Kleine Ode an David Goffin
David Goffin ist nun also offiziell ein Tennis-Rentner. Der Belgier hat Spaß gemacht - und Hoffnung verbreitet.
von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet:
25.10.2026, 16:07 Uhr

2014 war David Goffin mit der Empfehlung einer Siegesserie auf der Challenger-Tour zu den Generali Open nach Kitzbühel gekommen. Dass Goffin damals bis ins Finale stürmte, blieb bis zu eben jenem Endspiel aber lokal fast unbemerkt: Schließlich gab es da ja auch noch Dominic Thiem, der auf der anderen Seite des Tableaus durch das Feld pflügte. Und der den ersten Satz des Finales gegen Goffin dermaßen überzeigend beherrschte, dass man fast ein bisschen Mitleid mit David Goffin haben musste.
Aber nicht lange. Denn Goffin flog ab Beginn von Durchgang zwei über den Center Court des Kitzbühler Tennis Stadions wie einst Andre Agassi in dessen bester Zeit (die ihn leider nie nach Kitzbühel gebracht hat), nahm die Bälle früh und Dominic Thiem nicht nur mehr und mehr den Atem, sondern letztlich auch die Hoffnung auf den Heimsieg am Kapsfeld (der dann sechs Jahre später folgen sollte).
Thiem gewinnt zwei wichtige Matches
Goffin und Thiem, das war eine Rivalität, in der am Ende der Belgier die Nase mit 7:3-Siegen vorne haben sollte, in der Thiem aber 2015 im Finale von Gstaad und im Jahr darauf im Viertelfinale von Roland-Garros aber zwei ganz wichtige Matches gewinnen sollte. Die Rivalität beschränkte sich rein auf das Sportliche, Thiem und Goffin traten sogar gemeinsam im Doppel an, bestritten auch manche Vorbereitungswoche auf Teneriffa gemeinsam.
Jetzt hat sich der mittlerweile 35-jährige Goffin also in Brüssel verabschiedet, am Donnerstag war’s, mit einer Niederlage gegen Alex Michelsen. Zu sehen war dabei in einzelnen Phasen ein „Vintage Goffin“, der, obwohl kein Riese, mit Assen in Serie zu Punkten kam. Die Beinarbeit ist naturgemäß nicht mehr ganz so brillant wie etwa 2017, als David Goffin bei den ATP Finals bis ins Endspiel kam, dort gegen Grigor Dimitrov verlor.
Goffin bekommt Ball ins Auge
2017 war allerdings auch das Jahr, in dem sich Goffin in der dritten Runde der French Open gegen Horacio Zeballos in einer Plane das Knie verdrehte, für längere Zeit ausfiel. Wie auch nach einem Unfall in Rotterdam, als er einen Ball von Grigor Dimitrov ins Auge bekam.
Die letzten Jahre verliefen dann nicht mehr ganz so rund, eine Inspiration ist David Goffin dennoch geblieben: Für all diejenigen, die das Tennis-Gardemaß doch recht eindeutig verfehlen. Die aber von Goffin gelernt haben, dass man etwaige körperliche Nachteile durch eine ansprechende Beinarbeit und brillantes Stellungsspiel ausgleichen kann.
