Trotz Schreck in Shanghai: Zverev setzt Weg zur Nummer eins fort
Alexander Zverev wird die Nummer eins der Welt, nur der Zeitpunkt steht noch nicht fest. In Shanghai erlebte er am Freitag eine Schrecksekunde.
von SID
zuletzt bearbeitet:
09.10.2026, 15:26 Uhr

Seit Tagen rechnen die Tennisexperten: Wann übernimmt Alexander Zverev Platz eins der Weltrangliste? Wann darf dieser historische Meilenstein offiziell verkündet werden? Auch Zverev gab zu: "Es ist im Moment ein Gesprächsthema für alle." Doch am Freitag rückten alle Rechenspiele für einen Moment in den Hintergrund: Zum Auftakt des Masters in Shanghai gegen den Chinesen Wu Yibing knickte Zverev um und hielt sich mit schmerzverzerrtem Gesicht den linken Fuß.
Erinnerungen wurden wach an die schwere Knöchelverletzung vor einigen Jahren in Paris, die Zverev beinahe um die Fortsetzung seiner Karriere gebracht hatte. Umso größer war die Erleichterung in seinem Team, als Zverev das Match und die Jagd nach dem Tennisthron fortsetzen konnte. Den wird er noch in diesem Jahr besteigen, alle Rechenspiele sind nicht erst seit dem 6:4, 7:6 (7:4) über Wu nur theoretischer Natur.
Zverev selbst kann schon in Shanghai die letzten Zweifel aus der Welt schaffen und als 30. Spieler den Einzug in den elitären Kreis der "Einser" schaffen. Erreicht er das Halbfinale, geht der 29-Jährige sogar sicher als Branchenführer ins neue Jahr. Das rechneten die Fachleute der Spielerorganisation ATP aus.
Zverev nun gegen Halys
Auf dem Weg dahin trifft er am Sonntag in der dritten Runde auf den Franzosen Quentin Halys. Irgendwann, so viel steht fest, wird er dann den bisherigen Spitzenreiter Jannik Sinner überholen, der Italiener wird in diesem Jahr durch seine Knieverletzung keine Punkte mehr sammeln. Auch Carlos Alcaraz, der zweite Ausnahmespieler der vergangenen Jahre, und US-Open-Finalist Ben Shelton werden Zverev nicht aufhalten können. Der Hamburger weiß das und konzentriert sich doch lieber auf das Hier und Jetzt.
"Ich bin sehr froh darüber, dass ich es heute in zwei Sätzen geschafft habe. Er geht voll auf jeden Ball, ich habe aber gut serviert", sagte Zverev nach seinem erfolgreichen Turniereinstieg. Im ersten Satz war der Fokus des klaren Favoriten direkt zu spüren gewesen. Zverev brachte 74 Prozent seiner wuchtigen ersten Aufschläge ins Feld und ließ Außenseiter Wu nie an einem Break schnuppern. Im zweiten Satz wackelte Zverev kurz, rappelte sich nach dem Schreck auf und sicherte sich den Tiebreak.
Die Nummer eins, sein Kindheitstraum, rückte wieder ein kleines Stück näher, irgendwann ist es dann tatsächlich offiziell. Frühestens am 2. November nach dem Turnier in Wien, zu nehmen ist Zverev nach den Grand-Slam-Titeln bei den French- und US-Open diese verdiente Auszeichnung nicht mehr. Als erster Deutscher seit Boris Becker wird er Platz eins im Männer-Ranking übernehmen, rechnen muss dann niemand mehr.
Hier das Einzel-Tableau in Shanghai
