Wolfgang Wernig startet Mission “Terra Rossa-Heimsieg”
Das Oktober HTT 250 Turnier ist seit 2009 dauerhaft im Kalender etabliert, und aufgrund des Umstande...
von Claus Lippert
zuletzt bearbeitet:
27.09.2026, 13:18 Uhr
Das Oktober HTT 250 Turnier ist seit 2009 dauerhaft im Kalender etabliert, und aufgrund des Umstandes, alljährlich für den Saisonkehraus unter freiem Himmel zu sorgen, auch eine der traditionsreichsten Veranstaltungen der gesamten Tour. Was dem Event beim TC Terra Rossa allerdings fehlt, sind — zumindest bei der heurigen 26. Ausgabe – die Topspieler aus den vorderen Regionen der Rangliste, und – nach einem Blick auf die Siegerliste – auch ein Heimerfolg, auf den die Terra Rossa Tennisfamilie schon seit 14 Jahren vergeblich wartet. Ein Bericht von C.L
Oktober HTT 250 Turnier bildet aktuelles ITN-Fiasko voll ab
Es war ein bislang traumhaftes letzte Outdoor-Wochenende der HTT Saison 2026, das die Spieler in der Rosensteingasse beim TC Terra Rossa verlebt haben. Eine Hand voll amtsbekannter Störenfriede glänzte durch Abwesenheit, und die HTT verwandelte sich bei neuerlich spätsommerlichem Schönwetter prompt zu einem beinahe kitschig harmonischen Tennis-Paradies. Dennoch war natürlich das – nennen wir es einmal – bescheidene Nennergebnis mit fehlender Star-Dichte das große Thema unter den Spielern am gestrigen Samstag. Das keiner aus den Top 20 den Weg in die Rosensteingasse hoch über Hernals auf sich nahm, kann bei einem 250er-Turnier der Hobbytennistour schon einmal vorkommen. Bedrohlicher wirkt freilich das aktuelle Szenario, wenn man das Oktober-HTT-250-Line Up nach ITN einordnet. Um im Genre der Interrnational Tennis Number zu bleiben, hat ein etabliertes ITN 4,0 Turnier wie das traditionsreiche Saison-Abschluss-Turnier auf der “roten Erde” des TC Terra Rossa nicht einen einzigen Teilnehmer mit einem ITN 4er-Rating anzubieten. Wenn ein 5er-Spieler die Setzliste mit seinem Namen anführt, dann klingeln bei allen mit ITN Beschäftigten die Alarmglocken. Dann wissen alle Beteiligten, es ist Feuer am Dach.
Als Rares Maftei 2012 für den letzten Terra Rossa Heimsieg sorgte
Die Sehnsucht nach stark und ausgeglichen besetzten Turnieren ist also riesig. Mindestens genauso groß sind aber auch der Wunsch und die Hoffnung des Gastgeber-Vereins, beim Heimturnier in der Rosensteingasse wieder einmal einen Sieger aus den eigenen Reihen feiern zu können. Lang lang ist es her, nämlich exakt 14 Jahre, seit Club-Präsidentin Daniela Moser-Hinterkörner letztmals einem der ihren Schützlinge einen Pokal überreichen durfte. 2012 war es, als ein gewisser Rares Maftei den letzten Heimsieg holte, und damals mit seinem Finalsieg über Deutschlands David Hühne für Furore sorgte. Maftei war im Rücklick auf die goldenen Zeiten der HTT einer jener Akteure, die in der Historie dieser Turnierserie eines der schillerndsten Tennismärchen schrieb. Vom totalen Anfänger in die Top Ten in knapp über zwei Jahren, und das nach einem wahren Spießrutenlauf durch die umbarmherzigen HTT Medien. Sein ungeschickt wirkendes HTT Debüt und das erste eher erfolglose Jahr seiner Laufbahn, quittierten die brutal offenen HTT Medien mit der Aufforderung an Maftei, er möge sich doch bitte eine andere Sportart für seine Freizeitgestaltung suchen. Der damals 30jährige avancierte aber angestachelt von diesen Kommentaren zum Aufsteiger der Saison 2012, stieß alle Experten mit seinen Leistungen vor den Kopf, und wurde mit seinem Oktober HTT 250 Titel im gleichen Jahr zum damals 50. internationalen Turniersieger. Als Rumäne war er quasi Vorgänger der heutigen Nummer 1, und mit damals sechs gewonnenen HTT Titeln der Rekordsieger unter allen ausländischen HTT Spielern.
Topgesetzter Wolfgang Wernig startet Mission Heimsieg souverän, die Nummer 2 des Turniers Franz Csebits scheitert gleich zum Start
14 Jahre nach dem legendären Maftei-Triumph wäre es also höchst an der Zeit, das sich einer der Rothemden des TC Terra Rossa wieder einmal auf heimischem Boden in die Auslage spielt, und dem Hernalser Tennisclub einen Pokal schenkt. Diese Rolle soll an diesem Wochenende Wolfgang Wernig übernehmen. Ein Kärntner in Wien, der seit knapp einem Jahr auch permanent HTT-Luft schnuppert, und der als Nummer 21 als topgesetzter Favorit auf den Titelgewinn beim 138. HTT Saisonturnier gilt. Die Mission Heimsieg hat der 45jährige am Samstag Nachmittag in Angriff genommen, und die erste Hürde in Person von Anton Cichocki mit einem 6:1, 6:3 Auftakterfolg auch recht souverän übersprungen. Gescheitert und das glieich im ersten Match, ist hingegen die Nummer 2 der Setzliste Franz Csebits. Der 38jährige Gewinner von bereits acht HTT Single-Turnieren, musste sich dem aufstrebenden Südamerikaner Francisco Sosa-Grassi mit 6:7, 2:6 geschlagen geben, und muss damit weiter auf seinen ersten Hauptbewerbserfolg beim Oktober HTT 250 Turnier warten. 2022 war nach überstandener Quali in Runde 1 Schluss, und auch im Vorjahr war für die Nummer 36 des HTT Rankings gleich im ersten Match Endstation. Für Csebits war es zudem die erste Auftaktiederlage seit den HTT Australian Open in dieser Saison.
