Rollstuhltennis-Turnier: Traumfinale, Hexenkessel und ein Österreicher-Duell
Das Rollstuhltennis-Turnier powered by win2day im Rahmen der Erste Bank Open hat sein Traumfinale! Titelverteidiger Gordon Reid und sein britischer Landsmann Alfie Hewett bestreiten das Endspiel am Samstag in der Wiener Stadthalle (12.30 Uhr).
von PM
zuletzt bearbeitet:
30.10.2026, 23:06 Uhr

Am Freitag standen in der Marx Halle die Halbfinal-Partien des Rollstuhltennis-Turniers powered by win2day an. Hunderte Fans verwandelten den Fairplay Court in einen Hexenkessel. Speziell als Lokalmatador Nico Langmann auf den Platz fuhr, kochte die Stimmung über. Der 29-Jährige, aktuell Nummer 35 der Weltrangliste, ging ohne Druck in das Halbfinale gegen den 37-fachen Grand-Slam-Sieger Alfie Hewett (GBR). Was folgte: Spektakuläre Ballwechsel, laute Anfeuerungsrufe – und am Ende ein 6:2, 6:2-Sieg für den haushohen Favoriten Hewett.
„Ich konnte es genießen und habe gut mitgehalten. Vier Games muss man gegen einen Top-Mann wie Alfie erst einmal machen. Phasenweise war es wirklich gut, dann hat er wieder gezeigt, warum er 37 Grand Slams gewonnen hat und jahrelang die Nummer 1 der Welt war“, so Langmanns Fazit. Für den „Playing Ambassador“ war am Vortag mit seinem ersten Sieg bei den Erste Bank Openein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen. „Die Stimmung war an beiden Tagen fantastisch – danke an alle, die hierhergekommen sind, um uns zu unterstützen. Es waren so viele bekannte Gesichter dabei, eine richtige Gänsehautatmosphäre. Ich hatte diese Gelegenheit als Kind nicht – umso schöner, dass es hier inzwischen selbstverständlich ist.“
Britischer Endspiel-Schlager Hewett gegen Reid
Im zweiten Halbfinale setzte sich Titelverteidiger Gordon Reid (GBR), aktuell Nummer 5 der Welt, überraschend deutlich gegen den spanischen Weltranglisten-Dritten Martin de la Puente durch: 6:2, 6:3 lautete der Endstand. „Die ersten 13 Games waren wahrscheinlich die besten, die ich jemals gespielt habe. Mir ist alles leicht von der Hand gegangen, ein unbeschreibliches Gefühl. Dann wurde es noch etwas knapper, aber scheinbar liegt mir Wien.“
Im Finale kommt es am Samstag in der Stadthalle (12.30 Uhr) zum Schlager Hewett gegen Reid. Die Briten haben gemeinsam 26 Grand-Slam-Titel im Rollstuhltennis-Doppel gewonnen und sind das erfolgreichste Doppel der Rollstuhltennis-Geschichte. Zudem gewannen sie bei den Paralympics 2024 in Paris gemeinsam Gold im Doppel. Reid: „Ich erinnere mich noch gut an das Finale im letzten Jahr, die Stimmung war sehr gut und die Leute wirklich interessiert. Hoffentlich wird es in diesem Jahr ähnlich – den Endstand würde ich jedenfalls wieder nehmen.“
Österreicher-Duell in der Marx Halle
Im Anschluss an die Einzel-Halbfinals fanden am Freitag in der Marx Halle noch zwei Doppel-Exhibitions statt: Im Duell Österreich gegen Großbritannien setzten sich Alfie Hewett/Gordon Reid mit 6:2, 6:1 gegen Nico Langmann/Maximilian Taucher durch. Martin de la Puente/Alwande Sikhosana (ESP/RSA) siegten mit 6:4, 6:2 gegen Luca Arca/Christoph Wilke (ITA/GER). Am Samstag steigt in der Marx Halle noch die mit Spannung erwartete „Österreicher-Exhibition“: Nico Langmann trifft ab 11.00 Uhr auf Maximilian Taucher.
