Lilli Tagger: Klares Konzept, viel Spaß mit der Trainerin

Lilli Tagger hat am gestrigen Dienstag einen fast perfekten Einstand beim WTA-Tour-500-Turnier in Linz gegeben. Die Fans hat das gefreut - und auch Trainerin Francesca Schiavone.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 07.04.2026, 22:49 Uhr

Lilli Tagger am Dienstag in Linz
© Getty Images
Lilli Tagger am Dienstag in Linz

Günter Bresnik, seines Zeichen Trainer-Legende auf der ATP-Tour, hatte die Angewohnheit, Punkte seiner Schützlinge Sekundenbruchteile vor dem einsetzenden Applaus des Publikums mit einem lauten „Bravo“ zu goutieren. Francesca Schiavone geht da ein bisschen anders vor. Die Italienerin klatscht bei erfolgreichen Punkten von Lilli Tagger mit erhobenen Händen langsam, aber beherzt, fast eindringlich. Die Botschaft ist aber dieselbe wie bei Coach Bresnik: Gut gemacht. Weiter so. 

Am gestrigen Dienstagnachmittag hatte Schiavone viel Anlass, ihre Zufriedenheit zu zeigen. Denn Lilli Tagger bestand den ersten ganz großen Test vor heimischem Publikum gegen Paula Badosa letztlich mit Bravour, Gut: Ganz so spannend hätte es die Osttirolerin nicht machen müssen, einen 4:0-Vorsprung im zweiten Satz kann man auch souveräner nach Hause spielen. Oder war es nicht doch mehr wert, dass sich Tagger durch den Zwischenspurt von Badosa nicht aus dem Konzept hat bringen lassen? 

Die Fans stehen hinter Tagger 

Dieses Konzept sieht vor, selbst Tempo zu machen. Das war Lilli Tagger bei ihren Auftritten auf Hartplatz zuletzt in den USA nicht immer gelungen, vor allem dann nicht, wenn ihr Gegnerinnen wie Maria Sakkari oder Ekaterina Alexandrova schnell in die Vorhand gespielt haben. Der Linzer Sand aber kauft Tagger mehr Zeit. Und da kann sich die Teenagerin nicht nur besser zum Ball stellen. Sondern neben der druckvollen Vorhand auch ab und zu den Rückhand-Slice nicht nur defensiv, sondern als taktisches Mittel einsetzen.

Die Fans haben das goutiert, Tagger jene Unterstützung gegeben, die in den wichtigen Phasen gegen Ende von Durchgang zwei vielleicht ausschlaggebend war. Darauf wird Lilli Tagger auch in ihrem Achtelfinalmatch gegen Liudmilla Samosnova bauen können. Das Design Center ist verhältnismäßig klein, aber sehr schick. Etwas mehr als 2.000 Fans finden darin Plätze, die ersten waren am Dienstag schon um elf Uhr bei Öffnung der Hallentore vor Ort. 

Lilli Tagger hat sich da gerade mit Francesca Schiavone in Richtung Trainingsplatz begeben, mit ihrer Übungsleitern einen kleinen Fußball hin und her gegaberlt. Das Verhältnis zwischen den beiden scheint bei aller Professionalität auch ein sehr entspanntes zu sein. Das ganz große Team, so wie etwa in Indian Wells, ist in Linz nicht dabei. Denn Manager Alex Vittur hat ja noch Jannik Sinner zu betreuen. Und der spielt gerade in Monte-Carlo. Wo man über viele Jahre auch das „Bravo“ von Günter Bresnik gehört hat.  

Hier das Einzel-Tableau in Linz
 

von Jens Huiber

Mittwoch
08.04.2026, 09:46 Uhr
zuletzt bearbeitet: 07.04.2026, 22:49 Uhr