Bigic souverän, während sich Gulla verletzt ins Finale quält
Mit dem von vielen HTT Insidern erwarteten Endspiel zwischen dem serbischen HTT Wimbledon-Finalisten...
von Claus Lippert
zuletzt bearbeitet:
13.10.2026, 18:18 Uhr
Mit dem von vielen HTT Insidern erwarteten Endspiel zwischen dem serbischen HTT Wimbledon-Finalisten Uros Bigic und der Nr. 4 der Setzliste Ferdinand Gulla, geht am heutigen Dienstag Abend (LIVE im Ticker ab 20:15 Uhr auf www.hobbytennistour.at) die 35. Auflage des Oktober HTT 500 Turniers im Union Tennis Center La Ville zu Ende. Damit ist schon vor dem ersten Aufschlag zum 144. HTT Saisonfinale garantiert, dass die Serie an Teenager-Titeln bei der HTT Erste Bank Open Generalprobe nach den Siegen von Theo Strobl 2024 und Teo Katic 2025 weitergehen wird. Ein Bericht von C.L
Bigic braucht nur 69 Minuten um gegen Weinhandl sein achtes HTT Karriere-Finale zu fixieren
Serbiens Jungstar Uros Bigic ist seiner absoluten Favoritenrolle beim Oktober HTT 500 Turnier auch im mit Spannung erwarteten Halbfinale der oberen Tableau-Hälfte gegen Vincent Weinhandl voll auf gerecht geworden, und am Montag Abend um 21:25 Uhr mit einem 6:3, 6:2 Erfolg nach exakt 1:09 Stunden Spielzeit über Vincent Weinhandl als erster Spieler ins Endspiel des mit 500 Punkten dotierten HTT Indoor-Klassikers eingezogen. Serbiens Nr. 3 auf der HTT hatte das Teenie-Duell gegen den bis hierher souverän agierenden Weinhandl von Beginn unter Kontrolle, und eine rasche sowie Doppel-Break beinhaltende 4:0 Führung nach 33 Minuten Spielzeit in eine 6:3 Satzführung verwandelt. Im zweiten Satz legte die Nr. 10 der HTT Computer-Rangliste wieder überfallsartig mit einem frühen Break los, getoppt von einem zweiten Break zum 4:1, ehe der 17jährige von WAT Landstraße die Partie ausservierte, und sich für sein achtes HTT Karriere-Finale qualifiziert hatte. “Heute haben verschiedene Gründe dazu geführt, dass ich kein besseres Resultat erzielen konnte. Aber der Uros hat den Sieg schon verdient”, streute der unterlegene Vincent Weinhandl seinem Bezwinger Blumen. “Der Belag ist aus meiner Sicht extrem schnell. Mein Aufschllag hat super funktioniert, das war heute der Schlüssel zum Erfolg”, meinte derweil der Sieger, der sich über sein achtes HTT-Karriere-Finale freute, und dort am Dienstag Abend Titel Nr. 5 anzupeilen versucht.
“Mein Kopf war durcheinander” – Groysman kann verletzt spielenden Gulla nicht bezwingen
Während sich Uros Bigic also im Schnell-, und Schongang für das Oktober HTT 500 Finale 2026 qualifizierte, hatte Ferdinand Gulla ganze 2:22 Stunden lang zu kämpfen, um sich gegen die Widrigkeit einer vermutlichen Zerrung im linken Oberschenkel, und gegen einen amitioniert spielenden Gegner namens Yonatan Groysman mit 7:6, 3:6, 6:3 durchzusetzen. Es war ein kurios anzusehender erster Satz, den sich die beiden Teenager auf Court Nr. 8 lieferten. Gulla, als Favorit in das zweite Semifinale gestartet, war sichtlich bemüht, mit größt möglicher Vorsicht und kleinst möglichem Aufwand das Spiel zu gestalten. Beim Aufschlag kein Abstoß, dazu permanent ohne entsprechender Beinarbeit, gelang es Gulla dennoch einen guten Gegner mit starken Grundschlägen zu kontrollieren. 63 Minuten hatte der 17jährige vom ASVÖ SC Wien benötigt, um sich nach vergebener 5:4, 30:0 Führung über den Tie-Break zur 1:0 Satzführung zu retten. Fragen ließ eigentlich eher Groysmans Auftritt im ersten Durchgang offen. Hat der 15jährige nicht erkannt, dass sein Gegenüber gehandicapt über den Platz lief? Und wenn ja, warum hat er nicht reagiert, und mit Rhythmuswechsel und dem ein oder anderen Stoppball versucht, das Spiel auf seine Seite zu ziehen. “Ich habe im dritten Game des ersten Satzes gemerkt, dass Gulla nicht voll fit ist, und sich schlecht bewegt. Ab diesem Zeitpunkt wollte ich was anderes spielen als es mein eigentlicher Plan war. Aber ich muss ehrlich sagen, mein Kopf war durcheinander und hat es einfach nicht zugelassen”. Eine Erkenntnis von Groysman, die jeder Tennisspieler kennt. Wie schwierig es ist, wenn auf der anderen Seite der Gegner verletzt zu Werke geht.
Ferdi Gulla kämpft sich ins Endspiel gegen Uros Bigic
Immerhin schaffte es der junge Israeli allerdings, im zweiten – nach ausgeglichener Startphase – laufenden Satz die Initiative zu übernehmen, und sich 5:2 abzusetzen. Einmal konnte Gulla im zweiten Heat noch Ergebniskosmetik zum 3:5 betreiben, danach glich Groysman mit 6:3 zum 1:1 in Sätzen aus, und verlängerte so die Leidenszeit des Ferdiand Gulla. Der am Oberschenkel lädierte Teenager zeigte aber große Leidens-Qualitäten, und blieb auch mental stabil, als er im Entscheidungssatz zwei Mal jeweils mit Break voran bei 2:1 und 3:2 insgesamt sieben Spielbälle vergeigte. Mit drei Games am Stück finalisierte Gulla aber schließlich das Projekt Finaleinzug und war nach 2:22 Stunden harten Kampfes froh, die semifinale Hürde übersprungen zu haben. “Ich bin jetzt gerade wirklich froh, durch dieses Match durchgekommen zu sein. Ich war ehrlich gesagt auch sehr besorgt, wie sich die Verletzung im Verlauf dieses Spieles entwickeln würde. Für diese Umstände, habe ich es ganz gut gemacht”, betonte Gulla, der sich für das anstehende Endspiel gegen Uros Bigic zuversichtlich zeigt. “Ich werde in jedem Fall mein Bestes geben. Wenn ich fit sein sollte, dann kann es ein gutes Finale werden. Mir ist aber schon auch bewusst, dass der Uros ein Super-Spieler ist”, so der 17jährige, der am Abend sein drittes HTT Karriere-Finale und sein zweites HTT Endspiel auf 500er-Ebene in Angriff nehmen wird.
