Zverev zur Nr. 1 ohne Sieg gegen Sinner, Alcaraz und Djokovic?
Mit dem Auftakt-Erfolg in Shanghai ist auch die letzte rechnerische Hürde für Alexander Zverev genommen, damit er im Laufe der restlichen Saison erstmals die Spitzenposition in der Weltrangliste übernehmen wird. Schafft der Hamburger dies ohne einen einzigen Erfolg gegen Sinner, Alcaraz und Djokovic?
von Dietmar Kaspar
zuletzt bearbeitet:
10.10.2026, 19:53 Uhr

Eigentlich hätten die Sektkorken bei Alexander Zverev bereits vor dem ATP-Masters-Turnier in Shanghai schon einmal knallen können. Mit der Bekanntgabe des vorzeitigen Saisonaus von Jannik Sinner war der Weg für den Hamburger an die Spitze der Weltrangliste bereits mehr als geebnet. Nur bei keinem einzigen Zverev-Sieg bis zum Saisonende und einer komplett makellosen Bilanz von Carlos Alcaraz oder Ben Shelton wäre dies noch zu verhindern gewesen.
Doch mit seinem Zweisatz-Erfolg zum Auftakt in Shanghai gegen den chinesischen Lokalmatador Yibing Wu hat der DTB-Spieler auch die letzte rechnerische Hürde diesbezüglich beseitigt und kann, eine Finalteilnahme in der chinesischen Millionen-Metropole vorausgesetzt, bereits bei den Erste Bank Open in Wien den Thron besteigen.
Doch wie wertig ist das erstmalige Erklimmen der Top-Position für Zverev einzustufen? Über alle Zweifel erhaben ist die Major-Bilanz des 29-Jährigen. Mit den Erfolgen in Roland Garros und New York konnte er als einziger Spieler im Saisonverlauf zwei Grand-Slam-Titel einfahren. Schon eher mau kommt dagegen die Titelbilanz auf der ATP-Tour daher, wo er in diesem Kalenderjahr bislang keine einzige Siegestrophäe in die Höhe recken konnte.
Die größte Nahrung bietet den Zweiflern jedoch die direkte Bilanz von Zverev gegen die drei aktuell erfolgreichsten Spielerkollegen auf der Tour. So musste er in den letzten 13 Begegnungen gegen Jannik Sinner, Carlos Alcaraz oder Novak Djokovic seinem jeweiligen Gegner zum Erfolg gratulieren. Sein letzter Erfolg gegen einen der drei Hauptkonkurrenten rührt von den Australian Open 2025 her, als der 39-jährige Djokovic im Halbfinale das Match nach verlorenem Tiebreak im ersten Durchgang aufgeben musste. Zuletzt musste sich der deutsche Davis-Cup-Spieler dem Serben trotz starker Leistung im Viertelfinale von Peking geschlagen geben.
Doch schon der erstmalige Triumph bei einem Major in Paris löste bei Zverev eine mentale Blockade und lässt ihn seitdem mit deutlich erhöhtem Selbstbewusstsein antreten. Somit würde es nicht wundern, wenn der Olympiasieger von Tokio mit dem Wissen um die erstmalige Übernahme der Top-Position in der Weltrangliste bis Saisonende noch den ein oder anderen ATP-Titel einfahren und dabei auch noch im Prestige-Duell gegen Alcaraz oder Djokovic triumphieren könnte.
Hier das Einzel-Tableau aus Shanghai
