Ob lahm oder zügig – Vacherot schert es in Shanghai wenig
Nach seinem Sensations-Coup im Vorjahr ist der monegassische Titelverteidiger Valentin Vacherot auch bei der diesjährigen Ausgabe des ATP-Masters-Turniers in Shanghai erfolgreich gestartet. Und das, obwohl sich die Court-Geschwindigkeit fast völlig konträr zum Vorjahr verhält.
von Dietmar Kaspar
zuletzt bearbeitet:
10.10.2026, 19:54 Uhr

Rundherum passen müssen die äußeren Bedingungen für einen Spieler, wenn er sich im letzten Match des Turniers mit dem Siegespokal belohnen kann. So auch der Monegasse Valentin Vacherot bei der letztjährigen Ausgabe des ATP-Masters-Turniers in Shanghai, als er sich aus der Qualifikation heraus bis ins Finale hochdienen und sich dort im „Endspiel der Cousins“ gegen den Franzosen Arthur Rinderknech sogar mit dem Titelgewinn krönen konnte. Und so sollte der Titelverteidiger bei der diesjährigen Auflage wieder die für ihn perfekten Bedingungen vorfinden.
Doch nicht ganz. Nachdem sich im vergangenen Jahr ein Gros der Spieler über die langsame Geschwindigkeit des Courts gegenüber den Vorjahren beschwert hatten, drehten die Veranstalter in der chinesischen Millionen-Metropole den Spieß beinahe komplett um. Während das Event im Jahr 2016 mit der Einstufung „Fast“ (CPI 44,1) daherkam, pendelte sich das Tempo, gemessen durch den CPI-Wert aus Reibung und Ballabsprung, in den Folgejahren bei „Medium Fast“ ein. Als wahrer Kultur-Schock erwies es sich dagegen im Vorjahr, als die Courts beim CPI-Wert 32,8 gemessen wurden, wodurch sie zwei Kategorien langsamer als „Medium-Slow“ taxiert wurden. Und so ließen sich die Turnierausrichter nicht lange bitten und legten für 2026 den schnellsten Court seit 2017 mit CPI 42,3 in den Stadium Court.
Und auch im Vergleich zu den beiden ATP-Turnieren der Vorwoche sollte die Temposteigerung immens ausfallen. So musste der Peking-Sieger Novak Djokovic bereits nach seiner Auftakt-Partie gegen den aufschlagstarken Polen Hubert Hurkacz, dem es ja bekanntlich nicht zügig genug sein kann, die Koffer packen. Im Anschluss an die Begegnung führte der Serbe auch das deutlich schnellere Geläuf mit als Grund auf, warum er sich auf dem Court im Gegensatz zur chinesischen Hauptstadt nicht ganz so wettbewerbsfähig fühlte.
Auch in Tokio spielte sich der Belag deutlich langsamer als in Shanghai. Doch der Triumphator Carlos Alcaraz benötigte in Shanghai nur eine kurze Eingewöhnungsphase, ehe er den Argentinier Juan Manuel Cerundolo glatt in zwei Sätzen besiegen konnte. Und auch der 27-jährige Vacherot reiste, mit dem Halbfinale in der japanischen Hauptstadt im Gepäck, voller Selbstvertrauen zur Mission Titelverteidigung und knüpfte mit dem 6:4, 7:6-Erfolg gegen den Argentinier Sabastian Baez nahtlos an seine Vorjahres-Leistungen an – mit dem zehnten Sieg an Ort und Stelle in Folge, ehe in der nächsten Runde der US-Amerikaner Tommy Paul wartet.
Hier das Einzel-Tableau aus Shanghai
