Hitzkopf Bublik droht nach Zverev-Match mit Karriereende
Alexander Bublik stand in Shanghai kurz davor, Alexander Zverev aus dem Masters-Turnier zu werfen. Nach zwei verlorenen Tiebreaks brannten beim Kasachen die Sicherungen durch. Am Netz kündigte er Zverev das baldige Karriereende an.
von Isabella Walser-Bürgler
zuletzt bearbeitet:
14.10.2026, 18:26 Uhr

Dass Alexander Bublik zuletzt das Achtelfinale beim ATP Masters in Shanghai gegen den leicht angeschlagenen Alexander Zverev verlor, wollte dem Kasachen so gar nicht schmecken. Obwohl er den Deutschen mehrfach in Bedrängnis brachte, verlor er knapp mit 6:7, 6:4, 6:7. Besonders schmerzhaft dürften die vier Satzbälle gewesen sein, die Bublik im ersten Satz liegenließ. Auch im entscheidenden Durchgang fiel die Entscheidung im Tiebreak, diesmal mit einem deutlichen 1:7.
Nach dem Match war der Frust bei Bublik jedenfalls größer als die Fassung. Beim Handshake am Netz ließ Bublik seinem Ärger freien Lauf und meinte zu Zverev: „Ich werde bald mit Tennis aufhören.“ Als der Deutsche ihn zu beschwichtigen versuchte, legte Bublik noch einen nach: Wenn er ein solches Spiel nicht gewinnen könne, müsse er es eben lassen.
Bublik wollte seine Karriere schon früher mal beenden
Bereits nach einer enttäuschenden Saison 2024 und einem schwachen Start ins Jahr 2025 hatte Bublik ernsthaft über einen Rücktritt nachgedacht. Damals fürchtete er, aus den Top 100 zu rutschen. Nach einem Abstecher nach Las Vegas beschloss er aber, der Sache noch eine Chance zu geben. Er arbeitete an seiner Fitness und verbesserte vor allem seine Vorhand. Der Umstieg auf einen leichteren Schläger wurde für ihn zu einem weiteren ausschlaggebenden Faktor.
Die Wende fiel damals spektakulär aus. Bublik erreichte 2025 in Paris sein erstes Grand-Slam-Viertelfinale, schlug in Halle unter anderem Jannik Sinner und holte sich den Titel. Danach folgten Turniersiege in Gstaad und Kitzbühel sowie ein weiterer Erfolg in Hangzhou. Bei den Paris Masters schaffte er es erstmals ins Halbfinale eines Masters-1000-Turniers. Der Absturzkandidat rückte an die Weltspitze heran.
Schlägerwurf und Handverletzung: Bubliks Frust wächst
Etwa seit der Sandsaison 2026 ist der Aufwärtstrend allerdings ins Stocken geraten. Mit frühen Niederlagen in Paris, bei den US Open und in Peking sowie der verpassten Titelverteidigungsziel in Kitzbühel fehlen die großen Ergebnisse. In Shanghai geriet Bublik zuvor gegen Brandon Nakashima emotional außer Kontrolle. Er zertrümmerte spektakulär seinen Schläger und ließ seinen Frust an einer Kühlbox aus, wobei er deren Deckel kaputtschlug und sich dabei leicht an der Hand verletzte.
Karriereende wirklich geplant?
Die Niederlage gegen Zverev traf Bublik offenbar besonders empfindlich, denn der Deutsche ist keineswegs Bubliks Angstgegner. Im direkten Vergleich liegt der Kasache weiterhin mit 3:2 vorne. Ob Bublik seine am Netz ausgesprochene Drohung tatsächlich ernst meint, bleibt vorerst offen. Bei den Erste Bank Open in Wien wird Bublik im Gegensatz zum Vorjahr jedenfalls nicht antreten.
