Neo-Australian-Open-Turnierdirektor Abdo patzt beim Debüt
Neben seiner Tätigkeit als CEO von Tennis Australia wird Andrew Abdo ebenfalls wie sein Vorgänger Craig Tiley parallel dazu das Amt des Turnierdirektors bei den Australian Open übernehmen. Bei der Vorstellung diesbezüglich leistete sich der ehemalige Rugby-League-Manager jedoch einen doppelten verbalen Fehltritt.
von Dietmar Kaspar
zuletzt bearbeitet:
11.10.2026, 14:01 Uhr

Beinahe unmenschlich groß schienen die Fußstapfen von Craig Tiley nach dessen Wechsel zum US-amerikanischen Tennisverband für jeglichen Nachfolger zu sein. So übernahm der gebürtige Südafrikaner nicht nur 2006 den Posten des Turnierdirektors bei den Australian Open und führte das erste Major des Jahres in neue Dimensionen, sondern übte ab 2013 auch noch parallel dazu die Funktion als CEO des australischen Tennisverbands aus.
Und so war es absolut kein Selbstläufer, dass mit dem Ausscheiden des erfolgreichen Tiley auch künftig eine Person die beiden Ämter in Personalunion ausführen würde. Mit der Vorstellung von Andrew Abdo als Nachfolger für die Spitzenposition bei Tennis Australia wurde die Planstelle des Turnierdirektors für das Grand-Slam-Turnier in Melbourne erst einmal noch offengelassen. Offensichtlich wollte man sich erst einmal von der Herangehensweise des Neuen überzeugen.
In einer aufwändig gestalteten Veranstaltung sollte die Katze nun aus dem Sack gelassen werden und Abdo mit der Übernahme der Doppelfunktion vorgestellt werden. Und selbstverständlich durfte der Neo-Turnierdirektor auch das Wort am Rednerpult ergreifen. Doch schon nach kurzer Zeit stellten sich der Tennis-Community die Nackenhaare auf. So dichtete er dem zweifachen Champion Jannik Sinner fälschlicherweise den Vornamen „Jacob“ an und machte auch bei der falschen Aussprache der diesjährigen Damen-Siegerin „Robakina“ ebenfalls eine schlechte Figur.
Durch diesen doppelten Fauxpas dürften die Zweifel an der Tennis-Fachkompetenz des ehemaligen Rugby-Leage-Managers nicht gerade beiseite geräumt worden sein. Schon kurz nach seiner Einführung erregte der ebenfalls in Südafrika geborene Abdo bereits die Gemüter in der Tennis-Szene, wo er als „Neuling“ gleich den „best-of-five“-Modus bei den Grand-Slam-Turnieren in Frage stellte. Damals wurde seitens der Australian Open via Social Media sofort mit der klaren Ansage „Fünf-Satz-Tennis bleibt bestehen“ der Wind aus den Segeln genommen.
Auch die aktuellen verbalen Fehltritte von Abdo lösten unmittelbare Reaktionen in den sozialen Netzwerken aus. So kommentierte die deutsche Tennislegende Boris Becker, die zweimal in Melbourne triumphieren und sich 1991 dabei sogar zur Nr. 1 der Tenniswelt krönen konnte, völlig ungläubig: „Was … das ist jetzt nicht passiert …“.
Nachdem Abdo im Anschluss an seine Rede mit den Fehlern konfrontiert wurde, erklärte er gegenüber den Journalisten, dass diese der Nervosität geschuldet waren und er natürlich die richtigen Namen wisse. Bleibt also zu hoffen, dass der neue Turnierdirektor bis zum Turnierstart sämtliche Nervosität abgelegt hat und dann mit seiner Tennis-Fachkompetenz glänzen kann.
