tennisnet.com › Allgemeines

Nach Zverevs Nr. 1: Tsonga schießt gegen Mouratoglou

Alexander Zverevs Sprung auf die Nummer eins am Jahresende liefert Jo-Wilfried Tsonga die perfekte Vorlage für eine spitze Retourkutsche an Patrick Mouratoglou.

von Isabella Walser-Bürgler
zuletzt bearbeitet: 16.10.2026, 14:57 Uhr

Jo-Wilfried Tsonga in Indian Wells (2016)
© Getty Images
Jo-Wilfried Tsonga in Indian Wells (2016)

„Wieder eine Nummer eins der Welt auf meiner Siegesliste“, schrieb Jo-Wilfried Tsonga in einer Instagram-Story, nachdem Alexander Zverev den Jahresendranglistenplatz an der Spitze gesichert hatte. Neben dem Deutschen nannte der frühere französische Publikumsliebling auch Carlos Moya, Marat Safin, Lleyton Hewitt, Roger Federer, Rafael Nadal, Novak Djokovic und Andy Murray. Acht Spieler also, die im Laufe ihrer Karriere die ATP-Weltrangliste angeführt haben. Gegen Zverev weist Tsonga eine positive Bilanz von 2:1 auf.

Der Streit mit Mouratoglou

Auslöser des Konflikts war eine Debatte über die Konkurrenz im heutigen Herrentennis gewesen. Tsonga hatte infrage gestellt, ob Carlos Alcaraz und Jannik Sinner während ihrer Dominanz auf ähnlich starke Gegner treffen wie Federer, Nadal, Djokovic und Murray in ihren besten Jahren. Trainer Patrick Mouratoglou verteidigte die aktuelle Generation und verwies auf Spieler wie Taylor Fritz, Alex de Minaur, Holger Rune und Jack Draper. Dabei soll er Tsongas Leistung mit dem Satz „Prime Jo was only one season“ auf ein einziges Jahr reduziert haben. Der Franzose nahm das persönlich und pochte auf Anerkennung für seine Leistungen gegen die Größten des Sports.

18 Siege gegen die Big Four: Tsonga liefert Zahlen

Tsonga beließ es nicht bei der Liste seiner Siege gegen ehemalige Weltranglistenerste. In einer weiteren Instagram-Story hob er seine Bilanz gegen Federer, Nadal, Djokovic und Murray hervor: Insgesamt gewann er 18 Mal gegen die vier Superstars. Damit liegt er in dieser Statistik auf Rang vier. „Manchmal vergesse ich, dass ich auf diesem Niveau gespielt habe. Zum Glück gibt es Leute, die mich daran erinnern“, kommentierte er süffisant.

Tsongas sportliche Bilanz spricht tatsächlich für sich. Er erreichte 2008 das Finale der Australian Open, gewann im selben Jahr das Paris Masters, stand 2011 und 2012 jeweils im Wimbledon-Halbfinale und holte 2014 den Titel in Toronto. Seine beste Weltranglistenposition war Platz fünf.

Pegula und Keys stellen sich hinter Tsonga

Rückendeckung erhielt der Franzose von zwei prominenten Spielerinnen. Jessica Pegula und Madison Keys diskutierten die Aussage Mouratoglous im Podcast The Player’s Box. Keys bezeichnete die Behauptung, Tsonga habe nur ein einziges gutes Jahr gehabt, als respektlos. Pegula erinnerte an seine Erfolge bei Grand-Slam-Turnieren und Masters-Events und kam zu dem Urteil, dass Tsonga „ziemlich gut“ gewesen sei.

Auch Andy Roddick äußerte sich in seinem Podcast Served with Andy Roddick kritisch über Mouratoglous Aussage. Als Trainer dürfe man eine Karriere mit einer solchen Erfolgsbilanz nicht leichtfertig abwerten, sagte der frühere Weltranglistenerste. Allerdings widersprach Roddick der Vorstellung, Mouratoglou dürfe sich mangels eigener Profikarriere nicht zum Spitzentennis äußern. Es gehe einzig darum, auf welche Art und Weise Kritik geäußert werde.

von Isabella Walser-Bürgler

Freitag
16.10.2026, 16:10 Uhr
zuletzt bearbeitet: 16.10.2026, 14:57 Uhr