Kein Schnitzel, aber Nummer eins? Zverevs große Chance in Wien
In seinem Traumjahr hat Alexander Zverev nun das nächste Karriereziel dicht vor Augen: Zwei Siege fehlen in Wien zum Sprung auf Platz eins der Weltrangliste.
von SID
zuletzt bearbeitet:
26.10.2026, 12:18 Uhr

Das "wunderschöne" Wien hat es Alexander Zverev besonders angetan, die weltberühmte Delikatesse der Stadt kommt ihm in diesem Jahr aber nicht auf den Teller. "Ich bin nicht mehr der Schnitzeltyp", bekannte Zverev zur allgemeinen Irritation der versammelten Journalisten nach seiner Ankunft in Österreichs Hauptstadt. Sein Geschmack, so der designierte Weltranglistenerste, habe sich eben zuletzt "ein bisschen geändert". Und überhaupt: Zverevs Hunger ist in diesem Jahr ja vor allem sportlicher Natur.
Schließlich bietet das ATP-Turnier dem US-Open-Sieger die große Chance, in seinem Traumjahr auch noch das nächste Karriereziel zu erreichen: Mit dem Einzug ins Viertelfinale würde er knapp fünf Monate nach seinem erlösenden ersten Grand-Slam-Titel bei den French Open den Sprung auf Platz eins der Weltrangliste perfekt machen. Und das in einer von Zverevs "Lieblingsstädten, die wir auf der Tour haben".
Am Dienstag (Sky) startet der zuletzt angeschlagene Zverev in diese Mission. Gegen Martín Landaluce aus Spanien ist er selbstredend der hohe Favorit - anschließend würde ein Duell mit Brüssel-Gewinner Tallon Griekspoor aus den Niederlanden oder dem US-Amerikaner Brandon Nakashima warten. Und sollte Zverev diese beiden Partien gewinnen, dann würde er im kommenden ATP-Ranking vom 2. November an Jannik Sinner vorbeiziehen.
Noch ist der Rückstand von Zverev groß
Dabei ist der Rückstand aktuell noch recht groß, in der Weltrangliste vom Montag trennen Zverev noch immer 700 Punkte vom Italiener. Doch die komplexe Mathematik des Rankings macht Zverevs frühzeitigen Coup möglich. Weil nämlich das anschließende Hallen-Masters in Paris in diesem Jahr eine Woche später stattfindet als 2025, verliert der Vorjahressieger Sinner schon nach der Wiener Turnierwoche weitere 1000 Weltranglistenpunkte. Und Zverev, der als Halbfinalist von 2025 nur 400 Punkte aus Paris verliert, reichen eben jene zwei Siege in Wien zum Überholen.
Dass Zverev das Tennisjahr als Nummer eins beenden wird, steht nach dem Saisonaus des verletzten Italieners ohnehin bereits fest, nun also könnte es schnell gehen. "Es ist für uns ein Märchen, dass er in Wien Nummer eins werden kann", frohlockte der Turnierdirektor Herwig Straka im ORF, denn danach hatte es zuletzt ja nicht unbedingt ausgesehen. Müde und ausgelaugt hatte sich Zverev nach seinem Halbfinalaus in Shanghai gefühlt und eine Pause angekündigt. Diese aber fiel nun kurz aus, nach ein paar ruhigen Tagen startet er in den heißen Herbst seiner Supersaison.
Kein Sieg gegen Sinner oder Alcaraz 2026
"Klar", sagte Zverev in Wien im Gespräch mit Sky, "es gibt einem schon etwas, wenn man die großen Ziele in der Karriere auch erreicht. Das ist etwas, worauf man gefühlt seit 20 Jahren hinarbeitet." Doch ein paar Träume bleiben ja sogar nach Wien und nach dem Sprung auf Platz eins der Weltrangliste noch. Etwa der Triumph im Davis Cup mit dem deutschen Team - oder aber ein Prestigeerfolg gegen einen der großen Rivalen in der laufenden Saison.
Denn Sinner und Carlos Alcaraz hat Zverev 2026 noch nicht bezwungen. Die beiden seien sicher die "zwei größten Herausforderungen im Tennis", sagte der 29-Jährige, der beim prominent besetzten Turnier in Wien zumindest eine Serie brechen könnte: in einem möglichen Finale gegen Alcaraz.
Hier das Einzel-Tableau in Wien
