Balshaw? – da war doch was beim Rugby
Bei seinem zweiten Start auf ATP-Ebene konnte der für Frankreich startende Felix Balshaw beim ATP-250-Turnier in Lyon gegen den Portugiesen Jaime Faria seinen ersten Sieg im Hauptfeld einfahren. Dabei tritt er in große sportliche Fußstapfen seines Vaters Iain – wenn auch in einer anderen Sportart.
von Dietmar Kaspar
zuletzt bearbeitet:
20.10.2026, 17:40 Uhr

Deutlich weniger blaue Flecken dürfte Felix Balshaw nach getaner Arbeit als Tennisprofi vorzuweisen haben, als dies bei seinem Vater Iain war. Dieser war als Rugby-Profi aktiv und konnte mit dem britischen Nationalteam 2003 sogar den Weltmeistertitel einfahren. Aufgrund seiner letzten Profistation siedelte der heute 47-Jährige ins französische Biarritz über, weshalb sein in Leeds geborener Sohn Felix ab dem Alter von drei Jahren an der baskischen Küste aufwuchs und immer noch dort beheimatet ist.
Doch sportlich faszinierte den 20-jährigen Felix von klein auf das Spiel mit dem gelben Filzball und hielt nach seinen Anfängen mit dem Mini-Tennis an der Sportart fest. Als Repräsentant seiner neuen Heimat spielte er sich über die Junioren-Tour zu den Profis und etablierte sich mittlerweile schon als feste Größe auf der Challenger-Tour. Mit mehreren Finals auf dieser Ebene und seinem ersten Titelgewinn in der Rafa-Nadal-Akademie schaffte er den Einzug in die Top 200 und klopft damit schon gewaltig an der ATP-Tour an.
Nach seinem ersten Einsatz auf 250er-Ebene in Winston-Salem, wo er sich nach zwei erfolgreichen Matches in der Qualifikation dem US-Amerikaner Aleksandar Kovacevic in der ersten Hauptfeldrunde geschlagen geben musste, sollte sich nun vor heimischem Publikum in Lyon, wo er auch sein erstes Challenger-Finale erreichen konnte, über einen Next-Gen-Spot die nächste Möglichkeit ergeben.
Gegen den Portugiesen Jaime Faria zeigte der Youngster vom Start weg keinerlei Nervosität und belohnte sich durch seine couragierte Leistung mit einem 6:2, 4:6, 6:3-Erfolg nach 1:47 Stunden. In der nächsten Runde wartet sein Landsmann Corentin Moutet, der sich in einem spektakulären und 3:21 Stunden dauernden Duell der französischen Linkshänder gegen Ugo Humbert mit 6:2, 6:7, 7:6 durchsetzen konnte.. Mit dem Sieg in Lyon klettert er im Next-Gen-Race aktuell auf Position 8, direkt vor seinem Landsmann Moise Kouame. Es hat den Anschein, dass man sich den Namen Balshaw definitiv merken muss, und das nicht nur aus Rugby-Sicht.
Hier das Einzel-Tableau aus Lyon
