Erste Bank Open: Carlos Alcaraz - Mehr Favorit geht nicht
Im Vorfeld des Endspiels bei den Erste Bank Open in Wien spricht eigentlich alles für Carlos Alcaraz.
von Nikolaus Fink
zuletzt bearbeitet:
01.11.2026, 07:53 Uhr

Nichts wurde es bei den Erste Bank Open in Wien also mit dem Traumfinale zwischen Alexander Zverev und Carlos Alcaraz. Ob “Spielverderber” Alex de Minaur im Endspiel am Sonntag für eine weitere Überraschung sorgen kann, darf zumindest bezweifelt werden. Denn im direkten Vergleich mit Alcaraz spricht eigentlich nichts für den Australier.
De Minaur liegt im Head to Head mit Alcaraz nicht nur 0:6 zurück, sondern konnte in den bisherigen Duellen auch nur zwei Sätze gewinnen. Nach dem bislang letzten Duell im Viertelfinale der diesjährigen Australian Open musste auch der Australier den Klassenunterschied anerkennen. “Es gab zwar einige gute Momente, aber insgesamt spiele ich außerhalb meiner Komfortzone und manchmal sogar völlig über meine Verhältnisse", sagte de Minaur im Anschluss an seine 5:7, 2:6 und 1:6-Niederlage.
Wie kommt de Minaur mit dem Tempo zurecht?
Dass de Minaur auch in den bisherigen 13 Duellen mit Jannik Sinner kein Land sah, kommt für ihn nicht von ungefähr. “Für mich birgt es ein großes Risiko, mit sehr hoher Geschwindigkeit zu spielen. Ich habe den Eindruck, dass Jannik oder Carlos dem Ball so viel Rotation verleihen, dass sie nicht nur mit höherer Geschwindigkeit spielen können, sondern dabei auch ihre Konstanz bewahren, weil sie diesen Spin erzielen, der den Ball absinken lässt und zudem unterschiedliche Winkel erzeugt”, meinte der Australier im Januar.
Im Wien-Halbfinale gegen Zverev kam de Minaur mit dem Tempo seines Gegners indes gut zurecht. Ob das auch gegen Alcaraz der Fall sein wird? Gegen Daniil Medvedev, dessen Spiel wie jenes von de Minaur von stabilen Grundschlägen geprägt ist, spielte der Spanier am Samstag jedenfalls eines der besten Matches seit seinem Comeback.
Alcaraz brilliert bei den 500ern
"Es ist etwas Besonderes. Dafür arbeite ich jeden Tag, um diese Momente zu erleben", kommentierte Alcaraz, der in Wien noch keinen Satz verlor, seinen Sieg über Medvedev. "Ich bin wirklich sehr, sehr glücklich, dass ich das geschafft habe. Lasst es uns gut zu Ende bringen." Vor seinem Finalgegner zeigte sich der siebenfache Grand-Slam-Champion trotz der makellosen Bilanz gewarnt: “Es ist sehr kompliziert gegen de Minaur. Er kämpft um jeden Ball.”
Sollte de Minaur tatsächlich die Überraschung schaffen, ginge eine beeindruckende Serie zu Ende. Auf ATP-500-Level gewann Alcaraz nämlich seine 25 jüngsten Matches. Seine letzte Niederlage auf dieser Turnierebene kassierte der Spanier 2025 bei seinem Heimturnier in Barcelona, wo er Holger Rune im Finale in zwei Sätzen unterlag.
Hier das Einzel-Tableau in Wien
