David Ferrer macht Schluss: Spaniens Davis-Cup-Team verliert seinen Kapitän
David Ferrer zieht nach vier Jahren als spanischer Davis-Cup-Kapitän einen Schlussstrich. Zuvor wartet noch eine letzte Mission. Bei den Finals in Bologna will der ehemalige Weltranglistendritte endlich den Titel holen, der ihm als Teamchef bislang verwehrt geblieben war.
von Isabella Walser-Bürgler
zuletzt bearbeitet:
15.10.2026, 17:14 Uhr

David Ferrer hat angekündigt, sein Amt als spanischer Davis-Cup-Kapitän mit Saisonende 2026 niederzulegen. Der 44-Jährige, der den Posten im Dezember 2022 übernommen hatte, begründete den Schritt mit dem Wunsch, ein neues Kapitel aufzuschlagen. In einer Mitteilung bedankte er sich beim spanischen Tennisverband RFET, den Spielern und allen Wegbegleitern für das Vertrauen und die gemeinsame Zeit.
Viel Zeit für Wehmut bleibt allerdings nicht, denn Ferrer will seine letzte Mission als Kapitän mit einem Titel krönen. „Ich bin jetzt nur noch darauf fokussiert und freue mich darauf, die spanische Mannschaft zu einem weiteren Davis-Cup-Titel zu führen“, erklärte er. Für Spanien wäre es der siebte Triumph im traditionsreichen Nationenwettbewerb, für Ferrer der erste als Teamchef.
Ferrers Bilanz als Kapitän
Die Ergebnisse der spanischen Mannschaft während Ferrers Amtszeit verliefen durchaus wechselhaft. 2023 schied Spanien bereits in der Gruppenphase aus, 2024 war im Viertelfinale Schluss. Ein Jahr später gelang Ferrer der große Sprung bis ins Endspiel. Dort unterlagen die Spanier allerdings Italien, wobei Superstar Carlos Alcaraz fehlte. 2026 qualifizierte sich das Team mit einem klaren 4:0 gegen Chile erneut für die Finalrunde.
Zum Auftakt in Bologna wartet Österreich auf die Spanier. Bei einem Erfolg würde im Halbfinale entweder Deutschland mit Alexander Zverev oder Großbritannien als Gegner warten. Der Weg zum Titel ist also alles andere als einfach. Und selbst wenn Spanien das Endspiel erreicht, dürfte Italien eine große Hürde darstellen. Die Italiener haben den Davis Cup dreimal in Folge gewonnen und wollen ihre Serie fortsetzen.
Alcaraz soll helfen
Sollte Carlos Alcaraz in Bologna für Spanien aufschlagen, könnte das die Situation entscheidend verändern. Der siebenfache Grand-Slam-Sieger war beim Finale 2025 nicht dabei. Seine Rückkehr würde Ferrers Team zusätzliche Schlagkraft verleihen. Italien wiederum muss auf Jannik Sinner verzichten, der verletzungsbedingt ausfällt. Mit Lorenzo Musetti und Flavio Cobolli stehen den Titelverteidigern allerdings weitere starke Einzelspieler zur Verfügung.
Für Ferrer ist das Turnier damit die letzte Gelegenheit, seine Kapitänszeit mit dem ersehnten Erfolg zu beenden. Die Finalrunde beginnt am 24. November in Bologna, Spanien trifft am 26. November auf Österreich.
Als Spieler war Ferrer ein Davis-Cup-Held
Seine Bilanz als Kapitän bleibt hinter den Erwartungen zurück, doch als Spieler hat Ferrer im Davis Cup längst Geschichte geschrieben. Zwischen 2006 und seinem Karriereende gewann er 28 seiner 33 Einzel- und Doppelpartien für Spanien. Er gehörte zu den Mannschaften, die 2008, 2009 und 2011 den Titel holten, und gewann in den Endspielen 2009 gegen Tschechien sowie 2011 gegen Argentinien alle seine Matches.
