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Pavel Kelo – neuer HTT-König der Marx-Halle

Der klare Sieger der 12. Auflage der HTT Erste Bank Open und damit der neue König der Marx-Halle, ko...

von Claus Lippert
zuletzt bearbeitet: 26.10.2026, 14:18 Uhr

Der klare Sieger der 12. Auflage der HTT Erste Bank Open und damit der neue König der Marx-Halle, kommt aus der Slowakei und heißt Pavel Kelo. Der 23jährige HTT-Debütant aus Rimavska Sobota hat am Samstag am #glaubandichcourt seine Muskeln spielen lassen, und am mit ATP-Flair versehenen zweitgrößten ATP-Court der Erste Bank Open als zehnter slowakischer Spieler ein HTT Turnier gewonnen. Kelo deklassierte im Endspiel des 145. HTT Saisonturniers den bisherigen Saison-Dominator und HTT French Open Sieger Nicolas Fares aus Frankreich in nur 62 Minuten Spielzeit mit 6:2, 6:0, und löste damit auch wieder Spekulationen über seine wahre Spielstärke und eine Diskussion über die Sinnhaftigkeit seiner HTT-Teilnahme aus. Ein Bericht von C.L

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Am Tag danach sind die Kritiker & Querulanten wieder aus ihren Löchern gekrochen

Am Tag danach, also am Tag nach dem Kelo-Triumph in der Marx Halle zu Wien, trudelten nicht wie sonst immer die Gratulationen an den Sieger in Massen ein. Nein, die Kritiker und Querulanten waren am gestrigen Sonntag wieder aus ihren selbst gegrabenen Erdlöchern und Höhlen gekrochen, um den slowkaischen Sieger verbal seine HTT-Berechtigung abzusprechen. Diskussionen waren wieder entfacht, hatte sich der 23jährige Sieger mit einem sich abartig deutlich lesenden Final-Score doch selbst in die Kritik gehievt. Wer den amtierenden HTT French Open Sieger in einer Stunde abfertigt, und wer dem Saison-Dominator eine Null umhängt, der darf sich nicht wundern, dass die HTT Community zumindest Fragen stellt. Es bleibt für alle Außenstehenden, die am Samstag Abend nicht den Weg in die Marx Halle gefunden hatten, zumindest beim Lesen des Endresultats ein komisch und bitter schmeckender Beigeschmack. 6:2, 6:0, wie kann das sein? Hat Kelo die HTT, alle Beobachter der Szene und die Spieler mit einem perfekt inszenierten Schauspiel aufs Kreuz gelegt? So konnte der serbische Qualifikant Alex Jagodic in Runde 1 rücklickend mit dem gleichen Resultat aufwarten, wie Frankreichs zweifacher Saison-Champion Nicolas Fares im Finale. Auch die Ergebnisse im Viertelfinale gegen den eigentlich in Topform angereisten Uros Bigic aus Serbien und Österreichs Power-Server Alex Leitgeb liefern Munition für die Kelo-Kritiker.

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Fares & Kelo – Mit dem Ambiente im ATP-Stil konnten die beiden HTT-Stars mit ihrer Final-Performance nicht mithalten

Auf der anderen Seite hätte ein Besuch des Finales in der Marx-Halle vielen Kelo-Gegnern auch wieder Wind aus den Segeln genommen. Womit wir bei der Analyse und Zusammenfassung eines Matches wären, das in seiner Gesamtbetrachtung vieles schuldig blieb, und insgesamt als eher enttäuschend in die Historie der HTT Erste Bank Open Events eingehen wird. Es war in vielerlei Hinsicht ein kurios anzusehendes Endspiel. Ein Match mit zwei Phasen, 35 Minuten lang eng und ausgeglichen bis 3:2, und weitere 25 Minuten, in denen Fares kein einziges Game mehr machen sollte. Macht insgesamt einen finalen Showdown zweier – zugegeben großartiger – Tennisspieler, die ihr Können aber leider nie zum selben Zeitpunkt zum Besten gaben, und so einen müden Tennisabend am #glaubandichcourt fabrizierten. Dabei war alles fürstlich und im Stile der ATP Tour angerichtet. Schiedsrichter Lukas Schauer bat zum Münzwurf, die Spark7-Ball-Crew wie die phantastisch zusammenarbeitenden Ball Kids seit Neuem genannt werden, standen mit ihren weltberühmten Racket-Netzen parat, und eine Welle an Entertainment spülte Fares & Kelo beim stimmungsvollen Walk on Court auf den Platz. Dem Glanz & Zauber des Rundherums konnten die beiden Finalisten aber mit ihrer Final-Performance nicht das Wasser reichen. Es wurde ein 62minütiger Auftritt, geprägt von vielen Fehlern und wenig großartigen Punkten, ein Match ohne Spannung und ohne Potzential, als ein historischer Final-Fight in die Geschichte einzugehen.

Game zum 4:2 im ersten Satz für Kelo bringt frühe Entscheidung

35 Minuten lang durften sich die zu Beginn rund 120 gezählten Besucher über ein enges Finalduell freuen. Beiden Akteuren war die Nervosität in diesem ungewohnten Rahmen anzumerken. Sowohl Fares als auch Kelo starteten mit je einem Doppelfehler und in der Folge eher verhalten in das 12. HTT EBO Endspiel der Open Ära. Doch während Pavel Kelo die Fares-Nervosität gleich im ersten Game zum frühen Break nützte, ließ Fares im ersten Aufschlagspiel seines Gegenübers gleich fünf Re-Break-Chancen ungenützt. Kelo führte also 2:0, war aber in der Folge bis 3:2 in einem total offenen und engen Match gefangen. Erst das sechste Game löste die anfängliche Verkrampfung beim Slowaken, der in dieser Phase gleich fünf weitere Break-Möglichkeiten seines französischen Gegners parierte, und auf 4:2 stellte. Ein Game und ein Moment, der bei Kelo zum Brustlöser wurde, während Fares mit diesen fünf vermurksten Chancen zum neuerlichen Re-Break auf 3:3 den Anfang vom ganz ganz bitteren Ende an diesem HTT EBO Finalabend selbst einleitete. Denn nur 25 Minuten später hatte das mit so großer Spannung erwartete Endspiel für Fares debakulöse Formen angenommen. Bei der abschließenden Siegerehrung stand der 29jährige Franzose mit den bislang bittersten Erfahrungen seiner noch jungen HTT Karriere und der schwersten Niederlage am Platz, um seinen Teller für den geschafften Finaleinzug aus den Händen von Nicole Wogritsch entgegen zu nehmen.

