HTT Erste Bank Open Finale erneut ohne Österreicher
Das Finale der HTT Erste Bank Open 2026 in der Marx Halle geht so wie im vergangenen Jahr ohne rot-w...
von Claus Lippert
zuletzt bearbeitet:
24.10.2026, 03:18 Uhr
Das Finale der HTT Erste Bank Open 2026 in der Marx Halle geht so wie im vergangenen Jahr ohne rot-weiß-rote Beteiligung in Szene. Nach dem Vorjahresfinale zwischen Vuk Jovanovic aus Serbien und Damian Roman aus Rumänien, bestreiten diesmal ein Franzose und ein Slowake das wichtigste HTT 500er-Endspiel des Jahres. HTT French Open Sieger Nicolas Fares baute am Freitag Abend im Semifinale der oberen Tableau-Hälfte seine irre Erfolgsbilanz mit einem klaren 6:2, 6:2 Erfolg über Julian Jelinek auf 16:1 Saisonsiege aus, und trifft im finalen Showdown um die HTT Erste Bank Krone auf den slowakischen HTT Debütanten Pavel Kelo, der sich gegen Mai Masters Series 1000 Champion Alex Leitgeb mit zwei Mal 6:1 durchsetzen konnte. Der finale HTT EBO Schlagabtausch ist für ca. 18 Uhr am #glaubandichcourt mit den Original-Ballkindern, Schiedsrichter und hoffentlich ein paar Zuschauern geplant. Ein Bericht von C.L
Fares beim vierten Turnierstart zum vierten Mal im Finale und auf den Spuren der bisherigen HTT EBO Sieger aus Frankreich
HTT Shooting-Star Nicolas Fares hat auch bei seinem vierten HTT Turnierstart 2026 das Finale erreicht. Nach seinen Titelgewinnen bei den HTT French Open und beim September Masters Series 1000 Turnier, sowie seiner Endspielteilnahme bei den HTT US Open, war der Franzose auch bei den HTT Erste Bank Open nicht am Sprung in die finale Entscheidung zu hindern. Der 29jährige blieb in der Neuauflage des heurigen HTT French Open Viertelfinales gegen Julian Jelinek mit 6:2, 6:2 siegreich, und könnte am Samstag Abend eine schöne französische Tradition fortsetzen. Denn sowohl 2014 als auch 2015 feierten mit Nils Klermund und Noah Deron bereits zwei Trikolore-Server bei den HTT Erste Bank Open ihre größten Karriere-Erfolge. Fares war am Freitag Abend jedenfalls nicht zu stoppen und nach seinem “kleinen Ausrutscher mit Satzverlust” gegen Ararat Danilyan diesmal gegen Julian Jelinek bemüht, seine Reputation als aktuell bester HTT Spieler wieder herzustellen. Der in Reunion gebürtige 29jährige, legte überfallsartig los, und hatte nach nur 9 Minuten bereits ein 3:0 herausgeschossen. Jelinek bäumte sich danach auf, schaffte das Re-Break zum 2:3 und war anders als vor viereinhalb Monaten im Viertelfinale der HTT French Open diesmal in vielen Ballwechseln und Games auf Augenhöhe mit dem neuen französischen HTT Superstar, dem in weiterer Folge des ersten Satzes zwei weitere Breaks zum 6:2 gelangen.
Jelinek mit zu vielen und zu leichten Fehlern
Auch Durchgang Nummer 2 lief Julian Jelinek dann von Beginn weg viel zu schnell davon. Kaum hatte sich der 18jährige Linkshänder vom OTC mit dem Verlust des ersten Satzes arrangiert, war er auch schon wieder mit einem 0:5 konfrontiert. Der 2fache HTT Masters 1000 Champion stemmte sich noch einmal gegen die Niederlage, nahm dem französischen Überflieger bei 1:5 dessen Aufschllag ab, konnte aber die 2:6, 2:6 Niederlage nicht verhindern. “Natürlich schmerzt das Ausscheiden so knapp vor dem Finale in der Marx Halle sehr. Aber anders als im Sommer bei den HTT French Open, hatte ich diesmal nicht das Gefühl, dass er mich unter Kontrolle hat. Es war insgesamt kein schlechtes Match, aber ich habe heute leider viel zu viele und vorallem zu leichte Fehler gemacht”, so Jelinek. “Ich hoffe morgen im Finale auf viele Fans. Ich werde einige mitbringen”, richtete sich derweil der Blick des Siegers bereits auf das samstägige Finale.
Nach Bigic schwächelt auch Leitgeb “ausgerechnet gegen Kelo”
Dieses Finale könnte vielleicht ganz gutes Tennis mit sich bringen, andererseits droht ohne österreichische Beteiligung und ohne zugkräftigen Publikumsliebling eine Art Geisterspiel am #glaubandichcourt der Marx Halle. Denn auch der Finalgegner von Nicolas Fares machte bislang im Verlauf des Turniers nicht gerade den Eindruck, eines Fan-Lieblings. Eher kühl und reserviert, absolvierte der 23jährige Slowake die bisherigen fünf Matches seines HTT Debüts. Kamen nach seinem knappen und auch glücklichen Zweitrundensieg gegen Rene Gräflinger noch Zweifel über seine Spielstärke auf, sind die nach seinem halbfinalen 6:1, 6:1 Kantersieg über Alex Leitgeb weitgehend zerstreut. Zumindest nach Außen hin, ist der slowakische Aufschlag-Hüne für HTT Verhältnisse ein absoluter Kapazunder. Ja, sowohl Uros Bigic als auch Alex Leitgeb haben in ihren Duellen gegen Kelo nicht überzeugt und über weite Strecken schlecht gespielt. Doch warum eigentlich gut in Form gewesene Spieler dann ausgerechnet gegen Kelo kein Land sehen, darf zumindest hinterfragt werden. “Hutft da ned”, würde man in Bayern sagen, und so begibt sich keiner der HTT Stars aus der unteren Rasterhälfte auf Titeljagd, sondern eben der Newcomer aus der Slowakei.
Kelo peilt jetzt den ganz großen Coup an
Pavel Kelo hatte sich nach einer halben Stunde den ersten Satz mit 6:1 gesichert, weil Leitgeb mit dem ersten Break zum 1:3 ergebnistechnisch den Anschluss verlor, und aus seiner eigenen Sichtweise heraus, auch strategisch falsch agierte. In vielen engen Games machte Kelo die entscheidenden Punkte, womit am Ende auch das Ergebnis erklärt wäre. Und doch war das 6:1, 6:1 schließlich zu hoch in seiner endgültigen Version. Kelo hatte auch im zweiten Heat mit einem Break zum 2:1 das Momentum schnell auf seine Seite gezogen, der Rest war leider nur noch Formsache. Keine Spannung, kein Semifinal-Kracher der von den Socken gehauen hätte, Kelo spielte den Sieg trocken nach Hause, und peilt im Endspiel gegen den französischen HTT French Open Sieger Nicolas Fares den ganz großen Coup an.
