Sascha gegen den Djoker – siegt Trend oder Standortvorteil?

Zum bereits 15. Mal werden Alexander Zverev und Novak Djokovic im Viertelfinale des ATP-500-Turniers in Peking die Schläger in einem offiziellen Match auf der Tour kreuzen. Während der Serbe mit der bislang weißen Karriere-Weste in Peking in den Ring steigt, geht der Hamburger mit seinen zwei Major-Erfolgen als aktuell bester Spieler der Saison ins Rennen.

von Dietmar Kaspar
zuletzt bearbeitet: 04.10.2026, 08:39 Uhr

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Im Viertelfinale von Peking bestreiten Novak Djokovic (l.) und Alexander Zverev (r.) ihr 15. Duell auf der Tour.

Oft misst man ja einer Begegnung dem ersten und dem letzten Eindruck eine besondere Bedeutung zu. Doch auch diese Einschätzungskriterien scheinen völlig ungeeignet zu sein, wenn es um die Vorhersage des Siegers im Viertelfinale des ATP-500-Events in Peking zwischen Alexander Zverev und Novak Djokovic geht. Schon ein wenig überraschend kam es 2017 daher, als der damals 20-jährige Zverev im Finale von Rom beim ersten direkten Duell triumphieren und dadurch seinen ersten Masters-Titel einfahren konnte. Demgegenüber revanchierte sich der 39-jährige Djokovic im letzten Duell bei den French Open im vergangenen Jahr, indem er an Nr. 6 gesetzt dem nominell favorisierten Zverev, der an Position 3 geführt war, ein weiteres Mal den Traum vom ersten Grand-Slam-Titel vermiesen konnte.

Beinahe fatal fällt die Bilanz von Zverev gegen den Djoker aus, wenn es um Matches auf drei Gewinnsätze geht. So musste der 29-Jährige seinem serbischen Gegner viermal nach vollendetem Match auf Major-Ebene zum Sieg gratulieren. Lediglich bei den Australien Open im vergangenen Jahr ging der deutsche Davis-Cup-Spieler als Sieger hervor. Dabei musste er jedoch nur einen Satz gehen, da Djokovic nach verlorenem Tiebreak im ersten Durchgang angeschlagen aufgeben musste. Ausgeglichen gestaltet sich das Bild, wenn es um die sogenannten „best-of-three“-Matches geht. Dort konnte der DTB-Spieler vier Duelle für sich entscheiden, und das aus dem obersten Regal mit zwei Siegen bei ATP Finals, dem Triumph bei Olympia 2020 in Tokio und dem bereits erwähnten ersten Masters-Titel in Rom. 

Doch die These, dass er „nur“ bei Turnieren auf zwei Gewinnsätze triumphieren kann, hat Zverev in diesem Jahr endgültig ad absurdum geführt. Seinen befreienden Premieren-Triumph in Roland Garros veredelte der Weltranglisten-2. mit seinem zweiten Major-Coup in New York. Mit der dadurch erspielten Führung im „Race to Turin“, die als Maßgabe zur Qualifikation für die ATP Finals obligatorisch ist, gilt er somit nicht nur unter vorgehaltener Hand als aktuell bester Spieler der Saison.

Jedoch hätte sich Djokovic wohl keinen besseren Ort für das mit Spannung erwartete 15. Duell der beiden Kontrahenten aussuchen können. In der chinesischen Hauptstadt konnte der 24-fache Grand-Slam-Champion seit seinem Debüt im Jahr 2009 fünfmal in Folge den Titel einfahren und ist dort somit weiterhin unbesiegt. Und wie man den serbischen Davis-Cup-Sieger kennt, würde er nur allzu gerne einen neuen alleinigen Rekord sein Eigen nennen. Nach seinen Erfolgen gegen den Portugiesen Nuno Borges und den Chinesen Bu Yunchaokete schraubte er seine Peking-Bilanz auf 31:0 und zog dadurch mit seinem Legenden-Kollegen Rafael Nadal gleich, der in Roland Garros von seinem Debüt im Jahr 2005 weg ebenfalls seine ersten 31 Partien gewinnen konnte, ehe er sich 2009 im Achtelfinale überraschend dem Schweden Robin Söderling geschlagen geben musste. Und so wird in Peking wohl die Tagesform entscheidend sein, ob im Falle von Djokovic der Standortvorteil, oder bei Zverev der Trend als bester Spieler der Saison den entscheidenden Ausschlag geben wird.

Hier das Einzel-Tableau aus Peking

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04.10.2026, 09:46 Uhr
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