Schiri liefert Tschechen-Talent Mrva bissige Retourkutsche
Bei einer sich anbahnenden Niederlage ließ der junge Tscheche Maxim Mrva beim ATP-Challenger-50-Turnier in Taranto seinen Frust am kroatischen Schiedsrichter Marko Plese aus. Dieser konterte jedoch mit einer unerwarteten Retourkutsche.
von Dietmar Kaspar
zuletzt bearbeitet:
08.11.2026, 17:33 Uhr

Auch die ganz großen Namen wie Alexander Zverev, Carlos Alcaraz und Jannik Sinner mussten sich vor ihren großen Erfolgen auf Grand-Slam- und ATP-Ebene über die ATP-Challenger-Tour hochdienen. Und so bleibt dieser Weg auch dem zweifellos talentierten Tschechen Maxim Mrva nicht erspart, der sich in der Junioren-Weltrangliste bis auf Platz zwei spielen konnte und bei den Herren mit 19 Jahren kurz vor dem Einzug in die Top 200 steht.
Dass dieser Weg nicht nur sportlich, sondern auch in der Persönlichkeitsentwicklung prägend sein kann, musste der Teenager beim ATP-Challenger-Turnier der Kategorie 50 im italienischen Taranto erfahren. Als er in seinem Viertelfinale gegen den Franzosen Matteo Martineau nach verlorenem ersten Durchgang und 4:5-Rückstand im zweiten Satz bereits arg auf der Verliererstraße schien, ließ er seinen Frust am kroatischen Schiedsrichter aus, mit dessen Entscheidungen er nicht einverstanden war.
„Du bist so schlecht, und du weißt das. Du machst so viele Fehler und das ist auch der Grund, warum du bei einem 50er-Turnier bist“, warf Mrva dem Referee Marko Plese an den Kopf. Doch anstatt, wie auf höchster Ebene üblich, die persönliche Beleidigung in Form einer Verwarnung zu ahnden, wählte der Spielleiter die Form einer verbalen Retourkutsche. „Genauso wie du“ erwiderte er auf eine kurze und trockene Art und Weise.
Sichtlich überrascht, da er mit so einer schlagfertigen Antwort nicht gerechnet hatte, musste sich Mrva erst sammeln, ehe er mit einem „Ja, aber ich bin in einem guten Alter“ das Argumentum wieder auf seine Seite ziehen wollte. Doch der Punktsieg ging zweifellos an den schlagfertigen Schiedsrichter.
Auch sportlich musste sich der junge Tscheche im Match noch geschlagen geben. Zwar schien der Disput in Form eines Adrenalinschubs kurze Wirkung zu zeigen, indem er die nächsten drei Spiele für sich entscheiden und dadurch den Satzgleichstand herstellen konnte. Doch im dritten Satz musste er sich seinem französischen Gegner noch final beugen. Bleibt nur noch zu erwähnen, dass es auch an der sportlichen Qualität seines Gegenübers gelegen haben könnte. Dieser holte sich schließlich sogar noch den Titel mit einem Finalsieg gegen den Schweizer Kilian Feldbausch.
Hier das Einzel-Tableau aus Taranto
