Lorenzo Musetti ereilt unerwarteter Doping-Alarm im Match
Während seines mehr als drei Stunden dauernden Viertelfinals beim ATP-Turnier in Lyon gegen den Franzosen Luca van Assche fiel Lorenzo Mussetti ein, dass er aufgrund der langen Matchdauer seinen Standort bzgl. der Verfügbarkeit für einen eventuellen Doping-Test ändern musste. Mit der Erlaubnis des Supervisors durfte der Italiener dies auf dem Court per Smartphone durchführen.
von Dietmar Kaspar
zuletzt bearbeitet:
25.10.2026, 19:06 Uhr

Eigentlich sollte der erfahrene Tennis-Profi während der Turniere stets mit langen Arbeitstagen rechnen. Sowohl bei den Grand-Slam-Turnieren als auch auf der ATP Tour ist es ja mittlerweile bereits Usus, dass der Spielbetrieb auf dem Show-Court die Mitternachtsgrenze oft weit überschreitet.
Doch in seiner Viertelfinal-Partie beim ATP-250-Event in Lyon scheint Lorenzo Musetti im Vorfeld wohl nicht mit der heftigen Gegenwehr seines französischen Gegners Luca van Assche gerechnet zu haben. Insgesamt 3:33 Stunden musste sich der Italiener mühen, ehe er den Halbfinal-Einzug mit 7:6, 6:7, 6:4 eintüten konnte. Gegen Ende der Partie hatte der 24-jährige Musetti jedoch noch zusätzlich mit einem anderen Problem zu kämpfen. Siedend heiß fiel dem ehemaligen Weltranglisten-5. ein, dass er die verpflichtende Angabe seines Aufenthalts für eine eventuelle Dopingprobe ab 1 Uhr im Hotel angegeben hatte.
Nachdem es den Profis untersagt ist, das Smartphone auf dem Platz während des Matches zu benutzen, ließ er vom Schiedsrichter den Supervisor rufen und bat diesen, die Anpassung seines aktuellen Aufenthalts per Smartphone durchführen zu dürfen. Nachdem sich Supervisor Rogerio Santos über die aktuelle Situation hat aufklären lassen, genehmigte er Musetti die Nutzung auf dem Platz, woraufhin Musetti das Match, befreit von der Last, um 1:17 Uhr Ortszeit erfolgreich zu Ende bringen konnte.
Alle Tennisprofis sind verpflichtet, täglich ein einstündiges Zeitfenster im registrierten Testpool anzugeben, in dem sie für unangekündigte Dopingkontrollen erreichbar sind. Bei drei Verstößen innerhalb von 12 Monaten können diese zu einer Sperre führen, obwohl kein positiver Doping-Test vorliegt. Nachdem er diesmal noch mit einem blauen Auge davongekommen ist, wird Musetti dieses Zeitfenster künftig bestimmt etwas großzügiger planen.
