Starallüren und Ignoranz: Hantuchova packt über Swiatek aus
Daniela Hantuchova erhebt schwere Vorwürfe gegen Iga Swiatek und ihr Team. Bei den Madrid Open soll die polnische Tennis-Queen während eines Stromausfalls Sonderwünsche gestellt und ihre Wäsche bei der Turnierbetreuerin abgegeben haben.
von Isabella Walser-Bürgler
zuletzt bearbeitet:
17.10.2026, 08:58 Uhr

Am 28. April 2025 legte ein großflächiger Stromausfall Teile Spaniens lahm und brachte auch die Organisatoren der Madrid Open in Schwierigkeiten. Während vor Ort die Versorgung der Spieler gewährleistet werden musste, soll ausgerechnet eine Essensbestellung für Unmut gesorgt haben.
Daniela Hantuchova, ehemalige Nummer fünf der Welt und damals als Spielerbetreuerin in Madrid tätig, berichtete im Podcast von Canal Plus, dass Swiateks Mentalcoach Daria Abramowicz am Vormittag warmes Hühnerfleisch verlangt habe. Zu diesem Zeitpunkt sei die Stromversorgung noch immer unterbrochen gewesen. Hantuchova reagierte mit beißendem Sarkasmus: Sie könne ja versuchen, für das Team ein Feuer auf einem Stein zu machen. Swiatek sollte an diesem Tag gegen Diana Shnaider antreten.
Wäsche bei der Turnierbetreuerin abgegeben?
Auch eine zweite Begegnung mit Swiatek sei Hantuchova unangenehm in Erinnerung geblieben. Die Polin habe ihr persönlich ungewaschene Kleidung gebracht und gefragt, was sie damit machen solle. Hantuchova habe sich gewundert, dass eine Spitzenspielerin eine solche Aufgabe an sie herantrage, habe sich letztlich aber darum gekümmert.
Ob Swiatek tatsächlich erwartete, dass die Betreuerin ihre Wäsche erledigte, geht aus der Schilderung nicht eindeutig hervor. Die Anekdote reiht sich jedoch in Hantuchovas grundsätzliche Kritik ein. Sie erwartet von Profis mehr Eigenverantwortung und Rücksicht auf jene Menschen, die den Turnierbetrieb hinter den Kulissen am Laufen halten.
Hantuchova rechnet mit geldgierigen Tennisstars ab
Nicht nur Swiateks Verhalten stößt Hantuchova sauer auf. Sie kritisiert, dass generell manche Topspielerinnen ihrer Ansicht nach Sponsorentermine und Treffen mit Geschäftspartnern nur ungern wahrnehmen. Für Hantuchova gehört das aber zum Geschäft, von dem die Stars finanziell profitieren. „Sie wollen mehr verdienen und glauben, nichts für den Tennissport tun zu müssen“, lautet ihre zugespitzte Kritik.
Madrid Open selbst in der Kritik
Dass Turnierveranstalter von Spielerinnen und Spielern Kooperation erwarten, bedeutet allerdings nicht, dass die Kritik nur in eine Richtung geht. Die Madrid Open gerieten etwa 2023 selbst unter Druck, als die Finalistinnen des Damendoppels – darunter Coco Gauff und Jessica Pegula sowie Victoria Azarenka und Beatriz Haddad Maia – nicht wie vorgesehen zu Wort kommen konnten. Nach heftiger Kritik entschuldigte sich die Turnierführung offiziell.
Hantuchovas Vorwürfe gegen Swiatek beruhen auf ihrer persönlichen Schilderung im Podcast. Eine Stellungnahme Swiateks zu den konkreten Vorfällen liegt in den vorliegenden Informationen nicht vor.
