ATP Peking: Nicht einmal Lahyani konnte Medvedev gestern „retten“
Die Disqualifikation von Daniil Medvedev in Peking war alternativlos. Andere Spieler hatten da in der Vergangenheit schon mehr Glück.
von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet:
06.10.2026, 00:33 Uhr

Mohamed Lahyani gilt unter den professionellen Tennis-Schiedsrichtern als derjenige, der die Spieler am besten versteht. Unvergessen die Szenen bei den US Open, als Lahyani sich von seinem Stuhl herunter bewegte um auf Nick Kyrgios einzureden, weil es der Australier mal wieder an der nötigen Ernsthaftigkeit vermissen ließ. „You are better than this“, flötete der schwedische Umpire dem wankelmütigen Australier ins Ohr. Und siehe da: Kyrgios konnte die Partie gegen Pierre-Hugues Herbert tatsächlich noch drehen.
Der „Dank“ für Lahyani fiel anders aus: Er wurde für eine Zeit lang aus dem Verkehr gezogen.
Am gestrigen Halbfinaltag in Peking agierte er nun deutlich strenger. Novak Djokovic bekam schon früh die erste Verwarnung wegen Zeitspiels beim Aufschlag verpasst, die zweite nahm dem serbischen Großmeister einen ersten Aufschlag weg. Und da bei Breakball von Daniil Medvedev. Djokovic war nicht happy, wehrte die Chance seines Gegners aber ab.
Tsitsipas hat Riesenglück
Ein paar Minuten später blieb Lahyani aber gar keine andere Wahl, als das Match vorzeitig zu beenden. Denn Medvedev hatte bei einer Frustaktion einen Ball ins Publikum geschlagen, nicht allzu schnell, aber so, dass er einen Fan getroffen hat. Die Folge war die Disqualifikation, die der Russe auch klaglos hinnahm.
Nun sollte man dies unter keinen Umständen tun, aber manchmal haben Spieler auch einfach Glück: Stefanos Tsitsipas etwa hat in einem Match gegen Nick Kyrgios in Wimbledon 2022 einen Ball richtig heftig auf die Tribünen gepfeffert - und traf wie durch ein Wunder niemanden. Tsitsipas kam mit einer Verwarnung davon. Und österreichische Tennisfreund werden sich vielleicht an das Match von Sebastian Ofner gegen Terence Atmane in Roland-Garros 2024 erinnern, als der Franzose zwar einen Zuseherin abgeschossen hatte, diese Aktion aber nicht geahndet wurde. Und da saß nicht der grundgütige Mohamed Lahyani auf dem Schiedsrichterstuhl.
