem TC Terra Rossa mit seinem Erfolg bei der 26. Auflage des Oktober H...
von Claus Lippert
zuletzt bearbeitet:
30.09.2026, 21:18 Uhr
Routinier Wolfgang Wernig hat dem TC Terra Rossa mit seinem Erfolg bei der 26. Auflage des Oktober HTT 250 Turniers, nach 14 Jahren Pause wieder einen Heimsieg beschert. Der topgesetzte Kärntner, der am morgigen Donnerstag seinen 45. Geburtstag feiern wird, blieb im 138. HTT Saisonfinale gegen den ungarischen Mayer-Bezwinger Erik Bogaromi nach 1:43 Stunden und einem insgesamt enttäuschenden Match mit 6:3, 2:6, 10:5 siegreich, und machte sich mit dem ersten Oktober HTT 250 Turniersieg eines TC Terra Rossa-Spielers seit Rares Maftei im Jahr 2012 das schönste Geburtstagsgeschenk selbst. Ein Bericht von C.L
Sieger Wernig wehrt sich gegen die Darstellung eines schlecht gespielten Finales
“Heute zählt nur das Ergebnis, die Leistung ist sekundär”. Mit diesem Statement und einem kühlen blonden isotonischen Getränk in der Hand, gesellte sich der siegreiche Gurktaler unmittelbar nach dem Endspiel des Oktober HTT 250 Turniers zum anstehenden Presse-Gespräch mit dem HTT Veranstalter. Dort versuchte er noch im Bann seines vierten HTT Karriere-Titels stehend, die teils desaströse Vorstellung am Terra Rossa Centercourt zu erklären. “Ich war vom Sonntag mit zwei Einzel-Matches und einem Doppel extrem müde. Dadurch war ich auch mental heute nicht auf der Höhe”, urteilte Wernig nach seinem zweiten HTT Saisontitel 2026. Nun, müde wirkte das morgen zu feiernde Geburtstagskind aus der knapp 2000 Einwohner zählenden Marktgemeinde Weitensfeld, in den zuvor gesehenen 103 Minuten nicht. Wie ein junges Reh hirschte Wernig über den ab dem zweiten Satz gut besuchten Centercourt seines Heimvereins in Wien-Hernals, und ließ sein 13 Jahre jüngeres Gegenüber alt aussehen. Viel eher lässt sich der finale Murks den der Sieger gemeinsam mit seinem Finalgegner am Montag Abend ablieferte, mit einem kleinen Change der Wernig-Analyse erklären. Mental war der Neo-45jährige in seinem sechsten HTT Karriere-Finale überfordert, und dann spielt — wie man weiß – auch schon mal der Körper nicht mit. Kein Wunder, wurde doch Wernigs Versuch seines Oktober HTT 250 Heimsieges am vergangenen Wochenende übergebührlich in den HTT Medien thematisiert. Da war schon richtig Druck auf dem Kessel, zumindest genug, um eine Art Stress beim beliebtesten HTT Seniors-Player 2025 zu erzeugen.
Wernig bestätigt Nummer 1 Setzung mit Titelgewinn
Damit wäre auch recht rasch der mit so großer Spannung und viel Hoffnung auf ein tolles Spiel gestartete finale Showdown beim 117. jemals in der Rosensteingasse ausgetragenen HTT Turnier, erklärt, der übrigens Zuschauer vor Ort und alle Beteiligten bitter enttäuschte. Klar ist, an diesem spätsommerlichen Abend mit kitschigem und farbenfrohem Sonnenuntergang, zählte einzig und allein der Titel. Den verdiente sich Wernig allemal, zumal er an den Tagen zuvor mit stabilen und seriösen Leistungen seine Setzung als Nummer 1 des letzten HTT Freiluftturniers 2026 bestätigte. Andererseite hätte der Montag Abend aber auch ganz leicht ein ganz schwarzer Moment in Wernigs Karriere werden können. Immerhin lag er im alles entscheidenden Match-Tiebreak bereits mit 1:3 und 3:5 zurück, ehe er mit einem “finale furioso” und sieben gewonnenen Punkten am Stück, den heiß ersehnten Heim-Triumph fixierte.
Wernig und Bogaromi mit seichter Break-Orgie im ersten Satz
Während Bogaromi noch bei der Siegerehrung mit sich selbst klar Schiff machte, und sich mit seiner gebotenen Finalleistung komplett unzufrieden und unglücklich zeigte, hatte Wernig eher wenig Verständnis für die Kritik an seiner spielerischen Darbietung. Dabei gab es an diesem Finale bei bestem Willen und Einholung einer zweiten Meinung von anderen Finalzusehern nichts schön zu reden. Die Besucher vor Ort bekamen einen spielerisch ganz seichten ersten Satz mit einer dahin plätschernden Break-Orgie geboten. Beide Akteure quasi ohne existenten ersten Aufschlag unterwegs, Bogaromi dazu noch mit sieben Doppelfehlern, wobei er gleich im Eröffnungsgame drei dieser ärgerlichen Errors fabrizierte, da war am Ende doch tatsächlich ein gewonnenes Aufschlagspiel schon genug, um sich den ersten Satz zu sichern. Das gelang Wernig, der sein Service zum 5:3 hielt, und kurz darauf mit dem letzten Break zum 6:3 die Weichen Richtung Heimsieg stellte.
Sieben Punkte in Serie sichern Wernig den Titel im Match-Tiebreak
Im zweiten Durchgang, der 41 Minuten dauerte, und den man mit “copy paste” zum ersten Heat perfekt beschreibt, musste Wernig drei weitere Mal seinen Aufschlag abgeben. Damit war rasch mit 6:2 für Bogaromi der Satzausgleich besiegelt. Ungarns bester HTT Spieler hatte in keiner Phase – auch nicht im siegreich gestalteten zweiten Satz – Zug am Schläger, und auch Wernig wirkte im zweiten Satz eher gehemmt als befreit spielend. Kaum ein Ball von der Grundlinie, der nicht als Fehler in die Statistik einging, und mehrheitlich aufs gegnerische T oder an die Plane klatschte. Immerhin boten Wernig und Bogaromi den hart gesottenen unter den Beobachtern am Centercourt ein spannendes Finish, in dem zunächst Bogaromi mit 3:1 und 5:3 in Tuchfühlung mit dem Titel schien, ehe Wernig mit einem mächtigen Zielsprint und sieben in Serie gewonnenen Punkten, den Griff an die riesige Silber-Trophäe wagte. “Ich habe heute den Titel geholt. Das freut mich riesig, auch wenn die Leistung weniger stark war. Ich bin immerhin 45 Jahre alt, und habe gestern drei Matches bestritten. Man kann nicht von mir erwarten, dass ich dann in einem Finale am Montag in Topform agiere”, wehrte sich Wernig auch noch eine Stunde nach Spielende gegen die Darstellung, ein schlechtes Final-Match abgeliefert zu haben. Sei’s drum: Wolfgang Wernig hat in seinem 25. HTT Karriere-Turnier bereits Titel Nr. 4 abgestaubt, die 14 Jahre andauernde Misserfolgs-Serie der Terra Rossa Cracks beim Heimturnier beendet, und sich in der neusten Ausgabe der HTT Computer-Rangliste erstmals überhaupt unter die Top 20 Spieler der HTT gekämpft. So gesehen hat er alles richtig gemacht. Happy Birthday lieber Wolfgang!
