Davis Cup: Rodionov "musste liefern" - Melzer erwartet Umstellung bei Belgien
Für Österreich lebt der Traum von der Davis-Cup-Finalrunde in Bologna. Kapitän Jürgen Melzer ist “guter Dinge” - und geht im Falle eines Showdowns von einer Umstellung bei den Belgiern aus.
von Nikolaus Fink
zuletzt bearbeitet:
18.09.2026, 19:07 Uhr

Am Ende kam es so, wie es am Anfang fast alle erwartet hatten: Zwischen Österreich und Belgien ist nach den Einzelsiegen von Jurij Rodionov und Zizou Bergs vor dem entscheidenden Samstag alles offen. “Das war das zu erwartende Ergebnis, wenn man nach den Ranglisten-Platzierungen geht”, sagte angesichts des 1:1 auch Österreichs Kapitän Jürgen Melzer.
Rodionov hatte mit seinem Auftaktsieg über Gauthier Onclin für den perfekten Start aus rot-weiß-roter Sicht gesorgt. “Es ist eine komplett andere Situation, als ich es normalerweise gewohnt bin”, sagte der Österreicher über seine Favoritenrolle, mit der er im ersten Satz nur schwer umzugehen wusste.
Rodionov spürte den Druck
“In den letzten Davis Cups war ich immer der Außenseiter und konnte frei aufspielen - und es war im Ausland”, erklärte Rodionov. “Diesmal spielen wir in Österreich, in Wien und beim WAC. Ich wohne seit 2020 in Wien und habe für den WAC viele Jahre gespielt, deswegen macht es das umso persönlicher für mich. Ich musste quasi liefern, in dieser Situation war ich nicht so oft."
Am Samstag wird Rodionov gegen Bergs wieder in der gewohnten Rolle des Außenseiters auftreten. “Im Endeffekt besteht die Chance, dass man den schlägt. Das hat man heute gesehen”, traut Melzer seinem Schützling gegen den Weltranglisten-38. eine Überraschung zu. “Natürlich muss man an seine absolute Leistungsgrenze gehen, vielleicht auch noch ein bisschen drüber.”
Lange auf Toplevel spielte am Freitag Lukas Neumayer, der gegen den klar favorisierten Bergs zwischenzeitlich mit 6:2 und 2:0 in Führung lag. “Ich habe sehr stark begonnen, ein blödes Break bekommen und dann hat sich das Match gedreht”, sagte der 24-Jährige. “Trotzdem ist es eine gute Ausgangsposition für uns. Ich habe ein gutes Gefühl, dass wir das gewinnen.”
Coppejans statt Onclin?
Die Entscheidung, ob Neumayer auch im potenziell entscheidenden fünften Match spielen würde, hat Melzer für sich bereits getroffen. Bei den Belgiern ginge der 45-Jährige im Fall der Fälle von einem Wechsel aus. “Wäre ich der belgische Kapitän, würde ich Coppejans bringen", sagte Melzer. Gegen den aktuellen Weltranglisten-223. verlor Neumayer bislang beide Duelle, als Alternative hat Melzer Joel Schwärzler in der Hinterhand.
Möglicherweise vorentscheidenden Charakter hat das Doppel zwischen Neil Oberleitner/Lucas Miedler und Sander Gille/Joran Vliegen, die das Spielgeschehen am Samstag um 11 Uhr eröffnen werden. “Es folgen drei 50:50-Partien und ich bin guter Dinge, dass wir zwei davon auf unsere Seite ziehen”, meinte Melzer.
