Wenig Infos, keine Bilder - auch deshalb hat Padel ein (Publikums-)Problem
Immer mehr Leute spielen Padel. Aber die Popularität der größten Tour ist nach wie vor nur mit der Briefwaage messbar.
von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet:
10.10.2026, 10:29 Uhr

Wer dieser Tage einfach mal so durch die TV-Kanäle zappt, der bleibt als Sportfan natürlich auch und vor allem bei Sky hängen. Und stellt fest: Hoppla, da spielt ja gerade die Weltelite im Padel in Deutschland. Um ganz genau zu sein in Düsseldorf, wo ein Turnier der P2-Kategorie der Premier Padel Tour ausgetragen wird.
Ha, denkt sich eben jener Sportfan da vielleicht. Da würde ich doch gerne mehr erfahren. Warum berichtet eigentlich niemand darüber schließlich sind bei den Frauen wie bei den Männern die besten Profis der Welt am Start? Und was ist vor allem mit Euch bei tennisnet? Warum kommt da nichts?
Das ist natürlich eine valide Frage. Der Sportinformationsdienst (SID) hat im Vorfeld berichtet, wir haben das bei uns auch abgebildet. Aber schon da gab es das Problem mit dem Bildmaterial: Denn bei den Agenturen, bei denen tennisnet üblicherweise seine Fotos bezieht, findet man entweder gar kein Action-Bild von Arturo Coello, dem besten Spieler der Welt, oder nur eines aus jenen fernen Tagen, als die Premier Padel Tour in Wien Station gemacht hat.
Informationen nur vor Ort
Also mal kurz bei der betreuenden Marketing-Agentur nachgefragt, ob man denn auf den Presse-Verteiler der einzelnen Spieltag kommen könnte. Die Antwort kommt prompt und freundlich und professionell, lautet aber: Kann man nicht. Weil es keine eigene tägliche Presseaussendung gibt, wie das sogar bei Challenger-Turnieren auf der ATP-Tour der Fall ist (und auch in Wien 2022 der Fall war). Die Premier Padel Tour kümmere sich um die Vermarktung höchstselbst, Reporter vor Ort hätten auch die Möglichkeit, mit den Spielern und Spielerinnen Interviews zu führen. Aber diejenigen, die nicht in Düsseldorf sind, bleibt nur die nicht besonders üppig bespielte Website. Und immer noch keine Bilder!
Nun lässt sich an den TV-Bildern nicht feststellen, ob das Event in Düsseldorf ein Erfolg ist, die Tribünen sind noch konsequenter abgedunkelt als zuletzt beim Laver Cup in der Londoner O2 Arena. Besonders großes Interesse, mehr als die lokal anwesenden Fans zu erreichen, scheint die Premier Padel Tour aber nicht zu haben.
Coello, Galan, Triay mit großem Star-Appeal
Der Sport ist natürlich großartig, den es da zu sehen gibt. Bei den Männern dynamischer, bei den Frauen mit in der Regel längeren Ballwechseln, bei denen jeder Hobbyspieler Anleitungen für das Stellungsspiel, die Idee beim Return, etc. ziehen kann.
Aber das ist eben die Crux: Als Aktivsport hat sich Padel in den vergangenen Jahren im DACH-Bereich enorm verbreitet, zumeist als Ergänzung, manchmal auch schon als Alternative zum Tennis. Im TV oder auf den populären Streaming-Wegen findet Padel nur in Ausnahmefällen statt. So wie jetzt in Düsseldorf (die Matches werden bei Sky übrigens nicht von einem deutschen Kommentar begleitet). Aber immer nur darauf zu verweisen, dass es keine lokalen Helden gibt, wirkt dann auch ein wenig einfach. Denn Arturo Coello oder Alejandro Galan bei den Männern wie auch Gemma Triay oder Delfi Brea bei den Frauen hätten so viel Appeal, dass sie auch hierzulande von den Fans erkannt würden. Wenn es denn ein paar Infos mehr gäbe. Und Bilder.