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Pavel Kelo, ein würdiger Sieger, der mit den Bedingungen in der Marx Halle hervorragend zurecht kam

Kurz zuvor hatte Pavel Kelo mit einem abschließenden Vorhand-Winner beim Matchball eines der wenigen Match-Highlights gesetzt. Am slowakischen Newcomer war es nicht gelegen, dass der HTT Erste Bank Open Showdown um viel Prestige, 500 Ranglistenpunkte und eine mächtige in Silber gehaltene Trophäe zur Enttäuschung verkam. Dem Debütanten aus dem Süden der Slowakei gelangen nach geschafftem Break zum 3:2 im ersten Satz gleich neun Gamegewinne in Serie, wobei er speziell beim Aufschlag seine große Klasse zeigte, seine körperlichen Vorteile voll ausnützte, und diese mit gleich vier zu Nulll gewonnenen Service-Games auch statistisch untermauerte. Vielleicht kamen Kelo auch die Bedingungen am #glaubandichcourt entgegen. Beide Spieler sprachen nachher in der PK von einem langsamen Boden, der Fares Schwierigkeiten bereitete, und Kelo scheinbar auf den Leib geschneidert war. Der 23jährige beschränkte sich über weite Strecken dieses Matches darauf, den Ball im Spiel zu belassen, Fehler zu vermeiden, und im passenden Moment auch den ein oder anderen spektakulären Winner zu setzen. Wie man überhaupt auch bei der Analyse dieses Finales bemerken muss, dass mit der Übersiedlung vom Teppich des UTC La Ville zum großen Endspiel auf den Hartplatz der Marx Halle eine immense Umstellung für die Spieler einher geht. Es ist nicht nur der veränderte Bodenbelag, der von den Finalisten eine Anpassung verlangt. Andere Bälle, nochdazu im ATP-Modus aufgelegt, ein eigenes Flair und eine ganz spezielle Atmosphäre mit vielen Zuschauern und einem Schiedsrichter, reißen die Spieler in solchen Momenten aus ihren alltäglichen Tennisturnier-Gewohnheiten. Selbst die Ballkinder sorgen mit stets zugeworfenen Filzkugeln für einen anderen Spiel-Rhythmus, den Hobbyspieler nicht gewohnt sind. Das macht halt ein HTT Erste Bank Open Finale so besonders, und auch so schwierig zu gewinnen.

Die Stimmen zum großen HTT Erste Bank Open Finale 2026

Pavel Kelo hat es aber geschafft, und stand nach seinem Triumph der HTT Presse Rede und Antwort. “Ich glaube, dass mir im Finale der Belag in der Marx Halle sehr stark entgegenkam. Er war etwas langsamer, und die Bälle sprangen höher ab. Fares hatte bei diesen Bedingungen seine Probleme und machte extrem viele Fehler. Was mir zudem half und das hohe Stress-Level senkte, war die Atmosphäre in der Halle. Das Publikum war phantastisch. Die Zuschauer haben mich so laut angefeuert, dass ich mich fast wie ein ATP Spieler fühlte. Für den Ausgang des Finales entscheidend war wohl das lange Aufschlagspiel zum 4:2, in dem ich mehrere Breakälle von Nicolas abwehren konnte. Das hat mich mental gestärkt und meinen Gegner endgültig zermürbt. Seinen mentalen Durchhänger in dieser Phase konnte ich perfekt nützen. Zum Abschluss möchte ich sagen, dass die Austragung des Finales in der Marx Halle der Hauptgrund war, hier so weit kommen zu wollen. Es war ein tolles Erlebnis, auf dem selben Platz wie die ATP Profis spielen zu können. Ein großes Dankeschön an die Organisatoren. Es war eine phantastische und unvergessliche Erfahrung”, strahlte der junge Slowake. “Es hat riesigen Spaß gemacht, auf dem selben Platz wie die Profis unter ATP Bedingungen zu spielen. Ich bin ein wenig traurig, dass ich nicht mehr Widerstand leisten konnte, freue mich aber über das Erlebnis. Ein großes Lob an meinen Gegner. Er hat wirklich stark gespielt. Der Platz war aus meiner Sicht etwas langsam. Ich wollte aggressiv spielen, aber das war für dieses Match keine gute Strategie. Dazu hat Kelo wiegesagt sehr gut gespielt. Manchmal läuft es halt besser und an einem anderen Tag wieder schlechter. So muss man das sehen. Aber wird hatten trotzdem beide Spaß an dieser Partie. Es war also Alles in Allem ein nahezu perfekter Abend”, betonte Fares, der den dritten französischen HTT Erste Bank Open Erfolg in der Geschichte verpasste, im Race to La Ville aber wieder näher an HTT Branchen-Primus Damian Roman heranrückte.

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von Claus Lippert

Montag
26.10.2026, 13:16 Uhr
zuletzt bearbeitet: 26.10.2026, 14:18 Uhr