Doppelfehler-Jubel-Eklat überschattet Spieltag
Bereits in 41 Tagen steht der Eröffnungstag des prestigeträchtigsten, glamourösesten und wichtigsten...
von Claus Lippert
zuletzt bearbeitet:
11.10.2026, 13:18 Uhr
Bereits in 41 Tagen steht der Eröffnungstag des prestigeträchtigsten, glamourösesten und wichtigsten HTT Turniers eines jeden Tennisjahres an. Die dann 36. Auflage der HTT Finals im Union Tennis Center La Ville wirft daher bereits jetzt ihren Schatten voraus, und ist nicht nur beim gastgebenden Verein und beim Veranstalter, sondern auch bei den Spielern großes Thema. Angesichts des nahenden Finals-Starts, lohnt sich daher in der frühen Phase der Hallensaison 2026/27 ein täglicher Blick auf das HTT Live-Ranking und damit auf den sportlichen Wettlauf der HTT Stars in Richtung großem HTT “season finale” der Top 8. Am aktuellen Oktober HTT 500 Wochenende, an dem in der Vergangenheit schon oft spannende und am Ende dramatische Aufholjagden im Race to La Ville ihren Anfang genommen haben, kommt aber maximal in den hinteren Regionen der Top Ten ein bißchen Bewegung in das Quali-‘Geschehen. Ein Bericht von C.L
Rückschlag für topgesetzten Fernando Romero – raus im Achtelfinale und am Oberschenkel verletzt
Spaniens Nummer 1 Fernando Romero, obendrein auch als Nummer 1 der 35. Oktober HTT 500 Ausgabe gesetzt, hat am gestrigen Samstag die große Chance vertan, seine ohnehin schon ausgezeichnete Ausgangsposition im Kampf um sein erstes HTT Finals-Ticket um ein ganzes Stück noch weiter zu verbessern, und den Druck auf die Verfolger massiv zu erhöhen. Der Ranglisten-Achte aus Andalusien musste sich im Achtelfinale des 144. HTT Saisonturniers dem 18jährigen Youngster Tobias Schirgi geschlagen geben, und wird mit Schmerzen im rechten Oberschenkel womöglich auch eine verletzungsbedingte Pause einplanen müssen. 45 Punke für das Erreichen der zweiten Runde wird Romero am kommenden Dienstsg gutgeschrieben bekommen, und damit den mit Respekt-Abstand folgenden Konkurrenten nicht entscheidend enteilen können. Und diese Hauptkonkurrenten des Spaniers kommen derzeit aus Serbien, und heißen Teo Katic und Uros Bigic. Und während sich Teo Katic nach seinem HTT Laver Cup Aus seit Wochen mit hartnäckigen Virus-Erkrankungen herumschlägt, und auch für die HTT Erste Bank Open in einer Woche fraglich ist, scheint Uros Bigic die Zeichen der Zeit erkannt zu haben. Der HTT Wimbledonfinalist hat sich am gestrigen zweiten Oktober HTT 500 Spieltag mit zwei glatten Siegen über den russischen Qualifikanten Ivan Shumsky und den Ukrainer Danil Yefimov für das Viertelfinale qualifiziert, wo er auch gegen den Achtelfinal-Sieger der Partie Wernig gegen Oxley die Favoritenrolle inne haben wird.
Juritsch ringt Goodsell nach über 3 Stunden im Tiebreak nieder
Die vielleicht letzte Chance, sich für den Single-Bewerb des HTT Saisonabschluss-Events im UTC La Ville in Stellung zu bringen, könnte an diesem Wochenende auch für US Boy Mike Juritsch gekommen sein. Dem 37jährigen Vorjahresfinalisten beim Oktober HTT 500 Turnier fehlen aktuell knapp mehr als 300 Punkte auf den zur Finals-Teilnahme nötigen achten Platz. Den ersten Step machte der an Nummer 2 gesetzte Amerikaner in der Samstag Abend-Night-Session gegen Angstgegner Adam Goodsell. “Gegen ihn bekommst Du kaum Rhythmus, das behagt mir weniger”, zeigte sich Juritsch am Tag zuvor noch skeptisch, was den Ausgang des britisch-amerikanischen Erstrunden-Duells betraff. Zurecht übrigens, wie sich nach Satz 1 herausstellen sollte. Goodsell zog sein legendäres Serve & Volley Tennis auf, und drückte Juritsch mit 6:1 vom Platz. In seinem 340. HTT Karriere-Einzel ließ Juritsch in der Folge aber wieder einmal seine kämpferischen Qualitäten aufblitzen, mit denen er diese Partie nach 1:6 Rückstand gegen einen mit starken Bauchschmerzen gehandicapten Gegner zu einer wahren Marathon-Schlacht garniert mit einem wieder einmal unnötigen Skandälchen ausarten ließ. Was war passiert? Goodsell hatte im zweiten Satz bei 6:1 und 5:4 Führung die Chance, die Partie in Richtung Achtelfinale auszuservieren. Als Juritsch seinen Breakball zum 5:5 durch einen Doppelfehler Goodsells wild abfeierte, kippte die Stimmung bei den Zuschauern auf Platz 7. “Wir spielen Tennis, das ist ein Gentleman-Sport. Bei einem Doppelfehler des Gegners exzessiv zu jubeln, sowas gehört sich einfach nicht”, war man sich seitens des Publikums uniso einig.
Doppelfehler-Jubel überschattet britisch-amerikanische Night Session
Schade war der primitive Ausrutscher von Juritsch (der sich nach dem Spiel dafür entschuldigte) auch deshalb, weil er wieder einmal von einem tollen Tennismatch ablenkte und nichts Positives übrig ließ, außer dem schwer vernachlässigbaren Doppelfehler-Eklat. Das sich viele Spieler einfach nicht im Griff haben, und von ihren primitiven Instinkten geleitet von Fettnäpfchen zu Fettnäpfchen stolpern, und dabei ihre eigentlich tollen Leistungen selbst torpedieren und in den Hintergrund drängen, bleibt eigentlich ein Thema für einen längst fälligen HTT-Psychiater. Das Goodsell im dritten Satz bei 5:4 mit falsch ausgeführtem taktischen Spielzug einen Matchball vergab, und Juritsch seinerseits nach über drei Stunden den alles entscheidenden Tie-Break für sich entschied war völlig untergegangen. Goodsell verweigerte nach dem Spiel das übliche Shakehands, ehe eine lebhafte Diskussion über das aus Publikums-Sicht ekelhafte Juritsch-Verhalten begann. Ja, ja, wenn Dummheit die eigenen sportlichen Leistungen in den Hintergrund drängt, sind manche Spezialisten auf der Tour in ihrem Element.
